Review

Der Konflikt zwischen den beiden Gangs, die um die Oberhand in den Five Points kämpfen, spitzt sich immer weiter zu. Im zweiten Band zu Masasumi Kakizakis „Green Blood“ geht es nun noch einmal eine Spur härter zu. Außerdem wird das Verhältnis zwischen Luke und Brad deutlich auf die Probe gestellt, denn so langsam kommt Luke dahinter, welcher grausamen Aktivität sein großer Bruder nachts nachgeht.

Gleichzeitig erfährt man im nächsten Band ein paar Details über die Vergangenheit der Protagonisten und es kommen ein paar neue Gesichter vor. Wie es so oft in Mangas ist, deren Fokus auf Action ausgelegt ist, gehört auch in „Green Blood“ der berühmte Gegenspieler dazu. In diesem Fall ist es der Ire Raymond Fitzgerald (der nette Herr im oberen Teil des Covers), Kopf der „Iron Butterflies“. Vom Charakter her ist dieser der typische Soziopath/Psychopath. Durchaus nichts Neues, wenn man bedenkt, wie viele Antagonisten es in Mangas bzw. Animes schon gab, die Menschen umbringen und dabei nur freundlich lächeln.

Während der erste Band auf die Vorstellung der Charaktere Fokus legte und neben ein paar Brüsten nichts wirklich Kontroverses vorkam, geht es im Nachfolger deutlich blutiger vonstatten. Ok, ein paar Brüste sieht man schon noch, aber grundsätzlich steht die Action im Vordergrund. Der Pegel an Gewalt ist ein deutliches Stück angestiegen. Die Szenen sind zwar nicht so stumpf brutal wie beispielsweise in einem „Gantz“-Manga, aber dem einen oder anderen Raum wird ein neuer, roter Anstrich verpasst. Kakizaki setzt auf seine drastische Darstellung innerhalb eines Panels. So kann die physische Beeinträchtigung der Figuren gar nicht am Leser vorbeigehen.

Was die Zeichnungen angeht, hat sich auch in dieser Ausgabe nichts geändert. Wie schon bereits im Review zu Band eins angesprochen, setzt Masasumi Kakizaki seinen sterilen Stil fort und spielt weiter mit den Lichtquellen. Dieses Mal aber mit einer erhöhten Anzahl an Doppelseiten, auf denen sich einzelne Szenen in Form eines einzigen Bildes abspielen. Auch spürt man in der Feder wieder eine Menge Emotionen, seien es nun Wut oder sogar pure Gestörtheit.

Die Story gestaltet sich im weiteren Verlauf sehr vorhersehbar. Da durch den ersten Band eine Menge vorweggenommen wurde, sind viele Handlungen der Charaktere schon sofort klar und es erwarten den Leser keine Überraschungen mehr. Weil auch der Kampf zwischen Brad und Ray den Großteil der Seiten einnimmt, bleibt leider nicht mehr viel Platz für weitere Handlungsstränge.

Doch es bleibt bei diesem einzigen Kritikpunkt. Die Inszenierung ist Kakizaki wieder einmal gelungen. Die Schauplätze wirken authentisch und sein Stil sorgt für eine drückende Stimmung, die sich durch den gesamten Manga zieht. Auch gibt es wieder mehr Action und Intrigen, die das Ganze wieder ein Stück weiter eskalieren lassen. Brads Rachefeldzug durch die Reihen der „Iron Butterflies“ hätte ich mir persönlich etwas detaillierter gewünscht, aber dann wäre „Green Blood“ wohl zu sehr in die Gore-Ecke gerutscht und das würde die Illusion der Serie zerstören.

Wer mit Band 1 zufrieden war, darf die Reihe getrost mit diesem Band weiterführen. Außerdem darf man gespannt sein, wie es im nächsten Teil weitergeht, da sich am Schluss noch ein wichtiges Detail offenbart …

Handlung

Das Ende des Bürgerkriegs ist gleichzeitig der Beginn der industriellen Revolution in den USA. Einwanderer aus aller Welt strömen auf den neuen Kontinent in der Hoffnung, ihren Amerikanischen Traum zu finden. Doch die meisten erwarten nur Armut und Diskriminierung …
Die Five Points in New York werden als der schlimmste Slum der Welt bezeichnet. Raub, Prostitution und Mord sind an der Tagesordnung. Luke Burns tut sein Bestes, in dieser Hölle zu überleben. Sein älterer Bruder Brad ist ein berüchtigter Auftragskiller der größten Gang, der „Grave Diggers“, was er vor Luke aber geheim hält.
Irgendwann geraten die Bandenkämpfe außer Kontrolle …

(Quelle: Carlsen Verlag)

Autor

Manga Autor Masasumi Kakizaki wurde am 18.Mai 1978 in Mombetsu, Hokkaido, Japan geboren.

Details

Format: Taschenbuch
Veröffentlichung: 25.11.2014
Seitenzahl: 192
ISBN: 978-3-551-77576-4
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Carlsen Verlag

Copyright Cover: Carlsen Verlag



Über den Autor

Christopher