Review

Bei „Mark Brandis“ handelt es sich neben „Perry Rhodan“ um eine der beliebtesten deutschen Science-Fiction Serien.
Nach den Büchern von Nikolai von Michalewsky wurde bereits eine umfangreiche Hörspielreihe produziert, die mittlerweile eine große Fanbase aufgebaut hat. Dies liegt sicherlich vor allem daran, dass bei Mark Brandis der Mensch im Zentrum steht und Michalewsky vor allem Umwelt- und soziologische Probleme in seinen Geschichten anspricht, die aktueller sind denn je.

Daher ist es wenig überraschend, dass der Publisher Folgenreich mit „Mark Brandis – Raumkadett“ eine Art Spin-Off produziert hat, das sich als eigene Serie etablieren soll. In dieser geht es um die Jugend von Mark Brandis und der Hörer erfährt, warum Brandis überhaupt zum Weltraumpiloten geworden ist.

Dabei gibt es aus technischer Sicht keinerlei Grund zur Beschwerde, denn „Mark Brandis – Raumkadett“ macht alles richtig.

Nikolai von Michalewsky (Copyright: Nikolai von Michalewsky)

Nikolai von Michalewsky (Copyright: Nikolai von Michalewsky)

Da wären zunächst einmal die Sprecher, die allesamt Profis sind und ihren Rollen authentisch Leben einhauchen. Es macht wirklich Spaß ihnen zuzuhören und man bekommt sofort Bilder der Figuren vor dem geistigen Auge.
Auch der Sprecher des „alten“ Mark Brandis konnte gewonnen werden, der in dieser Reihe immer mal wieder kleine Rückblenden erzählt, um auf die Handlung überzuleiten und dem Hörer in Erinnerung zu rufen, dass es sich ja um eine „Mark Brandis“-Reihe hat.

Auch die Soundeffekte überzeugen auf ganzer Linie. Diese sind niemals too much und werden immer im perfekten Moment gezündet. Dabei bleiben sie stets glaubwürdig und unterstützen die Dramaturgie höchst effektiv. Der stimmige Soundtrack, der nicht mehr ist als eine dezente Untermalung, rundet das Gesamtbild ab.

Doch ein kleiner, fader Beigeschmack bleibt: Irgendwie kommt „Mark Brandis – Raumkadett“ nicht wirklich an die „richtige“ Serie heran. Die Geschichte wirkt oftmals sehr aufgesetzt, wodurch man sich nicht immer mit ihr anfreunden kann, wenn man gerne die Hauptserie hört. Doch sie ist auch nicht wirklich schlecht und fügt sich gut in das „Mark Brandis“-Universum ein.

Man kann also sagen, dass „Mark Brandis – Raumkadett“ durchaus eine gelungene Ergänzung zur Hauptreihe darstellt und auch als eigenständige Reihe betrachtet durchaus funktioniert. Eingefleischte Mark Brandis Fans werden sich allerdings erst mit diesem Stoff anfreunden müssen, werden aber zumindest gut unterhalten bei diesem Versuch.

Klappentext

Endlich ist es soweit: Der junge Mark Brandis ist in den ersten Jahrgang der neuen Astronautenschule aufgenommen worden! Er freut sich darauf, neue Freunde zu finden und Abenteuer zu erleben. Doch für die neuen Kadetten wird alles anders, als sie es sich vorgestellt hatten: statt erst einmal monatelang zu büffeln, sollen sie schon am ersten Tag in den Weltraum! Und das Abenteuer kommt schneller, als sie gedacht haben…

(Quelle: Folgenreich)

Autor

Nach dem 2. Weltkrieg zieht es den jungen Nikolai von Michalewsky immer wieder nach Afrika. Er verdingt sich als Assistent auf eine Kaffeeplantage und ergreift dann die Chance, die ihm eine amerikanische Nachrichtenagentur bietet: Er geht als Berichterstatter auf den Kriegsschauplatz Algerien. In einer Reihe von Büchern schreibt er sich seine Eindrücke und Erlebnisse von der Seele.

Fast vier Jahrzehnte vergehen, bevor er, der inzwischen einer noch größeren Faszination erlegen war, in Gedanken noch einmal auf den Schwarzen Kontinent zurückkehrt. Hinter dem Titel „Keine Spuren im Sand“ steht die Erinnerung an seine Begegnung mit dem Element Sahara.

Inzwischen jedoch mit Haut und Haaren dem Element Meer verfallen, als Seefahrer und als Taucher, war er längst zum Dichter und Chronisten der Welt unter Wasser geworden. Sein Haus auf Sardinien, an dessen Fundament die Brandung rüttelt, war Ausgangspunkt zahlreicher Expeditionen.

Und um sich nicht einseitig festzurren zu lassen durch Kritik, Verleger und Marktzwänge, wechselte er seine Autorennamen so oft wie seine Boote: Victor Karelin, Nick Norden, Mark Brandis, Bo Anders.

Im Hörfunk war er bekannt dafür, dass er es verstand, komplizierte Sachverhalte fesselnd und leichtverständlich darzustellen. Zahlreiche Auszeichnungen und Preise legen davon Zeugnis ab. Und so wird schließlich die Weltgesundheitsorganisation auf ihn aufmerksam, als sie Ausschau hält nach einem Autoren für die Dokumentation ihres medizinischen Feldzuges gegen das Pockenvirus. Es entsteht das Werk, das den Siegern in Weiß das Denkmal setzt.

Auf das schweißtreibende Klima von Bangladesch folgt erneut die Kühle der See. Doch diesmal ist es eine bedrohte Meereslandschaft, zu deren Rettung Nikolai von Michalewsky in seiner Buchreihe „Grüner Auftrag für Fortuna“ aufrief.

(Quelle: Homepage von Nikolai von Michalewsky)

Serie

01 Aufbruch zu den Sternen
02 Verloren im All

Details

Format: Hörspiel
Veröffentlichung: 23.05.2014
Spielzeit: ca. 57 Minuten
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Folgenreich

Copyright Cover: Folgenreich



Über den Autor

Stefan †
Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.