Review

Der Bandenkrieg zwischen den „Grave Diggers“ und den „Iron Butterflies“ ist ausgebrochen. Und Brad Burns alias „Grim Reaper“ befindet sich mittendrin. Dabei beginnt der dritte Band von „Green Blood“ nicht direkt mit literweisem Blutvergießen, sondern mit der Ankunft von Edward King, Brads und Lukes Vater, mit dem besonders Brad noch eine offene Rechnung zu begleichen hat.

Ironischerweise treffen die drei in diesem Band eigentlich nicht aufeinander. Es ist auch so, dass es sich dieses Mal so liest, als hätte man versucht, möglichst viele neue Figuren in die Story einzustricken. Und das gelingt auch nur halbwegs, zumal die Charakterzüge bis auf eine Ausnahme äußerst vorhersehbar und flach ausfallen.

Genau so verhält es sich mit den Flashbacks, in denen beispielsweise Brads Hass auf seinen Vater erklärt wird. Weiter als über das „Rache-Thema“ hinaus kommt man hier leider nicht. Was dann auch wieder in der klassischen Antipathie gegenüber Edward King endet, dessen Person auch nicht wirklich dagegen steuert.

Woran sich allerdings nichts geändert hat, ist die klasse visuelle Umsetzung des Mangas. Ja, das wurde eigentlich auch schon oft genug im Review zu Band eins und zwei behandelt, aber dieser Teil haut für „Green Blood“ eine Menge raus. Mehr sogar, Kakizaki hat sich meiner Meinung nach noch einmal gesteigert.
Zwar folgen zwei Doppelseiten, wie die beiden Brüder ihre Reise zu Pferde fortsetzen, in kurzen Abständen hintereinander, aber ganz ehrlich: Es würde auch nach dem dritten Mal immer noch gut aussehen. Ansonsten gibt es wieder viel Licht und Schatten und ein nett anzusehendes Charakter-Design, bis auf das des neuen Antagonisten.

Natürlich musste da noch ein weiterer übermächtiger Gegner für Brad und Luke bereitstehen. Bis zu diesem Zeitpunkt unterscheidet er sich nicht von den anderen kaltblütigen Killern und auch sein Design wirkt wie eine Mischung aus vorherigen Figuren. Leider wird die Reihe dadurch noch einmal künstlich in die Länge gezogen. Etwas, was wirklich nicht nötig gewesen wäre, da „Green Blood“ eine optimale Geschwindigkeit verfolgt, wenn es darum geht, den Plot weiter aufzubauen.

Auf die Action wurde auch im dritten Band erneut viel Wert gelegt. Dieses Mal aber düsterer und atmosphärischer in Szene gesetzt, als die drastischen Ansätze, die in den Vorgängern verfolgt wurden. Das heißt zwar nicht, dass jene hier nicht vorkommen, aber die Arbeit mit beispielsweise Regen oder Perspektiven bringt mehr drückende Stimmung mit sich.

Etwas schwächer geht es also mit diesem Teil voran, der mehr wie eine Überbrückung zwischen den Schlüsselereignissen fungiert. Eine Menge neue Gesichter, die mehr oder weniger interessant sind, und Handlungen, die im Endeffekt nicht wirklich irgendwo hingeführt haben. Dennoch wird die Grausamkeit dieses Zeitalters im Plot als auch in den Zeichnungen weiter vorangetragen. Besitzer der ersten beiden Bände sind sowieso schon zu tief in dem Manga drin, als dass sie diesen auslassen könnten. Und auch wenn die Gemüter sich hiermit wieder etwas abkühlen, ist es an dieser Stelle eine Empfehlung, trotzdem zuzugreifen.

Handlung

Das Ende des Bürgerkriegs ist gleichzeitig der Beginn der industriellen Revolution in den USA. Einwanderer aus aller Welt strömen auf den neuen Kontinent in der Hoffnung, ihren Amerikanischen Traum zu finden. Doch die meisten erwarten nur Armut und Diskriminierung …
Die Five Points in New York werden als der schlimmste Slum der Welt bezeichnet. Raub, Prostitution und Mord sind an der Tagesordnung. Luke Burns tut sein Bestes, in dieser Hölle zu überleben. Sein älterer Bruder Brad ist ein berüchtigter Auftragskiller der größten Gang, der „Grave Diggers“, was er vor Luke aber geheim hält.
Irgendwann geraten die Bandenkämpfe außer Kontrolle …

(Quelle: Carlsen Verlag)

Autor

Manga Autor Masasumi Kakizaki wurde am 18.Mai 1978 in Mombetsu, Hokkaido, Japan geboren.

Details

Format: Taschenbuch
Veröffentlichung: 26.05.2014
Seitenzahl: 208
ISBN: 978-3-551-77577-1
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Carlsen Verlag

Copyright Cover: Carlsen Verlag



Über den Autor

Christopher