Review

Industriemagnat, Krösus, Wohltäter der Menschheit und eiserner Superheld Tony Stark alias Iron Man geht mit „Iron Man 2: Kampfmaschinen“ in seine zweite und (vorerst) letzte Runde im brandneuen MarvelUniversum.

Iron Man 1: Unbesiegbar!“ hat uns annähernd in einen Zustand der Euphorie versetzt, weshalb die Fortsetzung der monatlichen Heftserie im Sammelband-Format auch durchaus sehnsüchtig erwartet wurde. Umfasst sind hier die US-Ausgaben „Invincible Iron Man 6-14“, womit wir insgesamt auf einen über 200 Seiten starken Band kommen, was die Vorfreude noch einmal zusätzlich steigert.

Inhaltlich lässt sich der Sammelband grob in die zwei Abschnitte gliedern:

Zunächst erleben wir ein weiteres Date von Tony und seiner neuen Herzensdame, der Biophysikerin Dr. Amara Perera. Unterdessen treibt sich sein bester Kumpel Jim „Rhodey“ Rhodes alias War Machine in Japan herum, um als Freund und Helfer im Stark Tower in Osaka einigen Sicherheitslücken auf den Grund zu gehen. Denn Whitney Frost alias Madame Masque hat hier etwas gestohlen, ohne dass bisher bekannt wäre, worum es sich dabei handeln könnte. Tonys Date wird derweil von dem offenbar von Grund auf veränderten Victor von Doom alias Dr. Doom gestört, der inzwischen aussieht wie Vincent Cassel und laut eigener Aussage nach wie vor nur beste Absichten verfolgt. Als War Machine jedoch länger als erwartet unterwegs und dann auch noch unerreichbar ist, bricht Iron Man gemeinsam mit Spider-Man ebenfalls nach Japan auf, um ihn zu finden. Dort angekommen, bekommen sie es mit gefährlichen Biohack-Ninjas und deren Anführerin zu tun. Diese ist eine frischgebackene Inhuman (die sind gerade wirklich überall, wo es im MarvelUniversum brennt: „Civil War II 1“, „Inhumans vs. X-Men 1“ oder auch „Monsters Unleashed: Die Monster sind los (2 von 3)“) und verfügt über die äußerst nützliche Fähigkeit, Technik direkt beeinflussen zu können – wiederum zum Leidwesen von Iron Man und War Machine.
Im weiteren Verlauf soll auch noch die Hilfe der neuen Avengers („Avengers 1: Neue Helden“) rund um Vision, Captain America Sam Wilson, die Göttin des Donners Thor, Ms. Marvel Kamala Khan, Nova Sam Alexander sowie Spider-Man Miles Morales nötig sein, um die Gefahr in den Griff zu bekommen.
Derweil hat Spider-Mans Ex Mary Jane Watson in den Staaten ganz andere Probleme. Tony hat sie gebeten, für ihn zu arbeiten und somit agiert sie nun als dessen neue Verwaltungschefin und muss sich mit der vorlauten und gewitzten künstlichen Intelligenz Friday abgeben.
Außerdem sehen wir das junge Genie Riri Williams, die mit ihrer selbst gebastelten Rüstung zur neuen gepanzerten Superheldin werden will.

Im Übrigen steht die Ausgabe dann noch ganz im Zeichen des Crossovers „Civil War II“ und enthält in dieser Hinsicht einige Event-Kapitel. Dass das Event nicht nur War Machine, sondern auch Dr. Bruce Banner, den ersten Hulk, das Leben gekostet hat, wird in Iron Mans vorliegender Soloserie als bereits bekannt vorausgesetzt (wer es genauer wissen will, liest etwa hier noch einmal nach „Civil War II Sonderband 3: X-Men“).
Die Storyline beginnt mit Tony Stark in den Trümmern seines Stark Towers und befasst sich vor allem mit dessen Trauer um seinen besten Freund Rhodey; aber auch die Spannungen zwischen ihm und Captain Marvel Carol Danvers stehen im Blickpunkt, insbesondere als es zu einer ungeplanten Aussprache zwischen beiden kommt. Schließlich sind beide Ex-Alkoholabhängige und bedürfen in den Krisenzeiten des zweiten Superheldenkrieges eines Meetings der anonymen Alkoholiker.

Brian Michael Bendis hat hier weiterhin eine gelungene Story abgeliefert. Dabei geht es – insbesondere in den letzten Kapiteln – deutlich persönlicher und emotionaler und weniger humoristisch als im Vorgänger zu. Vor allem die Aussprache zwischen Tony und Carol gerät sehr intim und lässt in Bezug auf „Civil War II“ schon äußerst bedeutungsschwanger durchschimmern, was passieren wird; auch andernorts finden sich schon Antizipationen hinsichtlich Tony Starks Schicksal:

So ein Leben als Abenteurer, als Avenger und Kämpfer fällt in der Regel kürzer als andere aus.

Wer „Civil War II“ (immer) noch nicht gelesen hat und dies noch ungestört tun möchte, soll hier selbstredend auch nicht gespoilert werden.

Leseprobe aus „Iron Man 2: Kampfmaschinen“ (Copyright: Panini Comics)

Indes dürften die Signale für die nahe Zukunft auch so schon deutlich genug sein, schließlich handelt es sich hier um die finale Ausgabe dieser Iron Man-Reihe und wir erleben andererseits das Superhelden-Debüt von Riri Williams, die es Iron Man gleichtut und in selbst kreierter Rüstung umherfliegt (aktuell: „Iron Man Sonderband 1: Die nächste Generation“); ferner bringt sich auch – der vermeintlich geläuterte? – Victor von Doom schon in Stellung („Doctor Doom: Iron Man 1: Rollentausch“). Es ist also durchaus allgegenwärtig, dass der zweite Heldenkrieg – in welcher Form auch immer – drastische Veränderungen für Iron Man-Fans bereit hält.

Dass die vorliegende neue Storyline mit dem Artwork von Mike Deodato Jr. daherkommt, ist durchaus ein Wermutstropfen, da wir doch beim Schmökern die dynamischen und expressiven Zeichnungen von David Marquez vermissen, die uns im Vorgängerband so gut gefallen haben. Dabei sei hier ausdrücklich betont, dass die Arbeit von Mike Deodato Jr. natürlich nicht per se ein Minuspunkt ist, sondern nur die Tatsache, dass man gerne noch mehr von Marquez‘ Stil gesehen hätte. Da sich die Artworks der beiden Künstler nicht einmal ähneln, kann man insoweit eindeutig von einem stilistischen Bruch sprechen.

Insgesamt sind aber beide Iron Man-Bände aus der Feder von Brian Michael Bendis absolut ihr Geld wert und wissen zu unterhalten. Wer Tony Stark mag und glaubt, ihn zukünftig zu vermissen, sollte sich diesen üppigen Band auf keinen Fall entgehen lassen.

Inhalt

Während Tony Starks romantische Interessen von Dr. Doom gestört werden, ermittelt War Machine in Japan. Hier bekommen es Rhodey und Tony kurz darauf mit Ninjas und einem Feind zu tun, der jede Maschine zu seinem Vorteil nutzen kann. Doch was, wenn am Ende nicht mal Spider-Mans Eingreifen verhindert, dass die Welt ihr größtes Genie verliert?

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Brian Michael Bendis
(*18. August 1967 in Cleveland, Ohio, USA) ist ein US-amerikanischer Comic-Autor und Künstler.

(Quelle: Wikipedia)

Brian Michael Bendis – Homepage
Brian Michael Bendis – Twitter

Details

Format: Softcover
Veröffentlichung: 28.11.2017
Originalausgaben: Invincible Iron Man 6-14
Seitenzahl: 212
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Comics



Über den Autor

Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)