Review

Ein in Leder gekleidetes Schwertkampf-Duo vor düsterem Hintergrund – das Cover von „Schwerter und Schwindler“, dem Auftakt der Trilogie „Die Gilde der Duellanten“ von Julia Knight, macht schon etwas her und neugierig auf den Inhalt; da schreckt auch der fast schon parodistische Züge aufweisende Untertitel „Sterben ist für Anfänger“ nicht ab, einen Blick in das neue Fantasy-Werk aus dem Knaur Verlag zu werfen.

In ihm begleiten die LeserInnen das Geschwisterpaar Kacha und Vocho, die sich bereits ab der ersten Seite als Wegelagerer durchkämpfen müssen statt in ihrer einstigen „Gilde der Duellanten“ für Ehre und Gerechtigkeit zu kämpfen. Schuld daran trägt scheinbar Vocho, dessen hitzig-wankelmütiges Gemüt ihn nicht nur einmal in Schwierigkeiten bringt. Während die Beziehung der Geschwister unter dieser neuen Situation leidet, müssen sich die beiden auch mit einem neuen Lebensstandard anfreunden, der fern der bisherigen Privilegien und ihrem eigentlichen Ansehen ist.

Dies alles arbeitet die britische Autorin Julia Knight gelungen aus und bringt dem Leser die Figuren schon in den ersten Kapiteln ausreichend nahe.

Der abwechslungsreiche und gute Aufbau der Geschichte, welcher mit als „Zwischenspiel“ betitelten Rückblenden angereichert wird, trägt ebenfalls zur Profilbildung der Charaktere bei.
Da die „Zwischenspiele“ außerdem einen Blick in die Vergangenheit werfen, verdichten sich dadurch die Informationen und Hintergründe zur Handlung. Dies jedoch nur bis zu einem Punkt, an dem es Knight nicht mehr schafft, die angestrebte Komplexität ihrer Geschichte sowohl spannend und wendungsreich als auch plausibel zu präsentieren. Politische Motive und Intrigen, in vorliegendem Band noch wenig detaillierte Ausführungen zu den Strukturen der erdachten Gilde oder Nebenrollen, mit denen viel Potenzial verschenkt wird, sind nur einige der Aspekte, die im Laufe des Romans zu unausgegoren bleiben.
Geht die Handlung zunächst noch zügig und interessant voran, büßt sie immer mehr an Pluspunkten ein. Die Lesemotivation sinkt zunehmend und parallel dazu nimmt auch die Freude und Neugier auf einen Folgeband kontinuierlich ab.

Julia Knight (Copyright: Kevin Fitzpatrick)

Nicht immer überzeugt zudem die „Sprache“. Gerade den jungen Charakteren wird eine jugendhafte, saloppe Sprechweise zugeschrieben, die zum einen oft sehr banal, zum anderen das eine oder andere Mal sogar sehr plump und niveaulos wirkt. Dies hätte man anspruchsvoller gestalten können, auch ohne dass es den Dialogen dadurch an Witz und Spritzigkeit hätte mangeln müssen und ohne ins allzu Umgangssprachliche oder gar Gossenhafte abzudriften. Dafür sind die Figuren dann doch zu schade und laufen hierdurch Gefahr, zu simpel und einfältig zu erscheinen.

Auch wenn „Schwerter und Schwindler“ erst den Beginn einer Trilogie darstellt, weitere Bände die Geschichte um die „Gilde der Duellanten“ bestimmt noch präziser ausarbeiten werden und sich der Roman durch meist kurze Sätze schnell und einfach lesen lässt, so ist das Interesse nach Teil 1 doch eher gedämpft, die Reihe weiter verfolgen zu wollen. Schade, denn eine derartige Mantel-und-Degen-Fantasy hätte dem Genre sicherlich gutgetan.

Handlung

Sterben ist für Anfänger …

Eigentlich sind Kacha und ihr Bruder Vocho die besten Schwertfechter von Reyes. Doch der Kampf für Ehre ud Gerechtigkeit war einmal – seit die beiden durch Vochos Schuld hochkant aus der Gilde der Duellanten geflogen sind, müssen sie sich als Wegelagerer durchschlagen, was Kachas Laune nicht unbedingt verbessert.
Doch als die Geschwister beim Überfall auf eine Kutsche eine Truhe mit geheimen Dokumenten an sich bringen, geraten sie mitten hinein in eine tödliche Verschwörung. Und Hilfe naht ausgerechnet in Form von Dom, dem arroganten Sohn eines Grundbesitzers, der ein Auge auf Kacha geworfen hat …

(Quelle: Knaur Verlag)

Autorin

Julia Knight lebt und arbeitet in Sussex. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder, und verbringt ihre Freizeit am liebsten mit Computerspielen oder ihrem Hund, der der heimliche Herr im Haus ist.

(Quelle: Knaur Verlag)

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Details

Format: Taschenbuch
Vö-Datum: 01.03.2017
Seitenzahl: 400
ISBN: 978-3-426-51994-3
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Knaur Verlag

Copyright Cover: Knaur Verlag



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde