Review

Weiter geht es mit Kohskes zwei knallharten Typen mit mehr oder weniger weichem Kern, die sich durch eine von Drogen und Gewalt umgarnte Stadt schlagen müssen. Aber anders als noch der erste Band, der vor allem mit seinen guten Charakteren und der dynamischen Action auftrumpfen konnte (beides ist hier natürlich auch wieder vorhanden), schwächelt nun Band 2.

„Gangsta“ ist vor allem ein Manga, der sich überwiegend dem Battle-Genre verschrieben hat. Man nehme zwei halbwegs starke Hauptfiguren und lasse sie gegen immer stärkere Gegner antreten. Das ist auch in Band 2 der Fall, nur ist es so, dass dieser Aufbau kaum einen Unterschied zum vorherigen bietet. Nicolas ist praktisch unschlagbar und lässt sich nur von bestimmten Personen in die Schranken weisen.

Weiterhin ist es für solche Mangas immer von Vorteil, wenn die Story möglichst simpel gehalten wird. Schließlich liegt der Fokus auf allem anderen als einen verstrickten Plot.
Im zweiten Band von „Gangsta“ werden erstmals die drei Prinzipien erwähnt, an die sich Subjekte wie Nicolas zu halten haben. Diese sind für diese Verhältnisse einfach zu umfangreich, zu schwammig und nicht auf den Punkt genau.
Auf der anderen Seite mangelt es an Erklärungen, wenn es um die Klassen geht, in die sich diese Krieger einteilen lassen. Jene hätte man in wenigen Panels abhandeln können.

Aber obwohl sich die Einzelheiten etwas verwirrender gestalten, schließt man hier das Design der Charaktere oder die Action betreffend nahtlos an Band 1 an. Diesbezüglich macht „Gangsta“ alles richtig. Ein paar Flashbacks für die Hintergründe der Figuren, explizite Szenen, bei denen so mancher ins Gras beißen muss, und ein wenig dummer Humor. Manchmal braucht es einfach nicht mehr, damit ein Manga trotzdem sympathisch und ansprechend gestaltet wirkt.

Und dafür bekommt man auch etwas geboten. Optisch beeindruckt Kohske nämlich, auch wenn die Straßen der fiktiven Stadt Ergastulum so ganz ohne Einwohner und einzig mit dem Gemetzel, welches das Pflaster ziert, irgendwie leer wirken. Darüber hinaus überzeugt der dynamische Aufbau der Panels, wodurch die Kämpfe noch mehr mitreißen und sich schon fast – wie im Anime – bewegte Bilder bilden. Besonders hervorzuheben ist die Arbeit mit der Perspektive. Dadurch wirkt „Gangsta 2“ nicht so statisch und die Augen dürfen sich an genügend Abwechslung erfreuen.

Obschon Band 2 storymäßig etwas stagniert, darf man an „Gangsta“ gerne weiter dranbleiben, zumal der Rest immer noch im gesunden Maße stimmt. Über Füller braucht man sich eigentlich nie Gedanken machen, dafür sorgt Kohske schon mit genug Action und anderweitigem Schnickschnack. Zugreifen!

Handlung

Das Städtchen Ergastulum zieht offenbar nur Spinner, Kleinkriminelle, geldgierige Huren oder korrupte Polizisten an. Trotzdem scheint es in diesem dubiosen Nest sogar so dreckige Geschäfte zu geben, die selbst für dessen Einwohner eine Spur zu dreckig sind. Hier kommen der Handlanger Nicolas Brown und der Gigolo Worick Arcangelo ins Spiel – sie übernehmen die Fälle, um die sich sonst niemand kümmern möchte. Als sich eines Tages ihre Wege mit der schönen Prostituierten Alex kreuzen gerät alles in Wanken. Nichts bleibt mehr wie es war und dunkle Geheimnisse drängen ans Tageslicht …

(Quelle: Carlsen Verlag)

Details

Format: Taschenbuch
Veröffentlichung: 01.012.2015
Seitenzahl: 210
ISBN: 978-3-551-73459-4
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Carlsen Verlag

Copyright Cover: Carlsen Verlag



Über den Autor

Christopher