Review

Jugendjahre von Hellboy 

Die Serie „Hellboy und die B.U.A.P.“, die hierzulande – wie üblich – bei Cross Cult erscheint, hat uns geneigten Lesern bereits die Jahrgänge „1952“, „1953“ und „1954“ aus den Anfangstagen von Hellboy bei der Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen präsentiert. Im Fokus steht die Reifung von Big Red zum abgeklärten Dämonenjäger, der aber selbstverständlich auch hier schon seine oft mystisch durchzogenen Abenteuer erlebt.

In „Hellboy 18: Hellboy und die B.U.A.P. 1955“ sind die Storys „Naturgeheimnis“ (Secret Nature), „Okkulte Spionage“ (Occult Intelligence) und „Verbrannte Erde“ (Burning Season) umfasst.

Bei allen drei Kurzgeschichten wird Schöpfer Mike Mignola abermals von Autor Chris Roberson unterstützt, wobei die erste von Shawn Martinbrough, die zweite von Brian Churilla und die letztgenannte von Paolo und Joe Rivera gezeichnet wird. Gemeinsam mit der Farbgebung von Star-Kolorist Dave Stewart weist die Ausgabe die gewohnt fantastischen Bilder auf.

Inhalt

Secret Nature

Die erste Kurzgeschichte führt Hellboy und den jungen schwarzen Doktor der Biowissenschaft Woodrow Farrier in ein Kaff in der Provinz Oregons, wo sie von einem rassistischen Redneck unherzlich willkommen geheißen werden.
Eine verschwundene Gruppe von Teenagern und einige massakrierte Rinder weisen den Weg zu einer Konfrontation mit einer kryptozoologisch-übernatürlichen Kreatur. Die beiden Agenten der B.U.A.P. müssen ein düsteres Ritual rückgängig machen.

Der Auftakt ist eine kleine, aber feine klassische Gruselgeschichte, die von Martinbrough in einem Stil in Szene gesetzt wird, der dem von Mignola jedenfalls angelehnt zu sein scheint. So verströmt die Geschichte einen mysteriösen und althergebrachten Charme. Am Rande streift sie darüber hinaus die anhaltende Problematik des Rassismus in den USA, die seinerzeit aktuell war und es nach wie vor ist.

Occult Intelligence

Die nächste Story sieht Hellboy bei einem Zwischenstopp auf einem Militärflugplatz im Südpazifik-Raum. Dabei geraten er und die Agenten der B.U.A.P. in eine Konfrontation zwischen ausländischen Agenten, treffen auf ein monströses Seeungeheuer sowie eine Waffe, während Professor Bruttenholm in England die Ursprünge eines Schattenkrieges entdeckt und erhebliche Regierungsgeheimnisse ausmacht.

Die dreiteilige Kurzgeschichte ist meines Erachtens eine zwiespältige Angelegenheit.
Das Artwork von Brian Churilla ist eines der Highlights der gesamten Ausgabe. Er nimmt sich die bekannten Figuren aus dem Hellboy-Universum, macht sie sich zu Eigen und bringt unzählige wunderbare Bilder hervor.
Die Handlung aus der Feder von Mike Mignola und Chris Roberson gerät allerdings bisweilen zu verworren und überladen. Eine schnörkellosere Erzählweise hätte das Ganze entschlacken und leichter konsumierbar machen können.

Burning Season

Leseprobe aus „Hellboy 18: Hellboy und die B.U.A.P. 1955“. (Copyright: Cross Cult)

Zum Abschluss steht eine paranormale Untersuchung in Florida an. Dort soll es zu spontanen menschlichen Selbstentzündungen gekommen sein. Hellboy und sein Ziehvater wollen der Sache auf den Grund gehen. Und plötzlich geraten sie selbst mitten in dieses Phänomen und stehen in einem Flammenmeer. Sie haben einen historischen Ort entdeckt, der von Wut, Trauer und Leid heimgesucht wird.

Das Ende hält wieder eine ganz typische Mignola-Story bereit. Sie ist gleichermaßen atmosphärisch dicht inszeniert, düster und mysteriös und pickt sich mit dem Phänomen der spontanen menschlichen Selbstentzündung mal wieder ein Thema heraus, das schon oftmals in Literatur und Film aufgegriffen und verarbeitet worden ist.

Im Rahmen dessen widmet sie sich beiläufig auch noch einem sehr traurigen Kapitel des Landes.

Das Artwork und der Zeichenstil von Sohn Paolo und Vater Joe Rivera passen atmosphärisch wunderbar zu der Mystery-Horror-Handlung und ergeben ein harmonisches Zusammenspiel.

Am Ende enthält der Band wie gewohnt noch ein informatives Sketchbook und weiteres Bonusmaterial zur Entstehungsgeschichte.

Fazit

„Hellboy 18: Hellboy und die B.U.A.P. 1955“ hält die typische Mischung aus Humor und Horror, Action sowie verrückten Legenden und Mythen bereit. Glanzpunkt ist für mich das Artwork von Brian Churilla, während mir die Geschichte zum Ende rund um die Menschen in Florida, die aus dem Nichts Feuer fangen, besonders gefallen hat.

Inhalt

1955. Als Sohn der Hölle hat man es auch nicht leicht im Kampf gegen das übernatürliche Verbrechen! In diesem Band stößt Hellboy auf eine mysteriöse Kreatur, die sich in der hintersten Provinz Oregons auf die Lauer gelegt hat. Auf einer abgelegenen Insel stolpert Hellboy in einen Konflikt zwischen Regierung und anderen Agenten, der sich um eine Waffe von gänzlich unberechenbaren Ausmaßen dreht. Und dann sind da noch die Fälle, bei denen Menschen in Florida aus dem Nichts explodieren …

(Quelle: Cross Cult)

Autor

Mike Mignola
(*16. September 1960 in Berkeley, Kalifornien, USA) ist ein Comicautor und -zeichner. Bekannt ist er vor allem durch seine Figur Hellboy.

(Quelle: Wikipedia)

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Details

Format: Hardcover
Veröffentlichung: 12.11.2019
Seitenzahl: 144
ISBN: 978-3-959811-49-1
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Cross Cult

Copyright Cover: Cross Cult



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)