Review

Das Finale von Star-Lords Abenteuer

Er war dereinst ein Space Outlaw, ein legendärer Gauner und der berüchtigte Anführer der Guardians of the Galaxy: Star-Lord alias Peter Quill. Er war in der Folge Herrscher eines gesamten Planeten sowie liebevoller Ehemann und Vater, bis er schließlich aufgrund eines gnadenlosen Angriffs der Kirche der universellen Wahrheit alles verlor, was ihm lieb und teuer war. Lange Zeit nur noch ein verbitterter angegrauter Star-Lord, ein Schatten seiner selbst, schafften es seine Teamgefährten von den Guardians schließlich, ihn aus dem Exil zurückzuholen („Old Man Quill 1: Star-Lords Vermächtnis“).

Um die Vernichtung seiner zweiten Heimat, der Erde, abzuwenden, wurde Peter Quill zum Helden wider Willen und begab sich auf ein Himmelfahrtskommando. Auf der postapokalyptischen, trostlosen Erde aus dem Klassiker „Old Man Logan“ sorgt Star-Lord erstmals seit langer Zeit wieder für Hoffnung und wird zum „Helden vom Horse Creek„. Gemeinsam mit den Guardians macht sich Peter auf zum Baxter Building der früheren Fantastic Four, um den Ultimativen Destruktor zu finden, eine besonders machtvolle Waffe. Das ist auch nötig, denn nicht nur herrscht der Tyrann Dr. Doom mit eiserner Hand über die Erde, nein, auch der ebenso legendäre wie gefürchtete Weltenverschlinger Galactus betritt wieder die Bildfläche. Harte Arbeit für einen alten Mann …

Finaler Eindruck 

In „Old Man Quill 2: Kampf ums Überleben“ bestätigt sich überwiegend der Eindruck, den bereits der Vorgänger hinterlassen hat. Der Rückgriff auf die verwüstete und klassische Welt von „Wolverine: Old Man Logan“ entpuppt sich am Ende des Tages als schlichter Eyecatcher.

Leseprobe aus „Old Man Quill 2: Kampf ums Überleben“. (Copyright: Panini Comics)

Im Gegensatz zu der Story um den (fast) blinden Bogenschützen Hawkeye („Old Man Hawkeye 1 (von 2): Auge um Auge“ & „Old Man Hawkeye 2 (von 2): Das Vermächtnis“) fühlt sich Star-Lords Abenteuer nicht so an, als würde es in eben dieser Welt spielen. Jedenfalls ist die Erzählung um den alten Peter Quill auf diese Welt nicht angewiesen, es folgt daraus kein Mehrwert.

Autor Ethan Sacks entwirft eine solide postapokalyptische Geschichte und lotet bisweilen den ernsteren und stilleren Charakter des Peter Quill aus. Daneben hat er noch einen beiläufig angebrachten Twist um dessen Teamgefährten von den Guardians of the Galaxy im Gepäck, den womöglich nicht jeder Leser kommen sehen wird. Allerdings gesellt sich auch noch eine recht verworrene und unnötig kompliziert anmutende Zeitreise-Geschichte hinzu. Vom Gesamteindruck ist die Geschichte recht spannungsarm und etwas langatmig in Szene gesetzt. Da hilft selbst eine wahnwitzige Bedrohung wie Galactus nicht viel.

Die Zeichner Robert Gill und Ibraim Roberson steuern ein ansehnliches Artwork bei, ziehen im Vergleich zu den weiteren „Old Man“-Zeichnern Steve McNiven und Marco Checchetto indessen ohne Wenn und Aber den Kürzeren.

Fazit

Star-Lords Abenteuer nach dem Ende der Welt bietet gefällige Unterhaltung und damit einen netten Zeitvertreib. Der große Wurf ist das aber nicht geworden. Wer mal wieder Lust auf ein Comic-Abenteuer von den Guardians hat, darf aber ruhig mal einen Blick riskieren.

Inhalt

Star-Lord Peter Quill ist auf der postapokalyptischen Erde aus OLD MAN LOGAN unterwegs. Im Baxter Building hofft er, eine Waffe zu finden, mit der er die Kirche der universellen Wahrheit und Galactus stoppen kann. Doch dann erfährt er eine bittere Wahrheit über seine Guardians Gefährten.

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Ethan Sacks
schreibt seit mehr als zwanzig Jahren als Journalist für die New York Daily News über Filme, Fernsehen, Comics und die Geek-Kultur. Außerdem war er Teil eines Teams, das 2009 über die Notwasserlandung eines Airbus und das sogenannte “Wunder vom Hudson” berichtete, wofür er und seine Kollegen Preise von der Society of Silurians und dem New York Press Club erhielten. Eine Zeit lang war er sogar für die amerikanische Comic-Fachzeitschrift Wizard tätig, aktuell schreibt er noch für RealClearLife.

Er porträtierte schon viele Hollywoodstars und startete ein wohltätiges Filmvorführprogramm für Kinder, das durch Auftritte von Marvel-Schauspielern wie Chris Pratt, Paul Rudd, Chris Evans und Robert Downey Jr. unterstützt wird.

Mit seiner Story über Spider-Woman, J. Jonah Jameson und Kraven in SECRET EMPIRE SONDERBAND 3 feierte Sacks sein Debüt als Comic-Autor.

(Quelle: Old Man Hawkeye 2 (von 2): Das Vermächtnis, Panini Comics)

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 05.05.2020
Originalausgaben: Old Man Quill 7-12
Seitenzahl: 140
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)