Review

Nachdem es aus der Taufe gehoben wurde, ist das Black Label von DC Comics nach unserem Dafürhalten zu einem wahren Triumphzug angetreten. Das spiegelt sich vor allem in unseren diesjährigen Comic-Highlights wider.

Innerhalb des neuen Imprints kam der Okkultist John Constantine bereits in der düsteren und komplexen Geschichte „Batman: Damned 1 (von 3)“, „2 (von 3)“, „3 (von 3)“ aus der Feder von Brian Azzarello und Lee Bermejo in einer tragenden Rolle vor. Der beliebte Magier hatte seine Hochzeit vor allem unter DCs legendärem Vertigo-Imprint, dessen Nachfolger das Black Label ist. Und nun liegt mit „John Constantine – Hellblazer 1“ von Autorin Kat Howard und Autor Simon Spurrier auch der Beginn dieser neuen Serie und Ära um den Trickser im Trenchcoat vor.

Ein kettenrauchender Antiheld und Zyniker 

Irrsinn ist die einzige Konstante.“

Zitat aus „John Constantine – Hellblazer 1“, Panini Comics

Nach der magischen Apokalypse erwacht der Berufszyniker und Okkultist John Constantine wieder auf der Erde. Diese hat sich allerdings sehr verändert. Hier muss sich der kettenrauchende Antiheld erst einmal zurechtfinden. Dabei trifft er auf den jungen Zauberer Timothy Hunter, der einer alten Legende nach dazu bestimmt ist, der größte Zauberer aller Zeiten zu werden – sowie möglicherweise der Vernichter der Welt. Außerdem trifft er auf eine ältere Version seiner selbst, die ebenso gebildete wie abgeklärte Rausschmeißerin Nat, die auf keinen Fall mit ihm in die Kiste will, eine Gruppe dämonischer Gangster sowie einen Hipster-Zauberer und innigen Constantine-Fanboy. Hier ist also allerhand geboten.

Nach einer kurzen Einstiegszeit

Zugegebenermaßen habe ich schon eine Weile keinen Constantine-Comic mehr in der Hand gehalten. Aufgrund der wunderbaren Erfahrungen mit dem Black Label überwog indessen die Lust, dennoch einen Blick auf die Vertigo-Legende in dieser neuen Ära zu werfen. Und das hat sich auch gelohnt.

Leseprobe aus „John Constantine – Hellblazer 1“. (Copyright: Panini Comics)

Trotz der vollmundigen Ankündigung, dass es sich auch hier um eine unabhängige Serie handelt, die sich auch für Frischlinge und Neuleser eignet, fühlt sich der Leser zwar – gerade zu Beginn – mit seiner Unwissenheit ein wenig alleingelassen. Kat Howard und Simon Spurrier erzählen den Startschuss ihrer Serie über den okkulten Überlebenskünstler jedoch so, dass der gewillte Leser schnell in diese Welt hineinfindet und auch bereit ist, sich in diese hineinzuarbeiten; dabei klingt das bereits zu harsch. Der Einstieg gelingt nach einigen Seiten recht mühelos. Geschichte und Figuren sind toll geschrieben, wobei insbesondere die Dialoge zwischen John und Nat sowie zwischen John und seinem größten Fan ein herrliches Lesevergnügen sind.

Der Comic ist dabei zwar überwiegend düster gehalten, es überwiegt aber die humorvolle, bisweilen ironisch-witzige, aber auch groteske Stimmung.

Das Artwork ist dabei nicht aus einer Hand und durchaus von unterschiedlicher künstlerischer Qualität. Hier schwingen insgesamt die Zeichner Aaron Campbell, Matías Bergara, Marcio Takara, Tom Fowler sowie Craig Taillefer den Zeichenstift. Alle Künstler interpretieren Figuren und Welt auf ihre Art, wobei der Gesamteindruck schlicht hochwertig ist.

Fazit

Wer schon länger Lust hat, in die Welt des britischen Okkultisten John Constantine einzusteigen, dem bietet sich mit diesem Neustart ein weicher und geschmeidiger Einstiegspunkt. Der Auftakt schafft es dabei ferner, dass der Leser die Historie der Figur weiter ergründen möchte.

Inhalt

Neue Serie, neue Macher, alte Untugenden: Der britische Okkultist John Constantine ist wieder da!

Nach der magischen Apokalypse kämpft der kettenrauchende Antiheld und Zyniker erneut gegen Dämonen, Engel und alles dazwischen – und trifft auf den jungen Zauberer Timothy Hunter.

(Quelle: Panini Comics)

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 17.11.2020
Originalausgaben: Books of Magic (2018) 14 / John Constantine – Hellblazer (2020) 1-6 / Sandman Universe: John Constantine – Hellblazer 1
Seitenzahl: 220
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)