Review

Als „eine aufregende weibliche Stimme in der düsteren epischen Fantasy“ kündigt der Knaur Verlag seine Autorin Katharina V. Haderer und ihren Roman „Das Schwert der Totengöttin“ an.

Trotz der Klappentextbeschreibung, die da u.a. lautet

„Wer die Toten kontrolliert, herrscht über die Lebenden“

fällt „Das Schwert der Totengöttin“ jedoch weder allzu düster noch episch aus.

Auftakt einer neuen Reihe

Noch nicht zumindest, denn schnell wird – nicht zuletzt auch anhand der knapp 384 Seiten – klar, dass Haderer mit ihrem Werk lediglich den Beginn einer neuen Reihe, der sogenannten „Black Alchemy“-Reihe, erschaffen hat.

Leider fühlt sich der Roman über weite Strecken auch genau danach, nämlich nach einer Vor- bzw. Hinarbeit und somit wie eine lange Einleitung zu einem nächsten Band, an.

Mit teilweise begrüßenswertem hohem Erzähltempo gelingt zunächst ein guter Start, der Lust auf mehr macht und das Interesse an der sich entwickelnden Handlung weckt. Diese schreitet dann aber nur gemächlich voran und erliegt schnell einer Durststrecke, ehe erst gegen Ende noch einmal an Fahrt gewonnen wird.

Gewöhnungssache

Schade, denn die Freude am Weiterlesen braucht man hier nicht nur durch eine spannende Handlung, sondern auch, da man sich zunächst ein wenig an den Schreibstil der Autorin gewöhnen muss.

Denn indem Haderer auf teilweise ungewohnte Formulierungen zurückgreift – nicht selten „zupft“ in ihrem Buch ein Gemütszustand an Augenbraue oder Mundwinkel (vgl. beispielsweise S. 94: „Verwunderung zupfte an Sandels Augenbrauen.“) -, sich ebenjene häufig wiederholen und sich zwar wenige, aber dennoch vorhandene vom Lektorat übersehene Fehlerteufelchen eingeschlichen haben, wird der Lesefluss immer mal wieder gehemmt. Der Hang zu „abgehackten“ Sätzen tut an diesen Stellen sein Übriges, um für zeitweilige stockende Momente zu sorgen.

Katharina V. Haderer (Copyright: Ulrike Steiner)

Da ist es auch nicht hilfreich, dass sich der Zugang zu den beiden Hauptfiguren, Alchimistin Mirage DeBois und Sergent Erik Zejn, erst langsam ergibt. Auch hier wird die Distanz zwischen ihnen und den Lesern erst gegen Ende überbrückt.
Weitaus gefälliger als die Protagonisten wirkt hingegen – und überraschend – Nebenfigur Barthell. Diese bereichert den Roman ungemein, nicht nur hinsichtlich einiger humorvoller Passagen.

Gelungen ist zudem die Aufteilung der Kapitel. Diese können sowohl bezüglich ihrer angenehmen Kürze als auch durch die Perspektivwechsel punkten.

Fazit

Das Ende von „Das Schwert der Totengöttin“ – inklusive interessantem Cliffhanger – verheißt indes, dass innerhalb der hiermit gestarteten „Black Alchemy“-Reihe noch einiges Gutes kommen könnte und sich die Handlung weitaus komplexer darstellen wird, als bisher geschehen.
So sollten Fantasy-Fans trotz der Kritikpunkte und des eher unspektakulären Auftakts dranbleiben und dem zweiten Band eine Chance geben, der unter dem Namen „Der Garten der schwarzen Lilien“ für Februar 2020 in den Startlöchern steht.

Trailer

Handlung

Wer die Toten kontrolliert, herrscht über die Lebenden

Willkommen in Tradea – wo sich die Toten aus ihren Gräbern erheben!

Als Sergent Erik Zejn degradiert und ins Vorland versetzt wird, rechnet er mit Ereignislosigkeit und Langeweile. Doch dann erheben sich die Toten aus ihren Gräbern und greifen die Lebenden an.

Die Einzige, die mehr über die unheimlichen Vorgänge zu wissen scheint, ist die Alchimistin Mirage. Zejn ist sich sicher, dass sie für die Angriffe verantwortlich ist, und setzt alles daran, sie auf den Scheiterhaufen zu bringen.
Um ihre Unschuld zu beweisen, muss Mirage die Toten für immer zurück unter die Erde bringen.

Weder Zejn noch Mirage ahnen, dass die Toten nicht ihre einzigen Feinde sind.

(Quelle: Knaur Verlag)

Autorin

Katharina V. Haderer wurde 1988 geboren und schreibt seit ihrer Kindheit fantastische Romane. Nach ihrem Studium der Germanistik veröffentlichte sie erste Bücher als Selfpublisherin und im Drachenmond-Verlag. Neben dem Erfinden von fantastischen Welten ist sie aktive Pfadfinderin und begeistert sich für Geschichten, die abseits der üblichen Wege verlaufen. Sie lebt mit ihren beiden Katzen in Niederösterreich.

(Quelle: Knaur Verlag)

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Details

Format: Taschenbuch
Vö-Datum: 03.06.2019
Seitenzahl: 384
ISBN: 978-3-426-52452-7
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Knaur Verlag

Copyright Cover: Knaur Verlag



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde