Review

Wo Dunkelheit ist, da ist immer auch Licht

Für jede Dunkelheit gibt es ein Licht. Ein Gegengewicht. Aber nun… ist das Licht schwach, da Knull auf seinem Weg durch die Sterne so viele Leben ausgelöscht hat. Milliarden Seelen. Ganze Planeten ohne Leben. Ohne Licht.

(Auszug aus „King in Black 2 – Verlorener Kampf“, Panini Comics)

Für jedes Yin gibt es ein Yang. Auch wenn das im Moment nur schwer vorstellbar ist.

„Die Ankunft“ bzw. die Invasion von Knull war in jeder Hinsicht eine Machtdemonstration. Und gleich zu Beginn präsentierte das „KIB“-Crossover böse Überraschungen und Schockmomente. Der unglaublich machtvolle Held Sentry ist im Kampf gegen den Gott der Finsternis und der Symbionten gefallen. Und während Valkyrie Jane Foster als letzte der Walküren ihrer Pflicht nachkommt und den gefallenen Helden ins Jenseits überführt, bleibt den irdischen Helden kein Augenblick der Schonung und der Menschlichkeit. Denn auch der „tödliche Beschützer“ und stolze Vater Venom Eddie Brock wird vom Gott der Klyntar eiskalt getötet. Zurück bleibt ein schmerzverzerrter Sohn Dylan Brock sowie eine empfindlich getroffene Gemeinschaft der Helden.

Doch besiegt sind die mächtigsten Helden der Erde noch nicht.

Thor und Dylan Brock greifen gemeinsam in die Schlacht ein. Und während der Odinsohn, der mächtige Donnergott, bekanntermaßen für jeden Feind eine Bedrohung darstellt, so wissen wir dies über Dylan erst recht frisch. Eddies schmächtiger Sohn ist ein einzigartiger Mensch-Klyntar-Hybrid, der besondere Macht über die Symbionten hat und ausüben kann. Dessen ist sich auch Knull bewusst, der den Jungen für sich gewinnen will. Als der Kampf aussichtslos zu sein scheint, durchbricht ein weiterer galaktischer Held Knulls Kuppel aus Symbionten und schürt neue Hoffnung: der Silver Surfer.

Licht und Schatten

Licht und Schatten ist – in mehrfacher Hinsicht – auch das Motto für den zweiten Band zum Crossover: „King in Black 2 – Verlorener Kampf“.

Die Hauptstory weiß bislang zu überzeugen. Die Schicksalsschläge und Verluste der Helden der Erde, insbesondere Dylan Brocks Schmerz, werden von Donny Cates – gewohnt – gekonnt herausgearbeitet. Auch die kontinuierliche Figurenentwicklung im Hinblick auf Dylan, der sich nach und nach von Eddies Sohn zu einer Zentralgestalt der Geschichte wandelt, gelingt situativ begründet und angenehm nachvollziehbar. Das Gefecht zwischen Thor und Knull fällt ebenfalls finster und brachial aus; und mit dem Silver Surfer betritt noch eine Figur die Bildfläche, die schon ihre eigenen Erfahrungen mit dem Gott der Symbionten gemacht hat. Das steht ebenso unzweifelhaft auf der Habenseite wie das großartige Artwork von Ryan Stegman.

Leseprobe aus „King in Black 2 – Verlorener Kampf“. (Copyright: Panini Comics)

Dass der zweite Band dennoch weniger rund daherkommt, liegt meines Erachtens an den zahlreichen Event-Kapiteln zu „King in Black“. Von diesen gibt es hier nochmals mehr als zum Auftakt, der mit Tie-ins bereits nicht geizte. Eine Inhaltsangabe bietet sich ob der schlichten Vielzahl der unterschiedlichen Perspektiven nach der Invasion nicht an. So gibt es hier beispielsweise Beteiligungen von und mit Black Knight, den Marauders, Black Panther und ganz Wakanda, Valkyrie und noch einigen mehr. Der Bezug zum Kampf gegen Knull wirkt dabei mal näher und mal ferner. Der Facettenreichtum ist – sowohl mit Blick auf die Erzählweise als auch mit Blick auf die jeweiligen Zeichnungen – sehr groß.

Unterm Strich steht für mich indes: Je mehr mitspielen, umso mehr verwässert das Ganze. Die große Schlacht der Marvel-Helden gegen Knull würde größer werden und epischer wirken, wenn man sich auf die Hauptgeschichte von Cates und Stegman konzentrieren könnte. Eine schlüssige und kohärente Darstellung der ganzen weiteren Schlachten im – sonst so üblichen – Sonderband-Format täte der akribisch aufgebauten Geschichte gut.

Fazit

„King in Black“ wird den Erwartungen bislang gerecht, leidet aber in gewissem Umfang unter allerhand Schnörkeln und – weniger epischen – Nebenschauplätzen (in Form von Event-Kapiteln).

Inhalt

Die große Schlacht der Marvel-Helden gegen Knull

Ob New York oder Wakanda: Überall stellen sich die Helden der Erde gegen die Invasion von Knull, dem finsteren Gott der Symbionten aus dem All! Als die Armee von Venom einen schweren Schlag hinnehmen muss, greifen Black Panther, Dylan Brock und Thor in die Schlacht ein. Doch auch Valkyrie, Black Knight, Gwen Stacy und die X-Men ringen mit der Dunkelheit.

(Quelle: Panini Comics)

Details

Format: Softcover
Veröffentlichung: 10.08.2021
Originalausgaben: Black Panther 1 / Gwenom vs. Carnage 2 / King in Black 3 / King in Black: Black Knight 1 / Marauders 1 / Planet of the Symbiotes 1 (II) / Return of the Valkyries 2
Seitenzahl: 180
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Comics



Über den Autor

Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)