Review

„The Walking Dead“ Schöpfer Robert Kirkman hat mittlerweile einen immens großen Namen. Demzufolge erhalten neue Projekte vom Meister der schlurfenden Untoten auch eine entsprechende Aufmerksamkeit und werden mit großen Erwartungshaltungen beäugt.

„Outcast“ heißt seine neuste Kreation, und wie es scheint, bleibt er dem Horror-Genre treu. Der Erfolg der wandelnden Toten machts möglich und so wurde bereits, neben einem „The Walking Dead“ Spin-Off namens „Fear The Walking Dead“, eine TV-Serie zu „Outcast“ bekanntgegeben. Somit die dritte Serienumsetzung basierend auf einem Kirkman Comic. Kann man sich mehr Erfolg wünschen?

Im Mittelpunkt von „Outcast“ steht Kyle Barnes, ein introvertierter, junger Mann, der zurückgezogen in seinem Haus irgendwo in West Virginia lebt und dort regelrecht zu verwahrlosen scheint.

Kyles Vergangenheit ist düster und baut auf einer enorm gewalttätigen Kindheit auf. Doch der Hintergrund ist weit vielschichtiger, als der anderer schwieriger Elternhäuser, denn Kyle durchlebt Heimsuchungen aus der Zwischenwelt. Ohne es zu wissen, waren Menschen, die er liebte, von finsteren Wesen besessen, die ihm unermessliche Qualen zufügten. Menschen, die ihm am nächsten standen. Allen voran seine Mutter.

Seltsames geht vor in West Virginia. (Copyright: Cross Cult)

Seltsames geht vor in West Virginia. (Copyright: Cross Cult)

Reverend Anderson ist ein auf Exorzismus spezialisierter Priester, der sich bereits mit dem Fall von Kyles Mutter beschäftigte und Kyle schon seit seiner Kindheit kennt. Anderson beobachtet vergleichbare Heimsuchungen immer öfter und versucht zu helfen, wo es geht. Doch die Fälle werden hartnäckiger und er kennt nur noch einen, der ihm helfen kann. Einen, der die Fähigkeit hat, die Besessenen von ihren Heimsuchungen zu befreien.

Für das Zeichenbrett hat sich Kirkman den Kollegen Paul Azaceta ausgesucht. Aufmerksame Leser kennen den Mann vielleicht aus Mike Mignolas Miniserie „B.U.A.P.: 1946“ („Geschichten aus dem Hellboy-Universum #1“), die er bereits illustrierte. Seitdem wissen wir, dass der Mann ein Händchen für visualisiertes Grauen hat. Trostlos, düster und morbide zieht sich sein Artwork durch die Seiten, auch wenn es manchmal Mühe macht, seine Figuren auseinanderzuhalten.

Wie soll man den Einstieg in die Finsternis nun beschreiben? Originell ist der Plot eher nicht, aber er transportiert das Horror-Flair mit dem Vorschlaghammer und tackert den Leser somit recht fix an die Seiten. Der Gewinnbringer ist ganz klar die Atmosphäre, denn die Figuren könnten noch einiges an Tiefe vertragen. Genug Polster dafür ist da, ob Kirkman es zu nutzen weiß, wird sich zeigen.

Irgendwo zwischen „Das Omen“ und „Der Exorzist“ schlängelt sich die Story vor den Augen des Lesers und versucht an die Urinstinkte der menschlichen Angst vor dem Fantastischen anzuknüpfen. Mit dem weitestgehend gelungenen Einstieg könnte das sogar funktionieren.

Inhalt

Sein gesamtes Leben schon plagen Kyle Barnes Heimsuchungen aus dem Zwischenreich. Doch er ist am Ende seiner Geduld angekommen. Er will endlich Antworten, auch wenn er ahnt, dass auf ihn am Ziel vielleicht keine Erlösung von seinen Qualen wartet. Schon seine Mutter war von bösen Geistern besessen und sein Schicksal scheint vorherbestimmt … In dem Kaff in West Virginia, das er sein Zuhause nennt und wo Reverend Anderson ihm zur Seite steht im Kampf gegen eine sich ausbreitende Dämonenwelt, hat Kyle aber nicht nur die dunklen Mächte gegen sich. Nachbarn, die Cops und auch ein Privatdetektiv haben ein Auge auf ihn geworfen … Kyles Reise ins Reich der Finsternis beginnt!

(Quelle: Cross Cult)

Autor

Robert Kirkman
(*30. November 1978 in Richmond, Kentucky) ist ein US-amerikanischer Comic- und Buchautor, bekannt durch die Comicserie „The Walking Dead“.

(Quelle: Wikipedia)

Robert Kirkman – Twitter

Details

Format: Hardcover
Vö-Datum: 23.03.2015
Originalausgaben: US Outcast #1-6
Seitenzahl: 160
ISBN: 978-3-86425-667-1
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Cross Cult / Image Comics

Copyright Cover: Cross Cult / Image Comics



Über den Autor

Emu
Emu
“Only nothing is impossible.” - Grant Morrison