Review

KIMOTA! BOOM! Es tut mir schrecklich leid. Ich hatte wirklich großen Respekt vor diesem Review. Immerhin geht es um Miracleman in seiner Erstveröffentlichung in Deutschland. Viele Fragen beschäftigen einen diesbezüglich. Wer ist Miracleman? Warum kommen wir erst jetzt in den Genuss dieses Glanzstücks von Alan Moore?

Anfang der 1980 Jahre war Miracleman die britische Antwort auf den klassischen US-Superhelden und er schlug ein wie eine Bombe. Weshalb also der Release im Jahre 2014?
Leider geht es hier zum Großteil um Lizenzansprüche, weshalb wir erst jetzt an das Material kommen. Früher Marvelman, handelt es sich nun um Miracleman. Um die gesamte Hintergrundstory aufzurollen, würden wir Tage hier sitzen. Bleibt somit nur noch die Frage, ob diese alten Kamellen noch zünden?
Sind wir ehrlich, es gibt zig Superhelden, Superfrauen und Superwesen. Wir kennen sie alle und lieben sie sogleich, doch Miracleman soll jetzt der große Shit sein?
Damals vor 30 Jahren war es das, denn wie eingangs erwähnt, war er die britische Antwort auf alles Bekannte.

Ein normaler Journalist, der auf den Namen Michael Moran hört. Klingt im ersten Moment nach Clark Kent, jedoch geht es Michael richtig mies. Ihn plagen Albträume. Immer wieder durchlebt er Geschichten, die er nicht zuordnen kann. Aber der Reihe nach.

„Miracleman – Der Traum vom Fliegen“ beinhaltet „The Invaders from the Future“, „A Dream of Flying“,“Cold War, Cold Warrior / Ghost Dance“ und „The Yesterday Gambit“. Die Storys sind fortlaufend und verbinden sich gut. Witzig ist der Prolog, denn der geht „back to the roots“ und sieht richtig schön trashig aus. In diesem Zusammenhang stellt Alan Moore gleich mal die ganze Miracle-Familie vor. Dazu zählen Kid Miracleman und Young Miracleman, die ebenfalls durch den Ausspruch eines bestimmten Wortes ihre Fähigkeiten erhalten. Zugegeben, der Anfang ist recht plump und naja, etwas einfach. Viel Hirnmasse benötigt das nicht, aber immerhin ist es unterhaltsam.

Sobald es in das Jahr 1982 geht, werden die Zeichnungen härter und erwachsener. Die Neuauflage hat sich in diesem Fall wirklich gelohnt. Die Zeichnungen sind grandios. Die Farben sind ziemlich düster, was zur Hintergrundstory genau passt.

In „A Dream of Flying“ begrüßt uns zudem ein nackter Popo. Der gehört Liz, der Freundin von Mike. Die beiden führen eine recht entspannte, hippieartige Beziehung. Fühlt euch zurückversetzt in eure Jugend. Nebenher muss Mike aber noch arbeiten. Als Journalist kämpft er sich so durch, denn er übernimmt nur Gelegenheitsjobs in der Redaktion. An diesem Tag soll aber alles anders werden. Durch einen Zufall wird er Teil eines geplanten Raubzuges, der direkt vor seiner Nase stattfindet. In großer Not können Menschen Berge versetzen. In diesem Fall kommen ihm die Buchstaben über die Lippen, die ihn zu dem machen, was seiner zweiten Identität entspricht: KIMOTA! Er erinnert sich, Miracleman spricht aus ihm. Die Legende ist zurück, doch etwas plagt ihn. Die Erinnerungen kommen zurück und er erklärt sich vor Liz. Die kann das natürlich nicht glauben und fragt ihn aus. Alles ist neu für die beiden.

Zudem stellt sich heraus, dass er nicht allein ist. Doch die Zeiten haben sich geändert und aus Freunden könnten in der Zwischenzeit auch schon mal Feinde geworden sein … Doch das lest ihr lieber selbst noch einmal nach.

Alan Moore (Copyright: Murdo Macleod)

Alan Moore (Copyright: Murdo Macleod)

Eins sei nur gesagt, die Auseinandersetzungen in diesem Sonderband sind super dargestellt und gehen richtig an die Nieren. Immer wieder fragt man sich, warum es nun so kommt, wie es gerade kommt. Zudem verliert sich Miracleman immer und immer wieder in Selbstmitleid. Die nachdenkliche Seite verlässt ihn nicht. Es ist hart, ihm dabei zuzusehen, aber dennoch interessant, was daraus für eine Kraft entsteht. Im Grunde ist Miracleman damit beschäftigt, seine Vergangenheit aufzuarbeiten, und trifft hierbei auch verschiedenste Charaktere, die ihm helfen oder ihm das Leben schwerer machen.

Fazit: Ein Muss für Comicfans. Wer die Blockbuster aus den USA liebt, der wird sich auch in Miracleman zurechtfinden. Gedanklich etwas anspruchsvoller kann diese Reihe auf ganzer Linie überzeugen. Ob Bild oder Text, beides ist auf hohem Niveau und nicht unbedingt etwas für die Mittagspause. Zudem ist die Qualität des Bandes grandios. Panini bringt die Serie im hohen Bogen nach Deutschland und macht damit alles richtig.

Inhalt

Ein verlorenes Meisterwerk wird neu entdeckt!
Anfang der 1980er Jahre nutzte einer der wichtigsten Comic-Autoren der Moderne den britischen Helden Miracleman, um den Archetyp des US-Superhelden in die Gegenwart zu katapultieren. Jetzt erscheint der Meilenstein des Heldencomics endlich auch als Softcover auf Deutsch!

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Alan Moore (geboren am 18. November 1953 in Northampton, Northamptonshire, England) ist ein britischer Schriftsteller und Autor von Comics.

(Quelle: Wikipedia)

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 14.10.2014
Originalausgaben: Miracleman (2014) 1-4
Seitenzahl: 148
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics / Marvel Comics

Copyright Cover: Panini Comics / Marvel Comics



Über den Autor

Marcus
Marcus