Review

Vielen wird der Titel „Parasyte: Kiseijuu“ durch seine Anime-Adaption ein Begriff sein, die unter dem Namen „Parasyte – the maxim“ 2014 auch in Deutschland veröffentlicht wurde. Nun hat sich Panini entschieden, das Sci-Fi-Horror-Originalmaterial aus dem Jahre 1988 mit deutscher Übersetzung wieder aufleben zu lassen.
Und diese Entscheidung war goldrichtig, denn obwohl diese Reihe bereits 1995 ihr Ende fand, hat sie immer noch nichts von dem damaligen Charme verloren.

Was wäre, wenn die Anzahl der Menschen auf der Erde halbiert werden würde? Würde der Natur dann genug Platz gegeben sein? Die stille Antwort legt sich in Form von Sporen über den ganzen Erdball verteilend nieder. Ihnen entschlüpfen wurmartige Parasiten, die sich in den Hirnen der Menschen einnisten und sie damit unter ihre Kontrolle bringen. Dem Schüler Shin’ichi Izumi ist ein solches Schicksal erspart geblieben, was den Parasiten dennoch nicht davon abgehalten hat, seine rechte Hand zu übernehmen. Leider bleibt für beide kaum Zeit, sich an diese Situation zu gewöhnen, da weitere Parasiten in ihren menschlichen Körpern die blutige Jagd auf Frischfleisch bereits eröffnet haben.

„Parasyte“ (oder auch „Kiseijuu“, wie es im japanischen Original heißt) hat trotz all der Jahre aktuellen Mangas eine Menge voraus. Die Reihe fährt sich nicht in verbrauchten Battle-Genres fest oder versucht, seine Leser mit Fanservice zu ködern. Bei „Parasyte“ gibt es einen ausgewogenen Plot aus Sci-Fi-Action und effektiven Horror-Elementen, während eine innovative Story den Klassiker komplettiert.

Natürlich darf man auch nicht den gewissen Sinn für Humor vergessen: Ein wenig Slapstick, der sich aber nie zu sehr aufdrängt.

Mag man zunächst denken, dass es sich hier nur um eine weitere Story handelt, die zeigen will, wie schlecht die Menschheit doch ist, wird man schnell eines Besseren belehrt, denn „Parasyte“ prangert die Zerstörung der Erde nie direkt an, sondern legt dies äußerst nüchtern dar.

Auch funktionieren die beiden Protagonisten Shin’ichi und sein Parasit Migi (jap. für „rechts“) nur als Team effektiv; schließlich muss man sich arrangieren, wenn man sich mehr oder weniger denselben Körper teilt, auch wenn das bedeutet, dass Shin’ichi auf eine sich mutierende rechte Hand einstellen muss. Migi selbst kommt zwar naiv, aber auch kaltblütig rüber, ohne dass man sich seiner wahren Intentionen gewiss ist.
Außerdem reicht der Parasit als einzelne Hand auch manchmal komplett aus, um die ihm feindlich gesinnten Außerirdischen abzuwehren; was dann umso lustiger ist, wenn Shin’ichi völlig hilflos dem Treiben seines selbstständig in der Luft fuchtelnden Arms beiwohnt.

Schwarz-weiß und in Farbe: Leseprobe aus "Parasyte: Kiseijuu 1 (Copyright: Panini Verlag)

Schwarz-weiß und in Farbe: Leseprobe aus „Parasyte: Kiseijuu 1 (Copyright: Panini Verlag)

Man sollte sich daher nicht von dem Stil der „alten Schule“ abschrecken lassen. „Parasyte“ weiß in der Hinsicht zu überzeugen und auch die Gore-Szenerie kann sich mehr als sehen lassen. Es ist eben kein Manga, der von Panels Gebrauch machen muss, die über die gesamte Seite und übereinander verteilt sind, um zu überzeugen. Auch die Farbseiten wirken natürlich, ohne den Hintergedanken an Photoshop oder ein anderes Grafikprogramm zu verschwenden.

Der erste Band von „Parasyte“ liest sich zwar sehr gut, bietet aber viel Inhalt an, sodass man auf längere Zeit unterhalten wird.
Bei so einem Klassiker heißt es: Unbedingt zugreifen! Besonders wenn man auf einen wirklich bizarren Plot mit expliziter Darstellung steht.
Qualität und Lesevergnügen der Extraklasse, die in Form von „Parasyte“ auch endlich in Deutschland angekommen ist.

Inhalt

Woher die außerirdischen Parasiten kamen, weiß keiner. Sie dringen in menschliche Körper ein, nehmen deren Gehirne in Besitz und fangen an, andere Menschen zu überfallen, um sie zu fressen. Doch bei Schüler Shin’ichi Izumi ist es anders. Zwar wird auch er von einem besonders lernbegierigen Parasiten befallen, der sich selbst Migi nennt, doch der schafft es nicht, das Gehirn des Schülers zu übernehmen. Stattdessen nistet er sich in seiner rechten Hand ein, sodass sich zwischen den beiden eine bizarre Form von Koexistenz entspinnt. Gemeinsam stürzen sie sich in den großen Kampf gegen die mörderischen Parasiten.

(Quelle: Panini Verlag)

Autor

Hitoshi Iwaaki (jap. 岩明 均, Iwaaki Hitoshi; *28. Juli 1960) ist ein japanischer Mangaka. Er ist bekannt für seine Seinen- und Horror-Manga.

(Quelle: Wikipedia)

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 26.07.2016
Seitenzahl: 278
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Comics



Über den Autor

Christopher