Review

Die Justice League im Weltall

Als die Erde urplötzlich aus ihrer Umlaufbahn gerissen und in ein gigantisches außerirdisches Raumschiff verfrachtet wird, nimmt die Justice League of America schnell die Untersuchung auf, um die Täter zu ermitteln und deren Plan aufzudecken.

Die ruhmreiche Gerechtigkeitsliga findet schnell heraus, dass eine uralte Rasse von Wissenschaftlern hinter dem Angriff steckt. Genauer gesagt handelt es sich dabei um die erste und älteste Spezies des Universums, geboren kurz nach dem Urknall. Die Alien-Wissenschaftler sind erstmals in ihrer Existenz vom Tod und damit vom Aussterben bedroht. In ihrer Verzweiflung entführen sie eine Vielzahl von Planeten in der Hoffnung, eine Welt nach ihrem Tod zu erschaffen.

Superman, Batman, Wonder Woman & Co. nehmen sich dieser Herkulesaufgabe an. Dabei wollen sie allerdings nicht bloß die vielen verschiedenen Welten retten, sondern gleichzeitig der gottgleichen Rasse ihren Weg ins Jenseits ebnen.

Blockbuster-Comic im Überformat

Wenn sich auf dem Cover eines Comics die Namen von Top-Autor Mark Waid („Captain America – Steve Rogers 7: Das gelobte Land“, „Avengers 1: Neue Helden“) und Star-Zeichner Bryan Hitch („Batmans Grab 2“, „Justice League 3: Zeitlos“) sowie daneben diejenigen des namhaften Tuschers Paul Neary und Koloristin Laura Martin finden, ist man als Comic-Leser:in geneigt zu fragen: Was soll denn da schon schief gehen?

Mit dem Album „JLA: Heaven’s Ladder“ (aus dem Jahr 2000) von diesem künstlerischen Starensemble ist hierzulande kürzlich eine Neuauflage dieses eigenständigen Blockbuster-Comics erschienen – und zwar in dem ursprünglich vorgesehenen prachtvollen Überformat (tabloid-sized).

Und in der Tat, das übergroße Format gereicht einem Experten für Spektakel und bombastische Blockbuster wie Bryan Hitch zum Vorteil. Der langjährig erfahrene Brite nutzt die komplette Größe der Seiten voll aus und beeindruckt mit teilweise erstaunlich ausladenden und überdimensionalen Illustrationen. Hier wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. So wird beispielsweise unmittelbar zu Beginn auf einer prachtvollen Doppelseite schlicht das Raumschiff der Aliens in Szene gesetzt.
Auch im Übrigen ist das Artwork typisch Hitch-esk („Justice League of America: Der kryptonische Gott“). Soll heißen, die großspurigen Actionszenen gelingen bildgewaltig und eindrucksvoll und verleihen dem eigenständigen Abenteuer eine angemessene visuelle Einkleidung.

Ebenfalls wie gewohnt misslingen der Comic-Ikone indessen auch hier an der einen oder anderen Stelle die Mimik und die Darstellung von menschlichen Emotionen. Der Ausdruck seiner Figuren ist bisweilen leb- und emotionslos.

Leseprobe aus „JLA: Heaven’s Ladder“. (Copyright: Panini Comics)

Also zurück zur Ausgangsfrage: Was soll denn da schon schief gehen? Überraschenderweise doch allerhand. Von Autor Mark Waid sind wir jedenfalls gänzlich andere Geschichten gewohnt.

Die gesamte Story wirkt gleichermaßen abgeschmackt wie schwülstig. Die mächtigen kosmischen Wesen bleiben ohne tieferes Profil oder interessante Hintergründe.

Wenig nachvollziehbar gerät zudem die unmittelbare Motivation der Gerechtigkeitsliga, dieser überheblichen, gottgleichen Rasse zu einem Leben nach dem Tod zu verhelfen.

Das gesamte Abenteuer bleibt überdies – auch in seinen Aussagen – erstaunlich oberflächlich. Es geht um spirituelle Wege und irgendwie doch nicht. Besondere Einsichten oder Erkenntnisse sind mit der Lektüre nicht verbunden. An einigen Stellen war es sogar schwierig, bei dieser an sich überschaubaren Story am Ball zu bleiben, weil Waid unnötig verworren und kompliziert erzählt.

Fazit

Autor Mark Waid präsentiert eine überraschend schwachbrüstige Geschichte, die einen zu keiner Zeit wirklich zu fesseln vermag. Es sind meines Erachtens einzig die Schauwerte, welche von den Blockbuster-Illustrationen von Zeichner Bryan Hitch ausgehen, die für einen gewissen Unterhaltungswert sorgen. Eine Leseempfehlung vermag ich allein deshalb indes nicht auszusprechen.


JLA: Heaven’s Ladder

Inhalt

Ein eigenständiger Blockbuster-Comic mit der Justice League im Überformat! 

Die Erde und viele weitere Planeten werden von mächtigen kosmischen Wesen entführt. Können Batman, Wonder Woman, Superman, Flash und Aquaman gegen galaktische Götter bestehen und all diese Welten retten?

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Mark Waid
(*21. März 1962 in Hueytown, Alabama) ist ein US-amerikanischer Comicautor.

(Quelle: Wikipedia)

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Details

Format: Hardcover
Vö-Datum: 12.07.2022
Originalausgaben: JLA: Heaven’s Ladder
Seitenzahl: 84
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)