Review

Nachdem wir Ende März bereits entzückt den Vorgänger „Paper Girls 1“ durchgeblättert haben, folgt nun die Fortsetzung mit den Zeitungsmädchen in „Paper Girls 2“.

Die jungen Frauen verschlägt es hier aus der amerikanischen Kleinstadt Stony Stream nach Stony Stream. So weit, so unspektakulär, wären sie dort nicht im Wege einer Zeitreise gelandet und aus dem Jahre 1988 in die Gegenwart von 2016 katapultiert worden; oder in der „Paper Girls“-Sprache: sie wurden „verzeitstrahlt“.

Erin und ihre Mitstreiterinnen Tiffany und Mac wurden von ihrer Freundin KJ getrennt und wollen sie unbedingt wiederfinden. Hier knüpft der Anfang des zweiten Bandes unmittelbar an das Ende von Teil 1 an. Wir sehen zunächst eine Frau mittleren Alters, von der wir erfahren sollen, dass sie ebenfalls Erin Tieng heißt und ein zukünftiges Ich der Protagonistin ist. In diesem Zusammenhang ergeben sich einige komische Momente, etwa wenn die ältere Erin bemerkt:

Fuck. Ich darf über so was gar nicht reden. Wenn du von deiner eigenen Zukunft weißt, könnte es dann das Zeit-Raum-Kontinuum beeinflussen?

Im vorliegenden Band spielen abermals Apple-Produkte eine bedeutsame Rolle, ohne dass man bisher sagen könnte, was es damit auf sich hat. Noch verrückter wird die ganze Story, wenn noch eine dritte, geklonte Erin auf den Plan tritt und offenbar mit überlegenem Wissen auftrumpfen kann. Von dieser erfahren wir auch, dass es keine Paralleluniversen, sondern nur eine Zeitlinie gibt. (Lasst das aber bloß nicht die DC- und Marvel-Kreativen hören!)
Die
Antagonisten heißen hier Oldtimers und Zeitreisen sind möglich über Portale, die sich „Falz“ nennen. Mehr wollen wir hier zum Inhalt aber auch nicht verraten.

„Paper Girls“-Artwork (Copyright: Cross Cult)

Erfolgsautor Brian K. Vaughan („Saga“) liefert mit dieser Science-Fiction-Mysteryserie weiterhin auf ganz hohem Niveau ab. Zwar ist hier immer noch alles Mögliche kryptisch (dem einen oder anderen Leser womöglich auch zu schwer auszudeuten), aber die Story ist absolut fesselnd.
Die Dialoge sind auf den Punkt, immer wieder auch blitzgescheit und originell und entlocken dem Leser einige Schmunzler.
Insbesondere die obige Anspielung auf „Doc“ Brown aus „Zurück in die Zukunft“ mit den befürchteten Konsequenzen „für das Raum-Zeit-Kontinuum“ macht einfach Spaß; oder auch die herrlichen Reaktionen der Mädels, wenn diese zum ersten Mal einen Flachbildfernseher oder ein Smartphone sehen.

Das herausragende Artwork des „Paper Girls“-Künstlerduos, bestehend aus Zeichner Cliff Chiang und Kolorist Matt Wilson, ist und bleibt ein Alleinstellungsmerkmal.
Selbst wer mit SciFi und Mystery nicht besonders viel anfangen kann, hat aufgrund der künstlerischen Gestaltung schon einen guten Grund, den „Paper Girls“ eine Chance zu geben. 

Was bleibt also mehr zu sagen, als: Kaufen, lesen, genießen und weitererzählen!

Inhalt

In den frühen Morgenstunden an Halloween 1988 machen sich vier 12-jährige Mädchen mit ihren Fahrrädern auf, um die Zeitung auszutragen. Dabei geraten sie in das größte Abenteuer ihres Lebens. Denn in ihrer spießigen Vorstadt findet eine Alien-Invasion statt, von der niemand außer ihnen etwas mitbekommt.

(Quelle: Cross Cult)

Autor

Brian K. Vaughan
ist ein US-amerikanischer Comic- und Fernsehautor, der durch seine Arbeiten für die Verlage Marvel Comics und DC Comics sowie an den Fernsehserien Lost und Under the Dome bekannt geworden ist.

Während eines Filmstudiums an der New York University knüpfte er über einen Workshop Kontakte zur Comic-Industrie und konnte seine ersten Geschichten bei Marvel veröffentlichen. In den folgenden Jahren schrieb er für einige der bekanntesten Serien der Verlage Marvel und DC wie X-Men, Spider-Man, Batman und Green Lantern. Ab dem Jahr 2002 konzentrierte Vaughn sich auf abgeschlossene Geschichten mit eigenen Figuren wie Ex Machina, Y: The Last Man und die Graphic Novel Die Löwen von Bagdad, die auf dem DC-Imprints Vertigo und Wildstorm erschienen. Für diese Arbeiten erhielt er in den Folgejahren mehrmals den renommierten Eisner Award.

2006 zog Vaughn nach Los Angeles, um sich geplanten – aber bisher nicht realisierten – Filmadaptionen seiner Comicwerke Ex Machina und Y – The Last Man für New Line Cinema zu widmen. Da der Drehbuchautor und Produzent Damon Lindelof von seinen Veröffentlichungen beeindruckt war, bot sich Vaughn die Chance zur Mitarbeit an der erfolgreichen Fernsehserie Lost. In den Jahren 2007 bis 2009 fungierte er von der dritten bis zur fünften Staffel als Ko-Autor und Ko-Produzent.

2011 wählte Steven Spielberg Brian K. Vaughan aus, den Roman Die Arena von Stephen King als Fernsehserie zu adaptieren. In der ab September 2013 unter dem Originaltitel Under the Dome im deutschsprachigen Raum ausgestrahlten Serie ist Vaughn als Drehbuchautor, Showrunner und Executive Producer tätig. 2012 wandte er sich auch wieder den Comics zu. Für den Independent-Verlag Image Comics schuf er zusammen mit der kanadischen Zeichnerin Fiona Staples die Science-Fiction-Serie Saga, für die er erneut Preise wie den Eisner Award sowie den Hugo Award Best Graphic Story für eine Geschichte in gezeichneter Form erhielt.

(Quelle: Wikipedia)

Brian K. Vaughan – Image Comics

Details

Format: Hardcover
Vö-Datum: 31.07.2017
Seitenzahl: 144
ISBN: 978-3-95981-410-2
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Cross Cult

Copyright Cover: Cross Cult



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)