Review

Meine Welt war die erste Erde 2… jene vor der ersten Krise.

Als das Multiversum neu entstand, gab es meine Erde 2 nicht mehr, dafür eine neue… eine andere.

Wie hab ich mich da wohl gefühlt?!

Du willst sicher nicht, dass dir dasselbe wie mir zustößt, oder? Dass deine Welt entsorgt wird, weil sie unnötig ist… veraltet!

(Auszug aus den Worten des Psycho-Piraten,
in „Justice League – Infinite Frontier 3“, Panini Comics)

Entscheidungsschlacht auf Erde Omega

Das ist der unmittelbare Auftakt zum Heft „Justice League – Infinite Frontier 3“ (zuvor: „Infinite Frontier Special“, „Justice League – Infinite Frontier 1“, „Justice League – Infinite Frontier 2“) und direkt ein schöner Meta-Kommentar zum Gefühls- und Seelenleben von Comic-Figuren im Angesicht der Auslöschung ihrer Existenz- und Daseinsberechtigung.

Es folgt der Aufstand der Krisen-Gegner. Die verheerende Injustice Incarnate betritt die Spielfläche. Diesen multiversalen Schurken stellt sich die legendär-klassische Justice Society, aber auch die neu formierte Justice Incarnate sowie Roy Harper alias Black Lantern entgegen.

In der Folge sehen wir dann tatsächlich die Rückkehr Darkseids. Allerdings handelt es sich bei diesem – nach der Erneuerung des Multiversums – um eine neue und verbesserte Version: den ultimativen Darkseid; eine Verschmelzung seiner vergangenen Versionen.

Zwar können die Helden einen ersten Teilerfolg verbuchen, doch die nächste multiversale Bedrohung wartet schon. Darkseid verfolgt – im wahrsten Sinne des Wortes – finstere Pläne: Er will die große Finsternis kontrollieren.

Eine gewisse Ernüchterung

Irgendwie ist das vorliegend alles unnötig verworren und schwülstig.

Wer will hier genau was?

Leseprobe aus „Justice League – Infinite Frontier 3“. (Copyright: Panini Comics)

Darkseid möge zurückkehren und über das Multiversum herrschen; die anderen Welten und ihre Helden/Schurken wollen sich von (Hauptwelt) Erde 0 emanzipieren. In Ordnung, alles verstanden. Der Weg dahin ist allerdings wahnsinnig verschwurbelt umschrieben und Details bleiben auf der Strecke.

Alles schreit hier nach Spektakel und insbesondere Autor Joshua Williamson scheint von dem Wunsch getrieben, eine die Historie und Generationen umfassende Story abzuliefern. Allein, das bleibt mit diesem (Zwischen-)Finale alles recht vage und unbefriedigend. Die großen actiongeladenen Gefechte bleiben aus, die großen finsteren Pläne (von Darkseid & Co.) erschließen sich im Einzelnen nicht wirklich und irgendwie hat man als Leser:in das Gefühl, das alles schon einmal durchlebt und hinter sich gebracht zu haben („Eine neue Krise bahnt sich an“).

Der ganz große und bahnbrechende Wurf im Hinblick auf das neue DC-Multiversum ist zumindest derzeit nicht erkennbar.

Die ansprechenden Zeichnungen von Jesus Merino, Xermanico & Co. vermögen über eine gewisse Ernüchterung und (Event- bzw. Krisen-)Verdrossenheit nicht hinwegzutäuschen.

Fazit

Nach den bisherigen drei Heften zu Flashpoint-Batman, President Superman und ihrer Justice Incarnate stellt sich noch keine herausragende Begeisterung ein. Es gibt nun ein Omniversum und Darkseid strebt nach der großen Finsternis. Im Wesentlichen bleibt das jedoch alles vage und farblos.

Inhalt

Das Finale der US-Miniserie INFINITE FRONTIER

Der verheerende Angriff der Injustice Incarnate erschüttert das Haus der Helden – doch was hat deren Mission mit den finsteren Plänen von Darkseid zu tun? Das weiß nur der Verräter aus den Reihen der Justice League Incarnate, der den Despoten von Apokolips zur Entscheidungsschlacht auf Erde Omega ruft!

(Quelle: Panini Comics)

Details

Format: Heft
Vö-Datum: 17.05.2022
Originalausgaben: Infinite Frontier 5-6
Seitenzahl: 68
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)