Review

Eine dystopische Zukunft, durch die sich ein Junge und ein Mädchen gemeinsam schlagen müssen? Auf den ersten Blick nichts unbedingt Neues, was uns Joelle Charbonneau mit ihrer Trilogie präsentieren möchte. Doch schon auf den zweiten Blick hat der erste Band einige spannende Besonderheiten enthüllt, die sich nun in „Die Auslese. Nichts vergessen und nie vergeben“ fortsetzen. Ihr könnt euch daran nicht mehr erinnern? Keine Sorge. Denn genau so geht es auch den früheren Teilnehmern der Auslese!

Nun, bis auf Cia. Sie überlebte die Auslese. Und da sie mit einem technischen Kniff Aufnahmen anfertigen konnte, während sie mit und gegen die anderen Teilnehmer ums Überleben kämpfte, blieben ihr keine Details der grausamen Prozedur erspart. Doch zunächst scheint das Schlimmste überstanden zu sein, denn Cia darf endlich das Grundstudium an der Universität von Tosu City absolvieren. Glücklich und zusammen mit Tomas scheint nun alles besser zu sein. Alle neuen Studenten lernen wie besessen, denn am Ende stehen die berüchtigten Auswahlprüfungen an. Denn auch wenn hier niemand bei falschen Antworten sterben muss, geht es doch darum, sich für den richtigen Studienplatz zu qualifizieren. Während Tomas Medizin studieren möchte, wünscht sich Cia nichts sehnlicher, als einen Platz im Maschinenbau.

Daher ist es für sei ein Schock, als sie für den Studiengang „Regierung“ auserwählt wird. Es kommt jedoch noch schlimmer: Durch einen Zufall findet Cia heraus, was es wirklich bedeutet, bei diesen Prüfungen zu versagen und „von der Universität abgezogen zu werden“. Wieder muss sie um ihr Leben kämpfen – zwischen den Fronten einer korrupten Regierung und einer geteilten Revolution droht das junge Mädchen zerrieben zu werden. Kann sie das Arbeitspensum wirklich schaffen? Wird sie sich auf die Seite der Rebellen schlagen? Und – wird sie auch diesen Teil der Auslese überleben?

Joelle Charbonneau (Copyright: Joelle Charbonneau)

Joelle Charbonneau (Copyright: Joelle Charbonneau)

Am Ende der 416 Seiten wird alles anders sein. Die Spannung steigt, als die Geschichte auf einen Point of no Return zusteuert. Allerdings gibt es bei all dieser spannenden Entwicklung und zwischen den Entdeckungen auch ein Manko dieses zweiten Teils: Denn während die Story gut vorankommt, fehlt es ein bisschen an einer persönlichen Entwicklung der Protagonisten. Nicht nur, dass die Beziehung zwischen Cia und Tomas fast völlig in den Hintergrund der Erzählung tritt; quasi nebenbei werden beide nicht nur mit gesellschaftlichen Umbrüchen und persönlichen Herausforderungen – natürlich immer unter Beobachtung, posttraumatischen Belastungen und Schlafentzug – konfrontiert, nein, sie meistern das alles anscheinend ganz problemlos. Auch wenn natürlich die Obrigkeit nichts von den inneren Unsicherheiten unserer Helden mitbekommen darf – der Leser dürfte schon ein wenig mehr Einblick in diese Entwicklungen haben.

Nichtsdestotrotz spielt die Autorin hier gekonnt mit den Extremen. Die Anforderungen einer normalen Ausbildung sind schon so eine Umgewöhnung, dass sich hier Leser jeden Alters wiederfinden können. Auch die sprachliche Gestaltung wird einem jüngeren Publikum gerecht, ohne ins Absurde abzudriften. Hier zeigt Charbonneau – zusammen mit der guten Übersetzungsarbeit – ein sicheres Händchen.

Dachte man noch, das Schlimmste sei mit der Auslese an Cia und Tomas vorübergegangen, stehen beide nun vor ganz anderen Problemen. Und auch wenn am Ende ein großer Cliffhanger wartet, ist „Die Auslese. Nichts vergessen und nie vergeben“ endlich mal ein zweiter Trilogieteil, der kein Lückenfüller ist!

Inhalt

Sie allein kennt die Wahrheit über die Auslese

Cia Vale ist gemeinsam mit ihrem Freund Tomas an der Akademie von Tosu City aufgenommen worden. Und obwohl die Regierung ihnen ein Medikament verabreicht hat, das alle Erinnerungen an das brutale Auswahlverfahren der „Auslese“ löschen soll, hat Cia nichts vergessen – weder die schrecklichen Todesfälle noch ihre Liebe zu Tomas.

Ab sofort kennt sie nur noch ein Ziel: die „Auslese“ zu beenden, indem sie dafür sorgt, dass die ganze Welt die grausame Wahrheit erfährt. Doch damit bringt Cia nicht nur sich selbst, sondern auch alle, die sie liebt, in größte Gefahr …

(Quelle: Penhaligon)

Die Auslese – Homepage

Autorin

Joelle Charbonneau begann mit dem Schreiben, als sie noch Opernsängerin war. Heute ist die Schriftstellerei ihre größte Leidenschaft.
Joelle Charbonneau lebt gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem Sohn in der Nähe von Chicago. Wenn sie nicht schreibt, arbeitet sie als Schauspiel- und Stimmtrainerin.

(Quelle: Penhaligon)

Joelle Charbonneau – Homepage
Joelle Charbonneau – Facebook
Joelle Charbonneau – Twitter

Trilogie

Band 01 – Die Auslese. Nur die Besten überleben
Band 02 – Die Auslese. Nichts vergessen und nie vergeben
Band 03  – tba (erscheint voraussichtlich Anfang 2016)

Details

Format: Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
Vö-Datum: 12.01.2015
Seitenzahl: 416
ISBN: 978-3-7645-3118-8
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Penhaligon

Copyright Cover: Penhaligon



Über den Autor

Ivonne
Ivonne
"Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust." - Rosette Niederer