Review

Zweiter Band und noch immer muss sich Protagonistin Gwen an den Hirnen frisch eingebuddelter Leichen vergreifen, um nicht zu dem vermoderten Untoten zu werden, der sie in Wahrheit ist. Und immer noch ist sie mit ihrer Geister-Freundin und dem Werterrier Scott unterwegs. Auch in dieser Hinsicht hat sich „iZombie – Blutsauger“ nicht verändert.

Allerdings macht Gwen der momentane Diebstahl von Leichen, der in dem Städtchen Eugene umhergeht, zu schaffen. Denn ihr Hunger wird größer und muss bald gestillt werden, wenn sie nicht selber sabbernd durch die Gegend laufen will. Außerdem treten neben den organisierten Vampir-Verbrecherinnen weitere Gestalten ans Tageslicht, dessen Intentionen zwar noch unklar, aber durchaus beunruhigend sind.

Mit dem zweiten Band gibt es endlich Aufschlüsse über die drei Hauptfiguren bzw. wie sie von ihren jeweiligen Schicksalsschlägen heimgesucht wurden. Bei Gwen ergibt sich zwar noch eine Lücke, aber was Scott und Ellie angeht, wird alles offen gelegt.
In Sachen Scott alias der Werterrier zeigt sich erneut das typische Augenzwinkern, mit dem Roberson seine Story angeht; es gibt eine Menge Referenzen zu Serien oder Filmen wie Scooby Doo oder sogar Star Wars. Eine Stelle erinnert sogar an den ersten Spiderman-Comic, was durch die fragwürdigen „Kräfte“ eines Terriers nur noch umso absurder wirkt.

Dabei sind beide Rückblicke von tragischen Ereignissen überschattet, welche aber nicht annähernd so emotional rüberkommen, gerade weil in diesem Comic eine Menge runtergespielt wird. Im ersten Band wurde Scott ebenfalls in seiner Werterrier-Gestalt von einem seiner besten Freunde überrascht, darauf wird aber in diesem Teil gar nicht mehr eingegangen.

Solch kleine Einlagen zeugen vom Humor der Reihe (Copyright: Panini Comics)

Solch kleine Einlagen zeugen vom Humor der Reihe (Copyright: Panini Comics)

Auch wirkt es dieses Mal sehr überladen, was neue Figuren und Storyelemente angeht. Es gibt so viele verschiedene durcheinander geworfene Handlungsstränge, dass man sich als Leser nach jedem Teil wieder neu sortieren muss. Diese enden nämlich immer noch abrupt und auch viel zu schnell, bevor sie eventuell irgendwann ineinander überlaufen. Teilweise verläuft so manche Aktion ins Nichts und man fragt sich, ob das jetzt wirklich nötig war, dies weiter zu behandeln, besonders wenn es um die Vampire geht.

Dennoch bleiben am Ende ein paar nette Ideen übrig. Während Gwen bei der Hirn-Mahlzeit als Nebeneffekt die Erinnerungen des Toten erlangt, lenkt es das Geschehen in eine neue Richtung, wenn sich die Erinnerung unerwartet mit ihrem vergangenen Leben kreuzt. So bleibt Gwens komplette Geschichte immer noch verborgen und sorgt für Neugier. Auch das Thema der Ober- und Unterseele, die diese Fabelwesen hervorrufen, birgt eine Menge Potenzial.

„iZombie“ behält sich jedoch den einen oder anderen comedyreifen Teil vor. Daher ist man zusammen mit der poppigen Darstellung immer zwischen einem ernsten, tragischen oder komischen Ton hin- und hergerissen. Etwas, das durchaus den Charme von „iZombie“ ausmacht.

So bleibt am Ende zwar ein überquellender Comic, voll mit neuen Elementen, aber zugleich einer, der immer noch so gut lesbar ist wie der vorherige Band. Insofern diese im dritten Teil nahtlos implementiert werden, ergeben sich für die Zukunft interessante Ebenen, auf die „iZombie“ zurückgreifen kann.

Inhalt

Die „hirnreißende“ Comic-Vorlage zur erfolgreichen TV-Serie geht in die zweite Runde!

Eine Flut von Toten überschwemmt die Leichenhalle, in der Gwen Dylan sich gewöhnlich ihre Mahlzeiten besorgt. Während sie noch versucht, die Rätsel ihrer Vergangenheit zu lösen, verbündet sich ein wahnsinniger Wissenschaftler mit einem rachsüchtigen Vampir – und eine Mumie schlägt Gwen einen Teufelspakt vor, damit sie ihr Leben (pardon, ihren untoten Zustand) wieder in den Griff kriegt …

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Chris Roberson
ist ein 1970 geborener Science-Fiction Autor und Verleger aus Portland, Oregon.

(Quelle: Wikipedia)

Chris Roberson – Homepage
Chris Roberson – Twitter

Mike Allred
ist ein US-amerikanischer Comic-Zeichner, der besondere Popularität durch seine Independent-Comic Arbeit an „Madman“ erlangte. Sein Stil definiert sich speziell durch Anlehnungen an Pop-Art sowie Comic-Stile der 50er und 60er Jahre.

(Quelle: Wikipedia)

Mike Allred’s blog
Mike Allred – Twitter

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 23.02.2016
Originalausgaben: iZombie 6-12
Seitenzahl: 172
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics / Vertigo



Über den Autor

Christopher