Review

Mit dem ersten Band seiner Reihe „Uzumaki: Spiral Into Horror“ hat Junji Ito eindrucksvoll bewiesen, wie man visuell und erzählerisch Horror darstellt, der einen den berühmten Schauer über den Rücken laufen lässt. Doch wenn man denkt, abgefahrener geht es nicht mehr, kommt Band 2 daher.

Schauplatz ist auch hier wieder der kleine Ort Kurouzu, der von unerklärlichen Phänomenen heimgesucht wird, dessen Gemeinsamkeiten hauptsächlich Spiralen in jeglicher Form zu sein scheinen. Thematisch äußern sich diese auch durch seltsame Leuchttürme, Zombies und … Schnecken.

Im Vordergrund des Mangas stehen erneut die kurzen Storys, die irgendwie etwas mit dem Spiralen-Fluch zu tun haben. Und obwohl die Ereignisse untereinander nicht unbedingt eine Verbindung aufweisen, greift Ito wie in Band 1 auf alltägliche Szenerien zurück, auch wenn es manchmal absurder nicht sein könnte.

Allerdings macht gerade so etwas „Uzumaki“ einfach aus; es treibt den Leser an den Rand des Unvorstellbaren, ohne eine wirkliche Begründung oder sichtbares Einwirken einer „höheren Macht“. Besonders für Protagonistin Kirie muss es schwer sein, da sie unweigerlich mit dem ganzen Horror stetig konfrontiert wird.

Aber entweder besitzt sie nur ein Kurzzeitgedächtnis oder sie ignoriert es einfach gekonnt. Genau so verhält es sich mit der restlichen Umwelt, die über diese „Dinge“ irgendwie hinwegzusehen scheint. Es sind Momente wie diese, in denen man sich fragt, ob „Uzumaki: Spiral Into Horror“ sich wirklich noch ernst nimmt oder hier ein makaberes Comedy-Theater veranstaltet wird. Schwer zu sagen, denn das Niveau schwankt von widerlich amüsant bis absolut gestört.

Optisch spielen Licht und Schatten in diesem Band 2 eine große Rolle, besonders wenn es darum geht, eine horrorartige Atmosphäre zu schaffen. Weiterhin besticht Junji Ito durch seinen sterilen und nüchternen Stil, der allerdings auch detailliert auftreten kann. Er versteht sein Handwerk, aus einer Szene jegliche Emotionen zu entfernen. Typisch dafür der romantische Moment der Protagonisten am Strand, der unbeholfener nicht rüber kommen könnte.

Lohnt es sich an dieser Serie dranzubleiben, auch wenn an manchen Stellen der Ekel in einem aufsteigt? Auf jeden Fall! Wie schon im ersten Teil kann man einfach nicht wegsehen, dafür zieht „Uzumaki: Spiral Into Horror“ den Leser zu sehr in seinen Bann. Die grandiose Darstellung wird alle Synapsen im Gehirn durchdrehen lassen, während man von einem Schocker in den nächsten stolpert. Folgt der Spirale!

Handlung

In Kurouzu ist irgendetwas seltsam. Ein Einwohner nach dem anderen dreht durch. Und Schuld daran scheinen die Spiralen zu sein …
Kirie glaubt anfangs nicht an die düsteren Theorien ihres Freundes Shuichi, doch logische Erklärungen gibt es einfach nicht.
Der Horror zieht seine Kreise … !

(Quelle: Carlsen Verlag)

Details

Format: Taschenbuch
Veröffentlichung: 24.12.2013
Seitenzahl: 208
ISBN: 978-3-551-79272-3
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Carlsen Verlag

Copyright Cover: Carlsen Verlag



Über den Autor

Christopher