Review

Im Bereich der Science-Fiction ist Autorin Madeleine Puljic – nicht zuletzt durch ihre regelmäßige Arbeit für die Serie „Perry Rhodan NEO“ – keine Unbekannte. Mit „Zweite Heimat – Die Reise der Celeste“ erscheint nun – und diesmal beim Knaur Verlag – ein neuer Roman der Wahlhamburgerin in diesem Genre.

Die Reise der Celeste

Die Erde ist inzwischen von der Menschheit derart zugrunde gerichtet, dass ein Neubeginn auf einem anderen Planeten, dem Mars, unausweichlich wird. Entsprechend startet Kommandant Alvar Lajunen gemeinsam mit seiner Crew die erste Marsbesiedlungsmission.

Doch als die Celeste mit den ersten Kolonisten auf dem Roten Planeten eintrifft, wartet auf sie bereits das außerirdische Volk der E’Kturi, um herauszufinden, ob die Menschen eine Gefahr für das Universum darstellen. Aus den Siedlern werden Testobjekte, auf Schritt und Tritt beobachtet und beurteilt von einem Volk mit ihnen völlig fremden Moralvorstellungen. Um seine Familie und seinen Planeten zu schützen, muss Lajunen für eine positive Beurteilung der E’Kturi sorgen – mit allen Mitteln …

Madeleine Puljic entführt ihre Figuren und Leser somit auf den Mars und stellt dabei mitunter eine der wichtigsten Fragen der Menschheit:

Was, wenn wir im Universum nicht alleine sind?

Sie schickt sich an, eine Antwort darauf auf knapp 304 Seiten zu geben – definitiv zu wenig, um in allen Aspekten ihrer Sci-Fi Geschichte in die Tiefe gehen zu können.

Und von diesen Aspekten gibt es so einige. Denn die Autorin beschränkt sich nicht nur auf die Beschreibung der Marsbesiedlungsmission als solche (und inklusive der ihr angehörenden Figuren) sowie auf den Erstkontakt mit Außerirdischen, sondern schneidet zudem politische, sozial-gesellschaftliche und aktuelle Themen (wie Klimawandel) im Hintergrund an. Leider geht sie dabei zu oft nicht über eine oberflächliche Darstellung hinaus.

Madeleine Puljic (Copyright: Madeleine Puljic / privat)

„Zweite Heimat – Die Reise der Celeste“ lässt es vor allem in technischer Hinsicht an Details und damit an einer logischen Nachvollziehbarkeit missen, bleibt in der Charakterausarbeitung überwiegend stereotyp und etwaige Motive der Außerirdischen finden sogar gar keine Erwähnung oder nähere Erklärung. Es wundert schließlich nicht, dass auch der Schluss des Romans entsprechend schnell abgehandelt wird.

Ein großer Kritikpunkt, der gleichzeitig aus dem Roman aber eine angenehme kurzweilige Geschichte macht, die flüssig und schnell zu lesen ist. Langeweile kommt dabei nicht auf. Und auch die einzelnen Charaktere, wenngleich sehr vorhersehbar, kommen gut zur Geltung. Indem sie als Vertreter von unterschiedlichen Meinungen und Vorgehensweisen fungieren, verdeutlicht durch diverse Erzählperspektivwechsel, kann dies zusammengenommen zudem als Spiegel unserer Gesellschaft interpretiert werden. 

Fazit

Auch wenn „Zweite Heimat – Die Reise der Celeste“ stellenweise mehr Tiefgang vertragen hätte, hat der Roman letztlich doch alles, um als kurze Lesereise in eine andere Welt zu fungieren. Die angekratzten Ideen der Autorin überzeugen, halten die Spannung aufrecht, hätten gerade deshalb aber gerne noch weitere Seiten füllen können. Im Ist-Zustand daher besonders zu empfehlen als „Erstkontakt“ mit diesem Genre.

Handlung

Was, wenn wir im Universum nicht alleine sind?

Alvar Lajunen wird Kommandant der ersten Marsbesiedlungsmission. Er hofft, der Menschheit in ihrer zweiten Heimat einen Neubeginn zu ermöglichen. Doch als sie den Roten Planeten erreichen, sind sie dort nicht allein: Ein Schiff der außerirdischen E’Kturi wartet bereits auf die Kolonisten, um herauszufinden, ob die Menschen eine Gefahr für das Universum darstellen. Aus den Siedlern werden Testobjekte, auf Schritt und Tritt beobachtet und beurteilt von einem Volk mit ihnen völlig fremden Moralvorstellungen.

Um seine Familie und seinen Planeten zu schützen, muss Lajunen für eine positive Beurteilung der E’Kturi sorgen – mit allen Mitteln.

(Quelle: Knaur Verlag)

Autorin

Madeleine Puljic
wurde 1986 in Oberösterreich geboren. Sie absolvierte die Kunstschule in Wien und lebt heute in Hamburg. Ihr erster Roman, Herz des Winters, erschien 2013 im Selbstverlag. Neben ihren eigenen Romanen in den Bereichen Fantasy und Science Fiction schreibt sie außerdem regelmäßig für die Serie „Perry Rhodan NEO“. Ihr Roman „Noras Welten – Durch den Nimbus“ wurde 2017 mit dem 1. Deutschen Selfpublishing-Preis ausgezeichnet.

(Quelle: Knaur Verlag)

Madeleine Puljic – Homepage | Madeleine Puljic – Twitter

Details

Format: Taschenbuch
Vö-Datum: 02.03.2020
Seitenzahl: 304
ISBN: 978-3-426-52435-0
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Knaur Verlag

Copyright Cover: Knaur Verlag



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde