Review

So langsam bringen die Brüder Luke und Brad Burns ihre Reise zu Ende. Momentan noch an einen Baum gefesselt, aber dadurch nicht mit weniger Feuer im Bauch sind sie ihrem Ziel sichtbar nahegekommen: Edward King, ihrem Vater.
Für den letzten Teil der „Green Blood“-Reihe lässt es Masasumi Kakizaki noch einmal krachen und bindet in seinen Action-Manga viele Charaktere ein.

Zunächst einmal wirkt es frisch, dass man zu Beginn die Ureinwohner Amerikas in Aktion erleben darf. Auch wenn dieser Auftritt nur für ein paar Seiten währt, wird er nicht mit zu überzogenen Klischees heruntergespielt. Dennoch bleibt kurz immer noch kurz und es ist schade, dass die Figuren nicht weiter in den Plot integriert werden.

Daraus ergibt sich ein allgemeiner Kritikpunkt: Die Story und ihre Szenen sind sehr stark zusammengedrückt, um möglichst viele Charaktere aufeinandertreffen zu lassen, viel Gewalt zuzulassen und natürlich, um schnell zum finalen Höhepunkt zu kommen. Dadurch fühlen sich längere Zeitsprünge nicht wie solche an und Duelle enden viel zu schnell.

Aber die Optik entschädigt wieder einmal für alles. Um nur ganz kurz darauf einzugehen, da in den vorherigen Reviews dieser Punkt ja schon zu genüge abgearbeitet wurde: Es herrscht eine drückende Stimmung durch die Schwarz-Weiß-Darstellung und man weicht auch im fünften Band nicht weit hiervon ab. Generell sind die Seiten immer schön gefüllt, sodass durch die Liebe zum Detail der Fokus wirklich vollkommen auf den Panels liegt.

Auch Edward Kings Handlanger bekommen mehr oder weniger ihren Auftritt und so sehen sich die Gebrüder Burns mehr hartnäckigen Gegnern gegenüber. Dies endet in verschiedenen Auseinandersetzungen, die sich den Charakteren entsprechend jeweils anders gestalten (beispielsweise Mann gegen Mann oder ein Kampf auf Distanz).

In dem Moment, in dem man merkt, dass einem die beiden Protagonisten wirklich ans Herz gewachsen sind, ist der Manga auch schon vorbei. Hier bleibt aber keine Leere im Leser zurück, sondern die Gewissheit, buchstäblich mit aufgesattelt und losgeritten zu sein.

Im Großen und Ganzen konnte die Serie „Green Blood“ auf ganzer Länge punkten. Klar herrschte ab und zu Flaute und besonders das deutsche Lettering, welches den Szenen oft den Effekt raubte, hätte man wohl anders gestalten oder ganz weglassen können, dennoch spiegelte der Manga die düstere Zeit des Wilden Westens wider, ohne sich vieler Klischees aus Filmen zu bedienen. Zeichnerisch mit ausdrucksstarker Durchschlagskraft transportiert Kakizaki auch noch die Story sehr gut an die Leser. Hier hat man sein Geld nicht nur in einen actiongeladenen Manga, sondern auch in eine Menge Qualität angelegt.

Wer also auf ein wenig historisches Flair steht und auch rohe Gewalt nicht unbedingt verabscheut, der sollte „Green Blood“ eine Chance geben. Treue Anhänger bekommen hier einen mehr als zufriedenstellenden letzten Band.

Handlung

Das Ende des Bürgerkriegs ist gleichzeitig der Beginn der industriellen Revolution in den USA. Einwanderer aus aller Welt strömen auf den neuen Kontinent in der Hoffnung, ihren Amerikanischen Traum zu finden. Doch die meisten erwarten nur Armut und Diskriminierung …
Die Five Points in New York werden als der schlimmste Slum der Welt bezeichnet. Raub, Prostitution und Mord sind an der Tagesordnung. Luke Burns tut sein Bestes, in dieser Hölle zu überleben. Sein älterer Bruder Brad ist ein berüchtigter Auftragskiller der größten Gang, der „Grave Diggers“, was er vor Luke aber geheim hält.
Irgendwann geraten die Bandenkämpfe außer Kontrolle …

(Quelle: Carlsen Verlag)

Autor

Manga Autor Masasumi Kakizaki wurde am 18.Mai 1978 in Mombetsu, Hokkaido, Japan geboren.

Details

Format: Taschenbuch
Veröffentlichung: 26.01.2016
Seitenzahl: 240
ISBN: 978-3-551-77579-5
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Carlsen Verlag

Copyright Cover: Carlsen Verlag



Über den Autor

Christopher