Review

Gegen Ende August startete Carlsens neue Serie „Gangsta“ aus der Hand des Mangaka ohne Nachnamen Kohske. Wie man anhand des Titels schon vermuten könnte, handelt es sich hierbei um einen actiongeladenen Manga mit Mafia-Thema – und nicht gerade mal um einen schlechten.

Nicolas und Worick sind Benriya, Männer bzw. Handlanger für Fälle jeglicher Art. Und Auftraggeber für diese „Jobs“ gibt es in Ergastulum genug. Die Stadt droht im Sumpf der kriminellen Machenschaften wie Gewalt, Drogen und Prostitution zu versinken. Während sich also Nicolas aufgrund seiner Taubheit hauptsächlich durch Gebärdensprache verständigt und Worick seinem Zweitjob als Gigolo nachgeht, darf man sich an einer Menge Rauferei und prolligen Humors erfreuen.

Obwohl „Gangsta“ kein wirklich innovatives Handlungskonzept vorzuweisen hat, kann dieser Manga vor allem mit seinen Charakteren hervorstechen. Die beiden Protagonisten wirken durch ihre eigenwillige und ignorante Art sofort sympathisch. Auch Nicolas Gebärdensprache ist ein neuer Ansatz, das Ganze anzugehen, da hier viel Wert auf das Zeichnen der Bewegungen der Hände gelegt werden muss und diese außerdem für den Leser anhand von schwarz gefüllten Sprechblasen übersetzt werden. Worick ist das genaue Gegenteil seines stillen Gefährten. Der altkluge Möchtegern-Playboy wirkt aber trotz seiner überheblichen Art sehr liebenswert. Die Charakterzüge der Figuren halten sich generell im Rahmen, sodass sie für den Leser nicht augenblicklich irrelevant erscheinen.

Passend zu dieser Herangehensweise gestaltet sich auch der erwachsene Zeichenstil. Davon profitieren zudem die harten Züge der Character-Designs, mal abgesehen von den weiblichen Teilnehmern. Geht es dann zur Sache, verwandelt sich „Gangsta“ in einen Battle-Manga. Da niedere Handlanger lediglich eine geringe Bedrohung darstellen, liegt der Fokus deutlich auf den Kämpfen Mann gegen Mann. Sobald Nicolas dann sein Katana zieht, färbt sich die Umgebung auch gerne mal rot. Und dank Speedlines und dynamischen Bildern geht es auch regelmäßig gut zur Sache.

Leider finden sich immer noch leichte Defizite in der zeichnerischen Umsetzung, welche erst schwerer ins Gewicht fallen, sobald man im Manga fortschreitet. Darunter fallen unter anderem Sprechblasen, die schwer dem Aussprecher zuzuordnen sind. Und auch wenn kurze Blicke in die Zukunft des nächsten Kapitels ganz nett sind, sollten diese nicht unmittelbar nach einem Flashback stattfinden. Diese sollen zwar Übergänge zu den Teilen darstellen, aber da die Nummern leicht zu übersehen sind, entsteht durchaus mal Verwirrung.

In erster Linie handelt es sich hier um eine spannende und unterhaltsame neue Serie, die Carlsen ans Licht gebracht hat. Neben den gut zugänglichen Charakteren wird sich auch viel Zeit für die kriminelle Umgebung in Form von verschiedenen Aufträgen genommen. Es lohnt sich also dran zu bleiben, da „Gangsta“ noch im richtigen Maß ein paar Dinge im Dunkeln lässt, sodass die Neugierde des Lesers auf das Kommende geweckt wird.

Handlung

Das Städtchen Ergastulum zieht offenbar nur Spinner, Kleinkriminelle, geldgierige Huren oder korrupte Polizisten an. Trotzdem scheint es in diesem dubiosen Nest sogar so dreckige Geschäfte zu geben, die selbst für dessen Einwohner eine Spur zu dreckig sind. Hier kommen der Handlanger Nicolas Brown und der Gigolo Worick Arcangelo ins Spiel – sie übernehmen die Fälle, um die sich sonst niemand kümmern möchte. Als sich eines Tages ihre Wege mit der schönen Prostituierten Alex kreuzen gerät alles in Wanken. Nichts bleibt mehr wie es war und dunkle Geheimnisse drängen ans Tageslicht …

(Quelle: Carlsen Verlag)

Details

Format: Taschenbuch
Veröffentlichung: 25.08.2015
Seitenzahl: 194
ISBN: 978-3-551-73458-7
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Carlsen Verlag

Copyright Cover: Carlsen Verlag



Über den Autor

Christopher