Review

Mambo Kurt ist mittlerweile mehr als ein kleines Randgruppenphänomen. Spielte er vor langer Zeit noch als Ein-Mann-Band in der Show von Verona Feldbusch (jetzt Pooth), ist er nun auf den ganz großen Bühnen – vorwiegend lustigerweise auf Metal-Festivals – zu Hause und begeistert die Massen.

Dabei polarisiert er das Publikum wie kaum ein anderer Künstler. Denn seine eigenwilligen Interpretationen bekannter Titel mit der Heimorgel stoßen nicht bei jedem auf Begeisterung. Und dennoch ist er inzwischen regelmäßig auf den Main-Stages gebucht. Doch wie kam es dazu? Und stimmt es tatsächlich, dass Mambo Kurt ein „echter Arzt“ ist und bereits als Chirurg im Operationssaal stand?

Diese und andere Fragen werden in der Biografie „Heimorgel to Hell“ beantwortet.

Mambo Kurt erzählt in diesem Buch, wie er zur Musik und vor allem ausgerechnet zur Heimorgel kam und was er vorher alles gemacht hat. Man erfährt Dinge über ihn, die man nie gedacht hat (z.B. dass er auch schon einmal zum Ensemble eines anspruchsvollen Theaterstückes gehört hat) und er tratscht ein bisschen aus dem Backstage-Bereich. Dabei verrät er sowohl ein kleines Geheimnis von Iggy Pop als auch dass Ville Valo Groupies verschmäht.

„Heimorgel to Hell“ ist voll mit amüsant erzählten und durchweg spannenden Anekdoten, wobei das Leben Mambo Kurts sicherlich deutlich mehr Material hergegeben hätte, um noch weitere Seiten zu füllen. Dennoch ist „Heimorgel to Hell“ eine rundum stimmige Lektüre, die sich vor allem nicht nur auf die Musik beschränkt, sondern auch die Kindheit des eigenwilligen Künstlers und insbesondere seinen beschwerlichen Weg zur Musik dokumentiert.

Ein typischer Mambo Kurt Auftritt. (Copyright: Mambo Kurt)

Ein typischer Mambo Kurt Auftritt. (Copyright: Mambo Kurt)

Sehr unterhaltsam ist zudem ein Fototeil in der Mitte des Buches, der einige Stationen im Leben Mambo Kurts auf mehr oder weniger vorteilhafte Art und Weise zeigt.

Es macht auf jeden Fall eine Menge Spaß, dieses Buch zu lesen und jene, die sich als Mambo Kurt Fan bezeichnen, werden sicherlich in diesem Denken bestätigt, da der Künstler sympathisch und vor allem authentisch wirkt. Doch auch diejenigen, die diesem Musiker bisher nichts abgewinnen konnten, sollten getrost einen Blick in „Heimorgel to Hell“ werfen und – wenn sie dadurch auch die Musik nicht besser finden werden – zumindest die Motive dieses Mannes verstehen und akzeptieren, dass er absolut zu Recht auf den großen Festivals dieser Welt zuhause ist.

Denn Mambo Kurt, das ist ein unumstößlicher Fakt, ist viel mehr Heavy Metal, als alle bisher dachten!

Video

Inhalt

Immer nur Krampfadern ziehen? Für den Rest des Lebens Patienten zunähen? Soll es das schon gewesen sein?
Um der Alltagsödnis zu entkommen, tauscht Mambo seinen OP-Kittel gegen den Glitzeranzug und orgelt sich seither in die Herzen einer Kult-Gemeinde. Mit viel Bumm-Tschack und Punkrock gibt er die anarchistische Rampensau, zertrümmert als krassester Alleinunterhalter der Welt seine Orgeln und feiert mit Metal-Fans zu „Alle Mädchen wollen nur das eine“.
Geschichten eines charmanten Lebenskünstlers, voller Sex, Drugs und Bossa Nova.

(Copyright: Piper Verlag)

Autor

Mambo Kurt war 1982 westdeutscher Meister im Heimorgelspielen in der Altersgruppe der bis 14jährigen. Ende der 90er bot er zum ersten Mal im kleinen Kreis Coversongs auf der Heimorgel dar. Sofort fand sich in Heavy-Metal Kreisen eine große Fangemeinde, da Mambo eine Vorliebe für Rocksongs hat. Legendär ist seine „Enter Sandman“ Version als Walzer. Der Trash-Hype der Jahrtausendwende spülte Mambo ins TV, zu RTL und VIVA2, um genau zu sein. Es folgte ein Engagement am Schauspielhaus Hannover in 2003 und eine Komponistentätigkeit für ARTE. Im Jahre 2006 war Mambo als Fanbotschafter für die ARD bei der FIFA WM unterwegs. Als Vorsitzender der deutsch-holländischen Fussballfreundschaft, brachte er das Kunststück fertig, jeweils eine WM-Single in Deutschland und Holland zu veröffentlichen. 2005 war Mambo der Moderator von „Rock-Guerilla“ bei „ROCKHARD“. Seit 2006 ist Mambo Kurt einmal die Woche als kleinste Studioband der Welt in der SWR latenight Show im TV zu sehen. 2011 bespasste er „STERN-TV“ auf RTL und Sondersendungen zu Grandprix und Frauen-WM im ZDF.

Der Terminator unter den Alleinunterhaltern is back, Mambo trennt die Massen schneller als Moses das Meer, liebt ihn oder hasst ihn. Er ist der „King of Heimorgel“.

(Copyright: Mambo Kurt)

Mambo Kurt – Homepage
Mambo Kurt – Facebook

Details

Format: Taschenbuch
Vö-Datum: 15.09.2014
Seitenzahl: 208
ISBN: 978-3-492-30609-6
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Piper Verlag

Copyright Cover: Piper Verlag



Über den Autor

Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.