Review

Markus Heitz blickt als Autor inzwischen auf eine Reihe Veröffentlichungen zurück, für die er auch schon einige Erfolge und Auszeichnungen einheimsen konnte und mit denen er sich in unterschiedlichen Genres wie dem Fantasy- oder Thriller-Bereich austobt. Als Herausforderung an sich selber kann man den Versuch werten, den der Autor mit „Exkarnation – Krieg der alten Seelen“ unternommen hat und der in „Exkarnation – Seelensterben“ seine Fortsetzung findet, denn von seinen Romanen „Ritus“ und „Blutportale“ über „Judastöchter“ und „Oneiros“ bis hin zu „Totenblick“ spannt Heitz in den beiden Teilen von „Exkarnation“ einen Bogen, der den Leser auf viele bekannte Figuren treffen lässt und deren unterschiedliche Geschichten hier miteinander verbunden werden, um etwas Neues entstehen zu lassen. Horror, Thriller und Urban Fantasy treffen damit aufeinander.

Im Mittelpunkt von „Exkarnation“ stehen jedoch nicht nur eine Auswahl der von Heitz-Fans bestens bekannten Charaktere, die es zuweilen gerade Neulingen, die mit den Universen des Autors bislang nicht in Verbindung gekommen sind, schwer machen, ihre Handlungen, Hintergründe und Zusammenhänge nachzuvollziehen, sondern auch und vor allem die Vorstellung der Seelenwanderung. Und das Rätsel um ebenjene Seelenwanderer soll mit „Exkarnation – Seelensterben“ nun gelöst werden. Wenn man Heitz aber kennt, weiß man, dass das Finale so final gar nicht ausfällt, denn der Autor lässt sich und seinen Lesern trotz geklärter offener Fragen und akzeptablem Ende genug Spielraum, um seine (nach zahlreichen Verlusten binnen der beiden Bände noch übrig gebliebenen) Figuren und die Welt zu einem späteren Zeitpunkt erneut ins Chaos zu stürzen.

Bis dahin kann man sich die Zeit mit „Exkarnation – Seelensterben“ vertreiben, dem zusätzlich die Kurzgeschichte „Exemplum“ (bereits veröffentlicht in der Anthologie „Aus dunklen Federn“) angehängt wurde, die auf Großes in Sachen Schatten und Spiegelbilder hoffen lässt. Und gestorben wird hier ausreichend.

Pendelnd zwischen den Hauptschauplätzen Leipzig, Wien und Québec – und darüber hinaus noch an weitere düstere bzw. mystische Orte führend – platziert Heitz seine Fantasy in eine authentisch gezeichnete Kulisse, die durch ausführliche Beschreibungen bereits Dagewesene wiedererkennen oder Interessierte realitätsbezogen entdecken lässt. Dazu bedarf es recht wenig Vorstellungskraft, denn Heitz spart nicht an Details, die das jeweilige Lokalkolorit unterstreichen.

Markus Heitz (Copyright: FinePic, München)

Markus Heitz (Copyright: FinePic, München)

Ebenso mangelt es im vorliegenden Werk nicht an Spannung, denn obschon sich der „Showdown“ teils ein wenig in die Länge zieht, sorgen immer wieder kleine Puzzlestücke, Wendungen und Aha-Erlebnisse dafür, dass die Leserschaft am Ball bleibt, um allen bisherigen Ungereimtheiten auf die Schliche zu kommen. Das Geflecht aus komplexer werdenden Handlungszusammenhängen verdichtet sich, ohne dass Heitz oder seine Leser den Faden verlieren. Ratsam ist es natürlich dennoch, den Vorgängertitel gelesen zu haben, andernfalls wird es schwierig, Zugang zu „Exkarnation – Seelensterben“ zu finden.

Wer jedoch bereits Gefallen am ersten Band gefunden hat, der wird auch mit dem zweiten Teil auf seine Kosten kommen.

Inhalt

Das dunkle Finale: 
Das Rätsel der Seelenwanderer steht vor seiner Auflösung.

Eine Seelenwanderin auf der Jagd nach einem skrupellosen Entführer.
Eine uralte Vampirin auf einer Rettungsmission, die sie an Orte führt, von denen es kaum ein Entkommen gibt.
Ein Mann ohne Gedächtnis, der versucht, die Schuldigen zu finden.
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich die Wege dieser drei kreuzen …

(Quelle: Knaur Verlag)

Autor

Markus Heitz, geboren 1971, studierte Germanistik und Geschichte. Kein anderer Autor wurde so oft wie er mit dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet, weshalb er zu Recht als Großmeister der deutschen Fantasy gilt. Mit der Bestsellerserie um „Die Zwerge“ drückte er der klassischen Fantasy seinen Stempel auf und eroberte mit seinen Werwolf- und Vampirthrillern auch die Urban Fantasy. Markus Heitz lebt in Homburg.

(Quelle: Knaur Verlag)

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Details

Format: Quality Paperback
Vö-Datum: 03.08.2015
Seitenzahl: 656
ISBN: 978-3-426-50593-9
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Knaur Verlag

Copyright Cover: Knaur Verlag



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde