Review

Die Brüder Brad und Luke Burns ziehen in „Green Blood (Band 4)“ weiter der blutigen Schneide hinterher, die ihr Vater nach sich zieht. Doch so langsam scheinen sie ihm gefährlich nah zu kommen. Masasumi Kakizaki inszeniert für die Leser weiter seinen Manga im Western-Stil zwischen Django Unchained und Tarantino-Feeling. Außerdem gibt es in dieser Ausgabe zum ersten Mal ein Nachwort vom Autoren.

Mit „Green Blood“ geht es nun ab sofort weg von dem Assassinen-Thema hinaus in die weite Prärie. Während man die Protagonisten auf ihren Pferden durchs Niemandsland reiten sieht, gibt es sogar noch ein paar geschichtliche Hintergrundinfos zu dieser überwiegend dunklen Zeit. Mit Nummer vier geht es in dieser Richtung sogar noch etwas tiefer. Thematisiert wird die Versklavung der Schwarzen. Und das sogar ziemlich drastisch, aber wenn man es authentisch darstellen möchte, sollte man sich selbst vielleicht nicht zu enge Grenzen ziehen. Zumal es zwar auch den moralischen Faktor einbezieht, aber auch ein gutes Stilmittel ist, um neue Antagonisten einzuführen. Anders als bei Band drei, in dem die irgendwie auf einmal einfach da waren.

Deutliches Augenmerk wird hier auf Luke Burns gelegt, der nun schlussendlich dem düsteren Pfad seines Bruders gefolgt ist. Aber im Gegensatz zu ihm schafft er es immer noch, sich selbst ein wenig Menschlichkeit zu bewahren. Auch was die Handlanger vom Vater Edward King angeht, gestalten sich diese unterschiedlich. Dennoch findet man in seiner Bande keine innovativen Rollen, sondern kitschige wie beispielsweise Scharfschützen und den Mann fürs Grobe.

Wenn man sich die Reihe optisch betrachtet, fällt direkt Kakizakis Horror-Stil auf. Dabei muss es nicht mal gewalttätig zugehen, damit die Bilder viel drückende Stimmung ausstrahlen. Indem die einzelnen emotionalen Panels auf ein Minimum reduziert wurden, wirkt der gesamte vierte Band noch viel düsterer.

Bei dem ganzen Potenzial könnte man sich wundern, warum „Green Blood“ an vielen Stellen kaum Durchbrüche innerhalb des Genres bietet und sich geradlinig an die Vorlagen eines typischen Western orientiert. Allerdings hatte Kakizaki, wie im Nachwort zu lesen ist, eigentlich nichts anderes vor, da er einfach ein Fan eben jener Klischees ist. Vielleicht verleiht es der Serie noch mehr Charme, wenn man weiß, dass der Autor diese vor allem für sich selbst kreiert hat.

Bei „Green Blood“ kann man davon ausgehen, dass keine Ausgabe in irgendeiner Weise schwächelt. Auch Band 4 sorgt für Abwechslung. So liegt der Fokus nicht ausschließlich auf den beiden Brüdern. Weiterhin versteht es keiner besser als Masasumi Kakizaki, seine Story ausgezeichnet in Szene zu setzen. Meistens lässt er nur die Bilder für sich sprechen, wodurch der Lesefluss noch einmal eine Spur angenehmer abläuft. Die Spannung in der Luft fängt langsam an zu knistern …

Handlung

Das Ende des Bürgerkriegs ist gleichzeitig der Beginn der industriellen Revolution in den USA. Einwanderer aus aller Welt strömen auf den neuen Kontinent in der Hoffnung, ihren Amerikanischen Traum zu finden. Doch die meisten erwarten nur Armut und Diskriminierung …
Die Five Points in New York werden als der schlimmste Slum der Welt bezeichnet. Raub, Prostitution und Mord sind an der Tagesordnung. Luke Burns tut sein Bestes, in dieser Hölle zu überleben. Sein älterer Bruder Brad ist ein berüchtigter Auftragskiller der größten Gang, der „Grave Diggers“, was er vor Luke aber geheim hält.
Irgendwann geraten die Bandenkämpfe außer Kontrolle …

(Quelle: Carlsen Verlag)

Autor

Manga Autor Masasumi Kakizaki wurde am 18.Mai 1978 in Mombetsu, Hokkaido, Japan geboren.

Details

Format: Taschenbuch
Veröffentlichung: 29.09.2015
Seitenzahl: 208
ISBN: 978-3-551-77578-8
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Carlsen Verlag

Copyright Cover: Carlsen Verlag



Über den Autor

Christopher