Review

Es folgt der Nachfolger der Thriller-Reihe „Ousama Game – Spiel oder Stirb“; erneut inszeniert von Nobuaki Kanazawa, dieses Mal jedoch mit dem netten Zusatz „Extreme“ – die Erwartungen sind also entsprechend hoch. Unter anderem weil bereits der Originaltitel mit dem Thema eines Spiels, das Jugendlichen mittels ihrer Handys eine bestimme Aufgabe stellt, die diese zu erfüllen haben, wenn sie nicht sterben wollen, eine Menge Thriller und Horror in sich vereinte.

Nobuaki Kanazawa (der Protagonist und nicht der Autor) besucht, nachdem er als einziger Überlebender des ersten Ousama Games hervorgegangen ist, eine neue Schule. Obwohl seine neuen Mitschüler versuchen, ihn in die Klassengemeinschaft zu integrieren, reagiert Nobuaki abweisend ihnen gegenüber. Allerdings nur aus Angst, durch seine Anwesenheit unschuldige Menschen zu gefährden, bis er auf sein Handy eine nur zu gut bekannte Nachricht erhält …

Zunächst einmal sei gesagt, dass die Verantwortung der visuellen Darstellung abgegeben wurde. Renji Kriyama springt für „Ousama Game Extreme“ nun als Zeichner ein und hier zeigt sich schon das erste Problem. Nicht dass der Stil schlecht oder amateurhaft wäre, er verfolgt nur mehr die Richtung der poppigeren Mangakultur. Wirft man einen Blick auf das Cover des fünften Bandes von „Ousama Game – Spiel oder Stirb“, welches puren Terror ausstrahlte, sieht man gleich, was gemeint ist. Dieser fröhliche Stil passt manchmal einfach nicht zu dem düsteren Thema der Serie.

Was aber nicht heißen soll, dass hier nicht doch ein paar nette explizite Szenen zustande kommen. Optisch zwar keine Innovationen, aber die dramatischen Gesichtsausdrücke und abstrakten Interpretationen erfüllen ihren Zweck. Genau so verhält es sich mit der Portion Gore, die in den Manga hineingeworfen wurde. Auch wenn man sich diesbezüglich quantitativ noch zurückhält.

Mit der neuen Reihe muss man auch den Sprung von einer bekannten Umgebung in eine neue schaffen, um möglichst effektiv an den vorherigen roten Faden anschließen zu können – was hier semi-gut funktioniert. Bis auf wenige Ausnahmen ändert auch ein buntes Sportfest der Schule nichts daran, dass die Figuren den Charakter eines Papptellers aufweisen. Es ist zwar die erste Folge, aber das klappte im Vorgänger deutlich besser und man bekam schneller einen Bezug zu den Jugendlichen. Hängt vielleicht auch mit der gezwungenen Schnelligkeit zusammen, mit der der Plot abgearbeitet wird, um möglichst zügig zum Ousama-Spiel zu kommen. Aber Hauptsache dem Leser noch die Charaktere aufzwingen.

Wenn es dann zum Kern der Sache kommt, dem Ousama Game, so erwartet man abermals simple Psycho-Spiele, aber vielleicht sogar auch neue Ansätze. Stattdessen bekommen die Schüler erst mal einen Haufen pubertärer Befehle aufgedrückt. Schlüpfrigkeit ist keine schlechte Sache, zumal die Aufgaben dann auf eine moralische Ebene gehoben werden, allerdings fühlt es sich zwanghaft nach der Suche nach Kontroversen an. Neue Elemente des Spiels glänzen dazu noch mit Abwesenheit, denn gleich nachdem es so richtig losgeht, endet der Manga.

Die neue Serie „Ousama Game Extreme“ tröpfelt merklich nur so dahin. Es wird einem hier nichts Halbes und nichts Ganzes geboten. Natürlich sollte man nicht immer alles mit dem Ursprungsmaterial vergleichen, aber Band eins bietet einfach zu wenig, um in die bestehenden Fußstapfen treten zu können. Interessant wird es auch erst gegen Ende, sodass man den Einführungsteil ruhig auf ein paar Seiten weniger hätte begrenzen können. Erst mit dem zweiten Band wird man sehen, ob sich „Ousama Game Extreme“ bewähren wird. Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Serie entwickelt.

Handlung

Nach dem großen Erfolg des japanischen Suspense-Thrillers „OUSAMA GAME – Spiel oder stirb!“ kommt nun auch dessen Folgeserie nach Deutschland. In OUSAMA GAME EXTREME erhalten die Teilnehmer jede Nacht eine neue, potenziell tödliche Herausforderung per SMS. Wer sich der Aufgabe nicht binnen der nächsten 24 Stunden stellt, hat verloren und soll sterben… Die von Nobuaki Kanazawa geschriebene Story wird zeichnerisch diesmal von Renji Kuriyama umgesetzt. Ein echter Page Turner, der der ersten Serie in nichts nachsteht!

(Quelle: Carlsen Verlag)

Details

Format: Taschenbuch
Veröffentlichung: 28.07.2015
Seitenzahl: 176
ISBN: 978-3-551-75376-2
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Carlsen Verlag

Copyright Cover: Carlsen Verlag



Über den Autor

Christopher