Review

Es ist eine Mischung aus Sachbuch und philosophischer Abhandlung über das Rock ’n‘ Roll Geschäft, welche der Autor und Kopf der Band Chain & The Gang, Ian F. Svenonius, in „22 Strategien für die erfolgreiche Gründung einer Rockband“ präsentiert.

Wer bei diesem Werk jedoch einen klassischen Ratgeber erwartet, wird sicherlich enttäuscht sein, denn eine solche Funktion erfüllt das Buch nur bedingt.

Nach dem Einstieg, der ein wenig absurd anmutet, da der Autor vorgibt, durch ein Medium auf verschiedene (sehr skurrile) Arten und Weisen mit verstorbenen Rockgrößen Kontakt aufgenommen zu haben, um diesen wertvolle Tipps bezüglich der Gründung einer Band zu entlocken, beginnt der Abschnitt mit den titelgebenden 22 Strategien.

Diese sind nur teilweise hilfreich und strotzen vor Ironie. Zudem ist der extrem komplex gehaltene Stil des Autors gewöhnungsbedürftig. Dennoch gibt es einige durchaus interessante Abschnitte, die man bei der Bandgründung beachten sollte. Ein wenig unglücklich ist allerdings die Anordnung der Tipps gelungen, da an einigen Stellen sowohl vor- als auch zurückgegriffen wird. Ein logischerer Aufbau wäre hier definitiv wünschenswert gewesen.

Ian F. Svenonius (Copyright: Ian F. Svenonius)

Ian F. Svenonius (Copyright: Ian F. Svenonius)

Davon abgesehen bekommt der Leser – auch wenn er nicht unbedingt plant, eine Band zu gründen – einen durchaus interessanten Einblick in das Musikgeschäft, insbesondere im Rockgenre. Insbesondere was die Themen Musikindustrie und Kritiker angeht, ist der Autor sehr offen und gibt spannende Ansätze und Strategien wieder. Sehr oft blitzt auch seine eigene Meinung durch.

Auffällig ist auch die Vorliebe von Ian F. Svenonius für zwei Bands, die bei fast jedem Kapitel als Vorbild dienen: Zum einen die Rolling Stones, zum anderen – und noch viel häufiger – die Beatles. Beide werden als Vorbilder in nahezu jeder Hinsicht betrachtet, wenn es um die Gründung einer Band geht. Dies geht dem Leser recht schnell auf den Geist, da man ja eigentlich erhofft, innovative Ideen aufgezeigt zu bekommen und nicht bereits vor etlichen Jahren Dagewesenes. Das schlichte Kopieren eines Bandkonzepts wird sicherlich in der heutigen Zeit nicht unbedingt von Erfolg gekrönt sein.

Man kann also sagen, dass „22 Strategien für die erfolgreiche Gründung einer Rockband“ als Ratgeber nur bedingt taugt. Viel zu sehr gleitet der Autor immer wieder in die Ironie ab oder greift auf bereits existente Konzepte zurück. Auch unterhaltsam ist dieses Buch nicht durchgehend. Sicherlich funktioniert der ironische Ansatz gelegentlich durchaus, sodass man schmunzeln muss, insgesamt ist das Buch aber viel zu kompliziert geschrieben, als dass man sich von ihm schlicht unterhalten lassen kann.

Inhalt

Der Kultmusiker Ian F. Svenonius spürt den Geheimnissen des Rock ’n‘ Roll nach, seitdem er selbst ein Teil davon ist. Sein Ratgeber ist ebenso wahr wie hilfreich, aber auch warnendes Pamphlet, philosophischer Text und zudem eine findige Kulturgeschichte der Rock- und Popgeschichte.

Vor allem aber lehrt Svenonius angehende Rockmusiker, was es heißt, sich einem Kollektiv zu verschreiben. Er erklärt ihnen alles, was sie zu den Themen Sex, Drogen, Sound, Bandfotos, Nostalgieherstellung und – natürlich – wie man den Bandbus belädt, wissen müssen.

Und die Geheimnisse, wie man eine Band an die Spitze der Charts führt, kennt Svenonius auch. Heroen der Rock- und Popgeschichte flüsterten sie ihm aus dem Jenseits zu.

(Quelle: Metrolit Verlag)

Autor

Ian F. Svenonius ist der Autor des Underground-Bestsellers „The Psychic Soviet“. Als Musiker hat er mit verschiedenen Bands bisher 18 Alben veröffentlicht. Am bekanntesten ist Chain & The Gang, deren Frontman er ist. Svenonius lebt in Washington D. C.

(Quelle: Metrolit Verlag)

Details

Format: Hardcover
Vö-Datum: 19.06.2014
Seitenzahl: 320
ISBN: 978-3-8493-0091-3
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Metrolit Verlag

Copyright Cover: Metrolit Verlag



Über den Autor

Stefan †
Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.