Review

Zombies, Blut, Intrigen – und dazwischen ein Liebespaar, das eigentlich noch nichts von seinem Glück weiß. Das fasst den dritten Teil von Kaori Yukis aktueller Reihe „Alice in Murderland“ perfekt zusammen. Die Frage ist, was passiert, wenn die Akteure dieses Schauspiels in die Falle tappen? Wie wird dieses Horror-Märchen weitergehen?

Ein kurzer Rückblick: Jeden Monat findet im Haus der angesehenen Familie Kuonji eine geheimnisvolle Teeparty statt, zu der alle neun Geschwister erscheinen müssen. Am 19. Geburtstag des ältesten Bruders Zeno ufert dieses Treffen jedoch aus. Denn in dem Moment, als Mutter Olga – Oberhaupt des Clans – befiehlt: „Ich möchte, dass ihr Geschwister euch gegenseitig umbringt, bis nur noch einer übrig ist!“, beginnt ein Kampf um Leben und Tod.

Stella, die viertälteste Tochter, entdeckt dabei ihre zweite Persönlichkeit: Bloody Alice. Das mordlüsterne, blondgelockte Mädchen übernimmt immer dann die Kontrolle über Stella, wenn bei dieser die Vernunft aussetzt. Nun stehen sie zusammen der zweitältesten Tochter Miser gegenüber, die aufgrund einer Intrige glaubt, Stella hätte ihren Geliebten getötet. Die eigentlich schüchterne Miser nutzt daraufhin ihr Blut, um eine Armee Leichen als Zombies auferstehen zu lassen und es kommt zum Showdown zwischen den beiden Schwestern. Kann Stella Miser noch die Wahrheit begreiflich machen? Und wer ist dieser junge Mann von außerhalb, der von Olga einen Generalschlüssel erhält …?

Der dritte Band von „Alice in Murderland“ geht ans Eingemachte. Man leidet mit Miser mit, die vom Schicksal und ihren scheinbar engsten Vertrauten betrogen wurde und nun ihrem Schmerz freien Lauf lässt, ohne Rücksicht auf Verluste. Gleichzeitig fiebert man mit Stella mit und hofft, dass sie Alice noch im Zaum halten kann, bevor diese einfach kurzen Prozess macht. Zudem wächst die Abscheu und Verachtung vor dem wahren Feind: dem intriganten Bruder Maré. Man fleht schon fast, dass er doch bitte auch bald sein Fett wegkriegt. Die psychischen Leiden und die vielen Verflechtungen im Hintergrund verleihen der Geschichte also weiterhin absolute Spannung und feinsten Nervenkitzel.

Dabei bleibt aber auch der klassische makabere Humor der Autorin nicht auf der Strecke. Im Gegenteil: Mit der Figur des Ios ist sogar ein besonders guter Vertreter für die komischen Momente aufgetaucht – jedoch ohne vollkommen albern dazustehen. Dieser Spagat gelingt Yuki stets gut, so auch in Band drei der Reihe.

Optisch ist der Manga natürlich auch wieder ein Genuss. Denn obwohl in diesem Band weniger märchenhafte Kleider und dafür mehr psychotische Zombies ihren Auftritt haben, ist das dennoch mit viel Liebe zum Detail und dieser latent erotischen Ausstrahlung geschehen. So, wie es eben einfach typisch für Storys aus der Feder Kaori Yukis ist.

Fans der Autorin und der Reihe sollten daher auf keinen Fall verpassen, sich diesen Teil ebenfalls zu gönnen. Es bleibt spannend und emotional zugleich. Und sobald die letzte Seite ausgelesen ist, kann man den vierten Teil schon kaum noch erwarten. Dieser soll im Übrigen Ende Januar erscheinen. Bis dahin müssen wir auf die Fortsetzung der Mad Tea Party noch warten …

Handlung

Das Labor der tanzenden Leichen…

Ihrem geliebten Bruder Zeno zuliebe setzt Stella den Kampf auf Leben und Tod gegen ihre Geschwister fort.
Nun muss sie gegen die zweitälteste Tochter Miser antreten, die durch eine Intrige aus Marés Hand zur Königin der Leichen wurde.

»Lass uns ein Experiment mit diesen Kinderchen machen, die mein ‚Blut‘ aufgesaugt haben …«

Als sie sich Miser gegenüber sieht, die mit ihrem Blut Leichen steuert, kann »Bloody Alice« ihren Impuls nicht unterdrücken und zieht ihre Waffe…

Willkommen zur Haunted Party, ausgerichtet von der bemitleidenswerten Miser.

(Quelle: Carlsen Verlag)

Details

Format: Taschenbuch
Veröffentlichung: 27.09.2016
Seitenzahl: 178
ISBN: 978-3-551-74394-7
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Carlsen Verlag

Copyright Cover: Carlsen Verlag



Über den Autor

Silvana
Silvana
A Cat is Purrfect.