Review

Hörspielfreunde dürfen sich von April bis Juni über die Fortsetzung der Kinder- und Jugend-Hörspielserie „Johnny Sinclair“ freuen.

Denn nachdem zuletzt Sabine Städings Roman „Dicke Luft in der Gruft“ als Hörspiel-Dreiteiler (Teil 1, Teil 2 und Teil 3) erschienen ist, folgt nun die Adaption ihres Romans „Die Gräfin mit dem eiskalten Händchen“. Abermals als Trilogie angelegt, komplettieren damit Folgen 7 bis 9 die All-Age -Hörspielreihe aus dem Hause Folgenreich.

Auch Geisterjäger brauchen Urlaub. Oder doch nicht?

Und so verschlägt es Titelheld Johnny, seinen Freund Russell und natürlich Schädel Erasmus von Rothenburg in „Die Gräfin mit dem eiskalten Händchen (Teil 1)“ von der heimischen schottischen Burg nach Österreich.

Auf Einladung des Grafen Albert von Tattenberg gilt es, das 500-jährige Bestehen von Schloss Tattenberg zu feiern – und natürlich das dort herrschende Schneetreiben auf Snowboards zu erleben. Doch zum Entspannen kommen die jungen Geisterjäger nicht, denn schon bald beginnt auch am Urlaubsort der ihnen und den Zuhörern nur allzu bekannte Spuk …

Bewertung

Stets begleitet von passender (und vor allem abwechslungsreicher, da genreübergreifender) Musik und effektvollem Sounddesign, baut sich bereits in den ersten Minuten eine spannende Atmosphäre auf.

Die Handlung selbst nimmt indes schnell an Fahrt auf. Ohne viel Zeit zu verlieren, nimmt das Geschehen seinen Lauf und die damit einhergehende altersgerechte Spannung (empfohlen ab 10 Jahren) zügig zu. Dadurch gerät der erste Teil des Hörspiels „Johnny Sinclair – 07 Die Gräfin mit dem eiskalten Händchen“ äußerst kurzweilig, während man dennoch auf viele Details und Ausschmückungen nicht verzichten muss.

In das bereits bewährte und bekannte Grusel-Setting – ganz nach dem großen Vorbild „John Sinclair“, dabei aber immer die jüngere Hörerschaft im Blick habend -, integriert man sowohl das Brauchtum der „Rauhnächte“ als auch die damit einhergehende Volkssage, die sogenannte „Wilde Jagd“. Dieser Kontext wirkt in diesem Fall weder aufgesetzt oder konstruiert, noch unpassend. Stattdessen fügen sich die daraus entnommenen Zutaten plausibel in die Geschichte ein, hätten eventuell sogar einen noch größeren Stellenwert einnehmen können.

Doch auch ohne diese Vertiefung in den hier angerissenen Stoff, mündet „Johnny Sinclair – Die Gräfin mit dem eiskalten Händchen (Teil 1)“ schließlich in einem fulminanten Cliffhanger, der auch den sprechenden Schädel Erasmus von Rothenburg, erneut hervorragend gesprochen von Wolf Frass, zur Verschnaufpause zwingt. So sind abschließend seine Worte – gewohnt direkt an die Hörer gerichtet – wie folgt zu vernehmen:

Ganz schön unheimlich, oder? Dann machen wir jetzt hier ’ne kleine Pause. Bis zur nächsten Folge.

Und die kann nicht schnell genug erscheinen, um den weiteren Verlauf der grandiosen Hörspielumsetzung gewahr zu werden.

Fazit

Gut, unterhaltsam und mitunter auch witzig setzt sich die „Johnny Sinclair“-Hörspielreihe auch mit dem Auftakt der neuen Trilogie gekonnt weiter fort. Knackige Dialoge aus der Feder von Dennis Ehrhardt sowie seine Fähigkeit, die Handlung gelungen voranzutreiben, ohne auf Details zu verzichten oder allzu gehetzt zu wirken, sorgen für einen schnellen Hördurchgang, der am Ende definitiv neugierig auf den zweiten Teil der Trilogie (respektive auf Folge 8) macht.

Hörprobe

Handlung

Einmal Urlaub machen von der Geisterjägerei!

Auf Einladung des Grafen Albert von Tattenberg reisen Johnny und Russell nach Österreich, um das 500-jährige Bestehen von Schloss Tattenberg zu feiern. Im Gepäck haben sie neben ihren Snowboards natürlich auch den sprechenden Schädel Erasmus von Rothenburg. Ein Glück, denn bald klopfen die ersten Geister an die Fenster von Schloss Tattenberg … !

(Quelle: Folgenreich)

Details

Format: Hörspiel
Veröffentlichung: 03.04.2020
Spielzeit: ca. 47 Minuten
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Folgenreich (Universal Music Family Entertainment)

Copyright Cover: Folgenreich / Universal Music Family Entertainment



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde