Review

Neues Spiel, neues Glück. Mit dem Nachfolger des Mangas „Ousama Game“ wird mit dem zweiten Band von „Ousama Game Extreme“ die nächste Runde eingeläutet. Bisher ging es mit der Reihe reichlich mühsam voran und so wirklich begonnen hat das tödliche SMS-Spiel leider noch nicht. Das wird sich aber mit diesem Band hoffentlich ändern.

Mehr oder weniger. Zwar kommen die Protagonisten nicht darum herum, unfreiwillig an dem Spiel weiter teilzunehmen, aber mit der zweiten Ausgabe wird der Leser mehr an den Ursprung des Ousama Games herangeführt.

Nobuaki ist sich sicher, alle Antworten in einem von der Welt abgeschiedenen Dorf zu finden. Dieses Vorhaben gestaltet sich allerdings schwieriger als gedacht, zumal seine Klassenkameraden sich immer noch gegen ihn stellen.

Der vorherige Band glänzte ja mit Charakteren, für die man alles andere als Empathie empfinden konnte. Und auch in Band 2 wird sich das nicht ändern. Vor allem wenn sich Nobuakis Mitschülerin Natsuko von einer Sekunde auf die andere von einem liebenswerten Mädchen in eine komplette Soziopathin verwandelt. Wurde sie von etwas besessen? Ist das einfach ihr wahres Ich? Wir werden es wohl erst in den folgenden Ausgaben erfahren. Bis dahin bleibt sie ein zwanghaft eingebundenes Mittel zum Zweck, dem Spiel eine neue Ebene zu verleihen.

Wie schon im Review zu Band 1 erwähnt, muss man für sich selbst entscheiden, ob man diesen poppigeren Stil mit dem düsteren Thema von „Ousama Game“ gleichsetzen kann. Allerdings kann man sich durchaus an die Zeichnungen gewöhnen. Die Gore-Szenen sind einfach nur klasse, das Gleiche gilt allerdings nicht unbedingt für die Darstellungen, die den Charakteren jegliche Psyche entziehen sollen. Manchmal wirken sie viel zu albern, dazu muss man fairerweise sagen, dass sich dem Leser, wenn sie richtig rüberkommen, schon die Nackenhaare aufstellen. Vermeidbare Defizite, aber zum großen Teil effektiv und nett anzusehen. Schade nur, dass man dafür erst bis zum Erscheinen des zweiten Bandes warten musste.

Dennoch ist an „Ousama Game Extreme Band 2“ nicht alles schlecht. Deutlicher Sympathieträger Nobuaki bietet interessante Ansätze (beispielsweise seine familiären Verhältnisse) weitab von dem grausamen Schauspiel, welches sich zeitgleich abspielt. Die wenigen Seiten, die zeigen, wie seine Mutter scheinbar wissend jeden Abend auf ihn wartet, sind für einen kurzen Moment viel schlimmer, als alles bisher Geschehene.

Im Vergleich zum ersten Band schneidet „Ousama Game Extreme 2“ besser ab. Die Figuren sind zwar immer noch belanglos und auch der Plot erscheint konzeptlos und verwirrend, aber mit Zeichnungen und ein paar Beteiligten, die ihren menschlichen Verstand anscheinend noch nicht verloren haben, wirkt alles etwas ansprechender. Alle, die die Reihe angefangen haben, müssen wohl oder übel weitermachen, wenn sie wirklich wissen wollen, wie es weitergeht. Der relativ wilde Tanz wird mit Band 2 dann doch etwas erleichtert.

Handlung

Nach dem großen Erfolg des japanischen Suspense-Thrillers „OUSAMA GAME – Spiel oder stirb!“ kommt nun auch dessen Folgeserie nach Deutschland. In OUSAMA GAME EXTREME erhalten die Teilnehmer jede Nacht eine neue, potenziell tödliche Herausforderung per SMS. Wer sich der Aufgabe nicht binnen der nächsten 24 Stunden stellt, hat verloren und soll sterben… Die von Nobuaki Kanazawa geschriebene Story wird zeichnerisch diesmal von Renji Kuriyama umgesetzt. Ein echter Page Turner, der der ersten Serie in nichts nachsteht!

(Quelle: Carlsen Verlag)

Details

Format: Taschenbuch
Veröffentlichung: 28.10.2015
Seitenzahl: 160
ISBN: 978-3-551-75377-9
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Carlsen Verlag

Copyright Cover: Carlsen Verlag



Über den Autor

Christopher