Review

Wenn man die Tortur von Band 1 und Band 2 überstanden hat, wird man um den letzten Teil der Serie „Uzumaki: Spiral Into Horror“ von Junji Ito nicht herumkommen. Immerhin scheint das Ende der Spirale nun endlich in Sicht zu sein. Allerdings nicht, ohne noch einmal durch den Wahnsinn zu schreiten, der das Dorf Kurouzu nun vollends übernommen hat.

Den gewohnten Alltag mussten die Bewohner hinter sich lassen und sich der momentanen Situation anpassen. Das bedeutet, entweder zusammengepfercht in den Häusern zu hocken oder sich der von der Spirale entworfenen Umwelt zu ergeben. Während Kirie und Shuichi durch die Überreste ihrer einstigen Heimat laufen, bemerken sie, wie der Fluch der Spirale den Ort immer weiter von der Außenwelt abschottet.

Der dritte Band startet zum gemütlichen Einstieg mit einer der bekannten Spiralen-Storys. Allerdings muss man dazu sagen, dass diese von der Idee und den Zeichnungen her nicht gerade Junji Itos Glanzstück darstellt. Vom Thema her ähnelt sie zwar typisch japanischem Horror, aber wirkt uninteressant zu den vorherigen Geschichten. Auch von der Darstellung her könnte man meinen, Ito musste unbedingt die Deadline einhalten, so belanglos fallen die Zeichnungen aus.

Holpriger Anfang, aber ab da geht es ganz nach „Uzumaki: Spiral Into Horror“-Standard weiter. Allerdings entfernt man sich von den einzelnen und individuellen Geschichten und der Plot läuft einem einzelnen zusammenhängenden Strang entlang. Die Stimmung wird stetig drückender und man darf sich auch auf ein paar bekannte Elemente aus Band 1 und 2 freuen. Schnecken inklusive.

Ein paar neue Ideen schleichen sich in den letzten Teil dann doch noch ein, welche wie zu erwarten auch visuell überzeugen können. Man beachte die vielen kleinen Details bei einzelnen Bildern, die gut ausgearbeitet wurden. Licht- und Schattenspiele haben auch wieder ihre Auftritte, bilden dann aber doch die Ausnahme. Im Kontrast zu den Vorgängern erscheint der Manga besonders gegen Ende viel heller. Ansonsten alles einwandfrei. Die Intentionen des Autors kommen optisch immer gut rüber, besonders wenn es um das beklemmende Gefühl geht.

Dem Lesefluss tut besonders die verschiedene Gestaltung der Szenen gut. Darunter fallen unter anderem neue Figuren, auf die die neue Situation merklich befremdlich wirkt und das Wechseln der Locations. Alles gut verpackt in dem bekannten Stil unmenschlicher und überzogener Handlungen. Auch scheinen ab sofort alle Hemmungen fallen gelassen worden zu sein.

Doch auch nach dem Ende dieses fantastischen Mangas braucht man als Leser nicht traurig sein, denn der dritte Band beinhaltet noch eine Art Bonus-Kapitel, welches zwar Parallelen zum Plot aufweist, aber im Großen und Ganzen für sich selbst steht. Quasi der Nachtisch für die angekratzte Psyche.

Abschließend kann man sagen, dass man auf die Reihe „Uzumaki: Spiral Into Horror“ immer wieder gerne zurückblicken wird und die einzelnen Bände auch noch das eine oder andere Mal in die Hand nimmt, um irgendwie zu versuchen, mit dieser Höllenfahrt gedanklich mithalten zu können. Hier und da gibt es ein paar Holpersteine, diese fallen allerdings nicht sonderlich ins Gewicht, da die Reihe storymäßig und visuell auf ganzer Linie überzeugt.

Pflichtlektüre für alle Horrorfanatiker, die sich mal wirklich in einem Werk verlieren wollen. Also zulegen, falls noch nicht getan.

Handlung

In Kurouzu ist irgendetwas seltsam. Ein Einwohner nach dem anderen dreht durch. Und Schuld daran scheinen die Spiralen zu sein …
Kirie glaubt anfangs nicht an die düsteren Theorien ihres Freundes Shuichi, doch logische Erklärungen gibt es einfach nicht.
Der Horror zieht seine Kreise … !

(Quelle: Carlsen Verlag)

Details

Format: Taschenbuch
Veröffentlichung: 18.03.2014
Seitenzahl: 256
ISBN: 978-3-551-79273-0
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Carlsen Verlag

Copyright Cover: Carlsen Verlag



Über den Autor

Christopher