Review

Es gibt eine schier unübersichtliche Anzahl von Büchern, deren Titel mit „111 Gründe“ beginnen. Die meisten muss man nicht unbedingt gelesen haben; wenn man sich allerdings für Literatur oder Filme interessiert, in denen das Böse eine zentrale Rolle spielt und ein wenig mehr über die Hintergründe erfahren möchte, ist „111 Gründe, das Böse zu lieben“ von Kurt-J. Heering und Jo Müller genau das Richtige.

Denn in diesem Buch widmen sich die beiden Autoren ganz den Schurken, Monstern, Mördern und Dämonen, welche die modernen Medien erst zu dem machen, was sie sind. Was wäre denn der Film „Der weiße Hai“ ohne den Hai? Wohl nicht mehr als ein schnöder Reisebericht. „Nosferatu“ ohne Vampir? Gar nicht vorstellbar!

In „111 Gründe, das Böse zu lieben“ werden vor allem Bösewichte aus Film und Literatur behandelt. Dabei decken die Autoren großflächig eine enorme Zeitspanne ab. Von Werken Goethes oder Shakespeares angefangen bis hin zu neuerer Literatur, oder im cineastischen Sektor begonnen bei Stummfilmen bis zu aktuellem Hollywood Kino ist alles dabei.

Dabei sind die einzelnen Punkte angenehm kurz geschrieben und kommen dadurch sofort auf den Punkt. Lediglich dort, wo es einen umfangreicheren Background braucht, nehmen sich die Autoren den Raum und werden etwas ausführlicher.
Das Buch ist zudem in gut durchdachte Kapitel aufgeteilt, welche die einzelnen Punkte gruppieren.

Jo Müller (Rechts) (Copyright: Jo Müller)

Jo Müller (Rechts) (Copyright: Jo Müller)

Immer wieder hat man beim Lesen dieses Buches Momente, wo man das gerade beschriebene Medium – so man es noch nicht kennt – unbedingt einmal konsumieren möchte, da die Autoren ihre Leser unglaublich neugierig darauf machen. Bei Themen, die man bereits kennt, erkennt man oftmals neue Facetten oder bekommt schlicht Lust, es sich noch einmal genauer anzuschauen.

„111 Gründe, das Böse zu lieben“ überzeugt allerdings auch stilistisch, denn die oftmals sehr humorige Schreibe des Autorenduos sorgt dafür, dass man dieses Buch möglichst schnell durchlesen möchte, was aufgrund des humanen Umfangs kein großes Problem ist.

Dieses Buch eignet sich hervorragend, um sein Wissen über die ultimativen Bösewichte der Kultur aufzufrischen oder zum Verschenken, da es eine sehr breite Zielgruppe anspricht. Es macht Spaß, in diesem Buch zu lesen oder einfach einmal etwas nachzuschlagen.
Man kann damit auch wunderbar seine Datenbank an unnützem Wissen auffrischen, welches man bei der nächsten Party oder dem nächsten Filmabend wunderbar kundtun kann.

Klappentext

Würden wir uns noch an Faust erinnern, wäre nicht Mephisto in sein Leben getreten? Wen interessierte Clarice Starling, wäre sie nicht ein bizarres Bündnis mit Hannibal Lecter eingegangen? Und aus welchem Grund lassen sich Leser so gnadenlos gern verführen von den dämonischen Frauen, den Carmens oder Salomes, die den ihnen hörigen Männern Unglück bereiten?

Das Böse fasziniert den Betrachter meist mehr als das Gute, denn ohne starke Widersacher gäbe es keine Superhelden, ohne reizvolle Verführer keine wahrlich Tugendhaften …

„111 Gründe, das Böse zu lieben“ ist eine Hommage an die Schurken, Scheusale und Dämonen in Literatur, Film, Kunst und Kultur, von biblischen Zeiten und der griechischen Mythologie bis zur Gegenwart. Kurt-J. Heering und Jo Müller gehen in ihrem Buch der Faszination des Bösen auf den Grund – kenntnisreich und unterhaltsam.

Autoren

Kurt-J. Heering, geboren 1953, ist Sachbuchautor und Literaturagent und lebt im Rheinland. Im Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag erschien zuletzt sein Buch 111 Gründe, »Tatort« zu lieben (mit Silke Porath).

Jo Müller arbeitet seit über 20 Jahren als Filmjournalist für Radio und Fernsehen, ist bekannt als »Movieman« der Popwelle SWR3 und als Autor und Regisseur zahlreicher TV-Dokumentationen.

Jo Müller – Homepage
Jo Müller – Facebook

Details

Format: Taschenbuch
Vö-Datum: 15.03.2014
Seitenzahl: 352
ISBN: 978-3-86265-306-5
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag

Copyright Cover: Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag



Über den Autor

Stefan †
Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.