Review

In seinem Roman „AERA“ blickt Markus Heitz in das Jahr 2019 und erschafft damit zwar keinen neuen Fantasy-Kosmos, dafür aber nicht weniger als eine neue Weltordnung. Im Zuge dessen lässt er diverse Götter auf die Erde zurückkehren und platziert inmitten dieser religiösen Vielfalt seinen Protagonisten, den Atheisten und Interpol-Ermittler Malleus Bourreau.

Als eine Art neumodischer lonesome Cowboy und mit eigenwilligen Ermittlungsmethoden stellt er sich furchtlos sowohl den Menschen als auch den Gottheiten. Zugegeben, ein wenig klischiert und überzeichnet, aber effektiv gewinnt er dadurch die Sympathien der Leser. Und wenn schon Klischees zum Zuge kommen, dann darf auch eine mysteriöse Vergangenheit der Figur nicht fehlen, die nach und nach von Autor Markus Heitz aufgedeckt wird und dem Charakter eine Spur Emotionalität verleiht.

Während der Protagonist zunehmend an Profil gewinnt, kommen die Götter im Laufe des Romans ein wenig zu kurz. Immer wieder stößt man beispielsweise auf kleine Eskapaden eines Loki, insgesamt verlegt sich der Schwerpunkt der Handlung jedoch auf den integrierten „Kriminalfall“, der von weltweit verschwundenen religiösen Artefakten erzählt. Diebstahl, Morde ein wenig Göttliches und der Hauch von Thrill liegen fortan in der Luft, lenken die Geschichte in die ihr vorbestimmte Richtung und führen die Figuren an wechselnde Schauplätze. Das bringt Abwechslung und ruft zudem eine Vielzahl an neuen Nebenfiguren auf den Plan. In diesem gesteckten Plotrahmen sind die rückgekehrten Götter zwar präsent, gehen jedoch etwas verloren – zumindest wenn man derart neugierig auf sie gemacht wurde, wie Heitz es in seiner Einleitung getan hat.

Denn dass „Die Rückkehr der Götter“ als Idee bereits das Potenzial gehabt hätte, auch ohne hinzukommenden Krimi- und Thriller-Faktor den Roman über zu bestehen, zeigt bereits der gelungene Prolog von „AERA“.
In witzig-unterhaltsamer Mischung aus Terra-X und GEO-Report angelegt, führt eine „Ratgeber-Serie“ in die Welt der Götter ein. Rückblickend auf die Anfänge, die vom ersten Auftreten der Götter zeugen, und mit exklusivem „histo-Content“ bestückt macht die Einleitung des Buches bereits Lust auf mehr.

Markus Heitz (Copyright: FinePic, München)

Markus Heitz (Copyright: FinePic, München)

Um Komplexität und Detailreichtum bemüht finden immer mehr Details und Ideen Eingang in den Roman. Markus Heitz hat klare Vorstellungen von seinem Werk und das wird auch beim Lesen ersichtlich. Nicht immer gelingt es jedoch, das Maß an Input miteinander zu kombinieren oder zu plausiblen Schlüssen zu führen.
So ist vor allem das Ende von „AERA“ zwar grob abgeschlossen, lässt zugleich aber dennoch derart viel offen, dass eine Fortsetzung nicht nur offensichtlich, sondern für neugewonnene „AERA“-Fans unumgänglich ist.

Trailer

Inhalt

Im Jahr 2019 herrscht eine neue Weltordnung: Die Götter kehren auf die Erde zurück. Alle Götter – bis auf einen. Während Odin, Zeus, Manitu, Anubis, Shiva und Co. sich ihre alten Kultstätten zurückholen und ihre Anhänger um sich scharen, warten Christen, Moslems und Juden vergeblich.
Interpol-Ermittler Malleus Bourreau ist Atheist geblieben in dieser Welt voller Götter. Er ist gut in seinem Job, denn er hat keinen Respekt, weder vor Menschen noch vor Göttern. Sein aktueller Fall fordert ihn allerdings: Auf der ganzen Welt verschwinden religiöse Artefakte aus den verschiedensten Kulturen, und die Diebe gehen dabei buchstäblich über Leichen. Und das ist nicht das einzige Rätsel, das es zu lösen gilt.

(Quelle: Knaur Verlag)

Autor

Markus Heitz, geboren 1971, studierte Germanistik und Geschichte. Kein anderer Autor wurde so oft wie er mit dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet, weshalb er zu Recht als Großmeister der deutschen Fantasy gilt. Mit der Bestsellerserie um „Die Zwerge“ drückte er der klassischen Fantasy seinen Stempel auf und eroberte mit seinen Werwolf- und Vampirthrillern auch die Urban Fantasy. Markus Heitz lebt in Homburg.

(Quelle: Knaur Verlag)

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Details

Format: Taschenbuch
Vö-Datum: 02.11.2015
Seitenzahl: 784
ISBN: 978-3-426-51861-8
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Knaur Verlag

Copyright Cover: Knaur Verlag



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde