Review

Nach der Trilogie ist vor der Trilogie – und so geht die Hörspielserie „Johnny Sinclair“ aus dem Hause Folgenreich mit „Johnny Sinclair – Dicke Luft in der Gruft (Teil 1)“ in die nächste Runde.

Der 15 Tracks umfassende All Age-Grusel-Hörspaß stellt damit nicht nur die nahtlose Fortsetzung der bisherigen Teile 1, 2 und 3 der Serie dar, sondern bildet gleichzeitig den Auftakt eines weiteren Dreiteilers, ebenfalls basierend auf einem Roman von Autorin Sabine Städing.

Zum Inhalt

Protagonist Johnny Sinclair ist in seinem zarten Alter von 12 Jahren nun endlich offizieller Geisterjäger – und ein erster Auftrag lässt nicht lange auf sich warten:
Klassenkameradin und Freundin Millie wird offenbar von Geistern geplagt, denen Johnny und seine helfende Hand Russell Einhalt gebieten sollen. Doch nähere Instruktionen fallen aus, da Millie plötzlich verschwunden ist …

Es soll für Figuren wie Zuschauer auch noch mindestens eine weitere Veröffentlichung der Hörspielserie dauern, bis die Geschichte weitere detaillierte und vor allem aufklärende Züge annimmt. Denn „Johnny Sinclair – Dicke Luft in der Gruft (Teil 1 von 3)“ mündet nach einer knapp 52-minütigen Laufzeit zunächst in einem kleinen, aber feinen Cliffhanger.

Macht Kinder froh und Erwachsene ebenso

In Anlehnung an die „John  Sinclair“-Romanreihe, jedoch für eine jüngere Leser- bzw. Hörerschaft konzipiert, fällt auch vorliegender Teil über den Nachwuchs-Geisterjäger entsprechend kindgerecht aus. Horror-Elemente halten sich in Grenzen, für schaurige Momente sorgt das kreative Duo hinter der Produktion, Sebastian Breidbach und Dennis Erhardt, dennoch.

Zum einen baut sich gelungen Spannung auf, zum anderen wird diese untermalt durch ein passendes Sounddesign.

Ebenso tragen die Sprecher, allen voran Wolf Frass als Erzähler und Totenschädel Erasmus von Rothenburg, zur Atmosphäre und zum Gelingen des vermeintlich gruseligen Kinder-Hörspiels bei, das auch bei Erwachsenen gut ankommen dürfte.

Geschuldet ist die All-Age-Ausrichtung des Hörspiels besonders der überwiegend niveauvollen Wortwahl. Diese und ein prinzipiell glückender Spagat zwischen kindgerechtem und erwachsenentauglichem Hörvergnügen sorgen abermals für Hörspiel-Unterhaltung bei Groß und Klein.

Kleiner Abstrich

Kleine Abstriche könnte man bezüglich der recht eindimensionalen Ausdrucksart von Sprecher Dirk Petrick als Hauptfigur Johnny Sinclair in Bezug auf emotionale Momente machen. Diesbezüglich erschöpft sich sein sprecherisches Repertoire in eher quälende, nörgelnde Laute, die ausbaufähig sind und Potenzial für eine facettenreichere Ausdrucksweise offen lassen. Denn ob nachdenklich, erschrocken, verängstigt oder erfreut – all dies macht Petrick auf zu ähnliche Art lautbar.

Fazit

Ansonsten steht „Johnny Sinclair – Dicke Luft in der Gruft (Teil 1)“ seinen Vorgängern in nichts nach.

Technisch – wie von Folgenreich-Produktionen gewöhnt – einwandfrei umgesetzt, gewinnen Figuren und Handlung an Tiefe. Indes wird ausreichend Neugier geweckt, um den bereits für April und Mai angekündigten weiteren beiden Teilen erwartungsvoll und spannungsgeladen entgegen zu fiebern.

Die Geisterjagd darf somit gerne weitergehen.

Hörprobe

Inhalt

Johnny Sinclair ist endlich offizieller Geisterjäger!

Seine erste Auftraggeberin ist Klassenkameradin Millie Edwards, die offenbar von Geistern geplagt wird. Als Johnny
zusammen mit seinem Freund und Helfer Russell erste Informationen über die Geister einholen will, ist Millie plötzlich verschwunden!

(Quelle: Folgenreich)

Details

Format: Hörspiel
Veröffentlichung: 22.03.2019
Spielzeit: ca. 52 Minuten
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Folgenreich (Universal Music Family Entertainment)

Copyright Cover: Folgenreich / Universal Music Family Entertainment



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde