Review

Wünsch dir was

Die junge Nene Yashiro geht in die Oberstufe der Kamome Akademie. Um diese Schule ranken sich etliche Mythen und Mysterien, insbesondere die geheimnisumwobenen sieben Legenden. Die siebte und letzte dieser Legenden ist die von Hanako vom Mädchenklo.

Wer die Mädchentoilette der Akademie aufsucht, dreimal an die Kabine klopft und Hanako herbeiruft, der darf sich etwas wünschen. Nene möchte sich diese Chance nicht nehmen lassen. Der Junge, in den sie verliebt ist, der möge sich auch in sie verlieben. Die Dienste von Hanako in Anspruch zu nehmen, hat jedoch seinen Preis. Denn der Geist in der Gestalt eines jungen Mannes ist auf der Suche nach einer tatkräftigen Assistentin.

Genre-Zwitter

Mit „Mein Schulgeist Hanako 1“ haben wir nach einiger Zeit mal wieder einen Manga aus dem Cross Cult-Imprint Manga Cult im Programm (zuvor z.B. „Green Worldz 3“, „Aposimz – Land der Puppen 1“).

Nach dem Klappentext zu urteilen, sollen mit diesem Buch von Iro Aida, also dem kreativen Team aus Autor Iro sowie Zeichner Aida, durchaus verschiedene Zielgruppen angesprochen werden. Das Ganze ist auf den ersten Blick eine Art Mixtur aus Romantic-Grusel-Fantasy-Manga mit einer ordentlichen Prise Coming of Age.

Protagonistin Nene Yashiro ist dabei eigentlich eine typische Teenagerin – stets auf der Suche nach der großen Liebe. Von Hanako wird ihre Sehnsucht nach einem festen Freund allerdings als die bloße Sehnsucht nach Anerkennung, Geborgenheit und Nähe entlarvt. Der Wunsch nach einer Beziehung ist im Prinzip der verzweifelte Versuch, das eigene Selbstbewusstsein zu stärken. In diesem Zusammenhang verspielt der Manga indessen die Chance, jungen Menschen – auf gewitzte Art – Hinweise für das Erwachsenwerden und die Selbstfindung mitzugeben. Dafür bleibt das alles zu oberflächlich.

Leseprobe aus „Mein Schulgeist Hanako 1“. (Copyright: Manga Cult)

Die Gruselelemente der Geschichte werden bloß sehr dosiert eingesetzt. So lässt sich am Ende der Lektüre nur bedingt von einer echten „Geistergeschichte“ sprechen. Ja, es ist eine Geschichte. Und ja, es kommt auch ein Geist darin vor. Es ist dennoch überwiegend keine echte Gruselgeschichte, sondern die Geschichte einer jungen Frau, die unglücklich verliebt und noch dazu ein wenig einfältig ist.

Die Zeichnungen sind gelungen, die Figuren sind allesamt recht putzig inszeniert und das Charakterdesign ist ansprechend.

Fazit

Am Ende von Buch 1 ergibt sich noch kein abschließendes Bild, in welche Richtung sich die Geschichte um Nene und Hanako entwickeln wird. Bislang ist sie meines Erachtens eher dem Genre der Romantic zuzuordnen als dem Horror- oder Grusel-Spektrum.

Die Charaktere könnten noch etwas stärker herausgearbeitet und gerade die Heldin der Geschichte weniger naiv und dafür selbstbewusster sein. So dürfte bei jungen Mädchen eher der Wunsch aufkommen, diese in den Arm zu nehmen, als sie als Vorbild zu betrachten.


Mein Schulgeist Hanako 1

Inhalt

Sieben geheimnisumwobene Legenden ranken sich um die Kamome Akademie. Im alten Schulgebäude soll es spuken. Und wer auf der Mädchentoilette im dritten Stock den Geist der jungen Hanako beschwört, darf sich etwas wünschen …

Nene Yashiro liebt Geistergeschichten. Und sie ist unglücklich verliebt. Ein bisschen übernatürliche Hilfe schadet da sicher nicht! Doch es hüte sich, wer alten Legenden nachgeht … Denn Hanako ist ein Junge. Und auf der Suche nach einer Assistentin.

(Quelle: Manga Cult)

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 06.08.2020
Seitenzahl: 172
ISBN: 978-3-964333-13-1
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Cross Cult

Copyright Cover: Manga Cult



Über den Autor

Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)