Review

Mami und Papi inklusive Onkel retten immer schön die Welt und glänzen in ihren uns allseits bekannten Outfits – und ihr wurdet in diese Familie reingeboren. Das klingt doch an sich ziemlich cool, denn wer wäre nicht gerne Superheld oder wünscht sich Superkräfte? Doch was ist, wenn du einfach nur Teenager sein möchtest und eher Bock auf Drogen und rumgehure hast? Wie werden das deine Eltern finden oder gar die ganze Welt?
Mark Millar, uns gut bekannt durch Comics wie Kick-Ass oder Wanted und Urgestein der Comicszene, nimmt sich diese Fragen als Thema und baut um sie herum eine mehr als heftige Story auf, deren Szenerie frisch und dennoch extrem trocken ist. Millar hat einfach ein Händchen für Blockbustergeschichten und das zeigt auch „Jupiter’s Legacy“.

Darüber hinaus hat er zudem einen Drang zum Politischen, da ihm dies in vielen Comics viel zu kurz kommt.
Im ersten Band „Familienbande“ werden politische Themen wie Geld- oder Wirtschaftskrisen dann auch entsprechend angesprochen, jedoch ohne ins Details zu gehen. Somit kann man den Auftakt von „Jupiter’s Legacy“ auch ohne Wirtschaftsstudium entspannt lesen.

„Jupiter’s Legacy“ spielt in zwei Zeitzonen. Zum einen wird die Vorgeschichte einer ganzen Superhelden-Familie und ihrer Begegnung mit den Superkräften erzählt. Zum anderen finden wir uns in der Jetztzeit wieder.
Anfangs fragt sich der Leser, wohin die ältere Geschichte eigentlich laufen soll, doch die Auflösung ist – ohne zu viel zu verraten – ziemlich überwältigend.

Die Story in der Jetztzeit spiegelt den Konflikt zwischen zwei Generationen wider. Die Älteren meinen, dass man mit seinen Superkräften eine gewisse Verantwortung hat, das junge Pack will hingegen eigentlich nur feiern.
Möchte man einen Vergleich vornehmen, so sei der Film „Hancock“ erwähnt, an den man sich stellenweise stark erinnert fühlt. Während Will Smith im Film aber noch recht ruhig ist, drehen die Teenies Chloe und Brandon aus „Jupiter’s Legacy“ ziemlich ab. So wird Chloe mit einer Überdosis und der Diagnose „schwanger“ in ein Krankenhaus gebracht und Brandon von seinem Onkel davon überzeugt, dass er der Herrscher der Superhelden sein sollte. Will Chloe nur ein normales Leben führen, ist Brandon eher auf dem Magneto-Apocalypse-Trip.

Die Zeichnungen von Frank Quitely passen hierzu wie die Faust aufs Auge. So auch die Kolorierung durch Peter Doherty, der zwischen bunten Superhelden und dem Noir Stil der neuen Generation ein super Mashup hinlegt. Die kantigen Charaktere sind teilweise so abgerockt und zerfressen, dass sie eine wahre Pracht sind.

Gleiches gilt für den Spannungsbogen, denn „Jupiter’s Legacy“ wirkt wie Popcornkino, ohne flach zu erscheinen, und wartet teilweise mit drastischen Einschnitten auf, bei denen man brechen möchte vor Spannung.

Insgesamt macht „Jupiter’s Legacy“ sehr viel Spaß beim Lesen. Die Story ist packend und die Charaktere gut beschrieben.
Eine Familie im Zusammenbruch und das Ganze noch mit einer Horde Superhelden? Da bleibt nur zu sagen: Ran an das Werk und definitiv am Ball bleiben!

Inhalt

Chloe und Brandon sind die Kinder der größten Superhelden der Welt. Es ist nicht leicht, den Ansprüchen ihrer Eltern zu genügen. Aber es stellt sich die Frage, ob deren Ansprüche überhaupt noch zeitgemäß sind. Denn die Welt steht am Rande des Abgrunds. Und vielleicht sollten Superhelden mal das Heft in die Hand nehmen, statt bunte Schurken zu verprügeln.

(Quelle: Panini Comics)

Autoren

Mark Millar (Autor)
(*24. Dezember 1969 in Coatbridge, Schottland) ist ein britischer Comicautor, dessen Werke Kick-Ass, Wanted und Kingsman auch verfilmt wurden.

(Quelle: Wikipedia)

Mark Millar – Homepage
Mark Millar – Facebook
Mark Millar – Twitter

Frank Quitely (Zeichner)
ist ein schottischer Comic-Künstler. Er ist am besten bekannt für seine häufige Zusammenarbeit mit Grant Morrison bei Titeln wie New X-Men, We3, All-Star Superman und Batman und Robin, sowie seine Arbeit mit Mark Millar bei The Authority und Jupiter’s Legacy.

(Quelle: Wikipedia)

Frank Quitely – Facebook

Details

Format: A4, Softcover
Vö-Datum: 22.03.2016
Originalausgaben: Jupiter’s Legacy 1-5
Seitenzahl: 140
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Marcus
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