Review

Für Jahrhunderte war Loki gefangen – gefangen in seinem Schicksal, immer der Böse zu sein. Seine zahlreichen Intrigen und böswilligen Scherze brachten ihm schnell den Namen „Gott des Bösen“ ein. Er sollte ein Schurke sein bis zum Schluss … oder doch nicht? Loki stieß sich selbst vom Thron des Bösen und wurde wiedergeboren. Eine zweite Chance, die es ihm ermöglicht, endlich mehr zu sein als nur böse.

Die neue Serie „Loki“ (Originaltitel „Loki – Agent of Asgard“) setzt ein, nachdem Kid Loki in Young Avengers (bisher nicht auf Deutsch erschienen) in einen jungen Mann verwandelt wurde. Loki trifft eine Vereinbarung mit der Allmutter – für jeden ausgeführten Auftrag wird eine seiner früheren Schandtaten aus den Geschichtsbüchern gestrichen. Doch Loki wäre nicht Loki, wenn er diese Aufträge nicht mit, nun sagen wir, seinem ganz eigenen Charme ausführen würde. Schließlich steckt in ihm noch immer ein kleiner Gauner. Kein Wunder, dass ihm sein Umfeld misstraut – doch der Verrat kommt am Ende von einer Person, die Loki nicht hat kommen sehen.

Bisher war Loki nur eine Randfigur in anderen Serien – der Bösewicht, der Thor und Co. das Leben schwer machte. Doch mit dem neuen Marvel-Universum erhält der Adoptivbruder des Donnergottes eine eigene Serie und die Möglichkeit der Wiedergutmachung.
Sicher sind daran die unvergesslichen Auftritte von Tom Hiddleston als Loki im Marvel Cinematic Universe nicht ganz unschuldig: vor allem unter weiblichen Marvel-Fans erfreut sich der Schurke neuerdings größter Beliebtheit. Und dieser besonders hiddlestonische Charme überträgt sich auch ein wenig auf Agent Loki, der mit einer gehörigen Portion Humor daherkommt und einen komplexen und spannenden (Anti-)Helden abgibt.

Loki ist und bleibt eben Loki. (Copyright: Panini Comics)

Loki ist und bleibt eben Loki. (Copyright: Panini Comics)

Neben Loki treffen wir in diesem Band nicht nur die bekannten Avengers in ihrer über die Kinoleinwände flackernden Konstellation an, sondern auch einige unbekanntere Gesichter wie Göttin Lorelei, Anti-Lügen-Detektorin Verity und Überheld Sigurd, denen wir des Öfteren begegnen.
Die Charaktere sind spannend ausgearbeitet, wofür wir uns bei Autor Al Ewing bedanken dürfen – auch wenn die eine oder andere Konversation noch ein wenig holprig erscheint. Dies kann jedoch auch der Übersetzung geschuldet sein.

Ich für meinen Teil fiebere schon jetzt mit und freue mich auf die Fortsetzung, woran sicher auch die Optik nicht ganz unbeteiligt ist. Zeichner Lee Garbett schafft es, die Figuren ausdrucksvoll zu gestalten; er kann hervorragend Emotionen übermitteln. Und das Beste: er schafft das Ganze ohne eine völlig unnötige übersexualisierte Darstellung der weiblichen Charaktere.

Der erste Band der neuen Loki-Saga macht Spaß und ist wirklich nett anzusehen. Die Geschichte (allen voran das Ende des letzten Kapitels) macht Lust auf mehr – viel mehr und Loki macht sich gut in der Rolle eines witzig-charmanten Antihelden.
Wer den Film-Loki mag, dem wird auch diese Version des Gottes zusagen. Ich kann hier wirklich nur beide Daumen nach oben halten.

Handlung

Kid Loki ist erwachsen geworden. Stärker, schlauer und gerissener als je zuvor, steht der Prinz der Lügen als anmutiger Geheimagent im Dienste des neuen Asgardia. Und er ist gewillt zu bluffen, betrügen, stehlen oder schwindeln, um die geheimen Aufgaben der Allmutter zu erfüllen. Bis Loki plötzlich seinen Meister findet.

(Quelle: Panini Comics)

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 19.01.2016
Originalausgaben: All-New Marvel Now! Point One 1 (I) / Loki: Agent of Asgard 1-5
Seitenzahl: 124
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Comics



Über den Autor

Jen
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"Bro. Seriously. Seriously, Bro." "Bro. BroBroBroBro. Seeeeriously." - Hawkeye, Vol. 1