Review

Hellboy und die B.U.A.P.

Wir schreiten weiter durch die Untiefen der Vergangenheit des Höllenjungen.

Nach den Abenteuern aus „Hellboy 16: Hellboy und die B.U.A.P. 1953“ ist der Held aus der Hölle zwar sicherlich kein blutiger Anfänger mehr, aber auch noch nicht der furchtlose Vampir- und Dämonenjäger, der schon alles gesehen hat.

In „Hellboy 17: Hellboy und die B.U.A.P. 1954“ wird der Meister der atmosphärisch dicht inszenierten Horror-/ Mystery-Geschichten Mike Mignola größtenteils wieder von seinem neuen Co-Autor Chris Roberson (iZombie) unterstützt.

Die Zeichnungen stammen von den großartigen Künstlern Richard Corben, Stephen Green, Patric Reynolds und Brian Churilla, während Dave Stewart – wie gewohnt – die brillanten Farben beisteuert.

Umfasst sind hier die Ausgaben „Hellboy and the BPRD: 1954 #1-#5“ mit den Geschichten „Black Sun“, „The Unreasoning Beast“ sowie „Ghost Moon“. Und als Bonus gibt es die Free Comic Book Day 2016-Ausgabe „Hellboy: The Mirror“.

Schwarze Sonne

1954, der Arktische Ozean, das Nordpolarmeer: Gemeinsam mit einem B.U.A.P-Agenten reist der junge Hellboy ins ewige Eis, wo eine wild gewordene Kreatur einige Forscher attackiert hat. Ein klassischer Fall für die Ermittler der Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen. Doch das gefährliche Ungetüm soll erst der Anfang eines Höllentrips sein, da auch die Nazis in der Antarktis ihr Unwesen treiben …

„Schwarze Sonne“ ist wie eine verrückte Mischung aus John Carpenters Das Ding aus einer anderen Welt“ mit seiner verschneiten Forschungsstation, die von einem unheimlichen Feind heimgesucht wird, und Iron Sky“, da die Nazis auch hier mal wieder auf skurrile Art und Weise heimlich nach der Weltherrschaft greifen.

Das ist durchgehend kurzweilige Unterhaltung und von Stephen Green extraklasse bebildert. Allenfalls die typische Vorliebe Mignolas für Legenden, Mythen und Folklore sucht man hier vergebens.

Das vernunftlose Tier, Geistermond & Der Spiegel

Mit „Das vernunftlose Tier“ und „Geistermond“ folgen zwei weitere Kurzgeschichten, die sich mit übernatürlichen Phänomenen befassen.

In der erstgenannten wird ein Familienvater von einem tollwütigen und rachegetriebenen Affengeist heimgesucht. Susan „Sue“ Xiang und Red wollen der Sache auf den Grund gehen und stoßen dabei auf düstere Geheimnisse.

In „Geistermond“ sammelt ein Anhänger des Okkulten in einem Hunping, einem Seelengefäß, Lebensenergie, um grenzenlose Macht zu erlangen. Unser Dämonenjäger und seine Freunde reisen nach China, um das Chaos einzudämmen.

In der kurzen Free Comic Book Day 2016-Ausgabe „Hellboy: The Mirror“ begibt sich der junge Hellboy auf die Suche nach einem verwunschenen Spiegel, in dem er sich zu verlieren droht …

Bewertung

Leseprobe aus „Hellboy 17: Hellboy und die B.U.A.P. 1954“ (Copyright: Cross Cult)

Gerade im Vergleich zu anderen Werken aus dem Mignolaverse enthält „Hellboy 17: Hellboy und die B.U.A.P. 1954“ womöglich nicht die eine ganz große Mystery-Horror-Krimi-Geschichte, die sich tief ins Gedächtnis einbrennt und dort ein ganzes Leben überdauert.

Die Kurzgeschichten wirken etwas weniger von Mignolas üblicher Vorliebe für volkstümliche Überlieferungen durchströmt. Stattdessen besinnen sie sich mehr auf klassische Horrorszenarien wie die amerikanische Forschungsstation in der Antarktis à la „The Thing“ oder auch die Heimsuchung ganz im Stile des okkulten Horrorfilms der 70er Jahre.

„Hellboy 17: Hellboy und die B.U.A.P. 1954“ beschert allerdings erwartungsgemäß wunderbares Lesevergnügen. Dieses ist hervorragend und jeweils sehr individuell bebildert und geht – wie so oft – viel zu schnell vorüber.

Wer sich auf den kommenden Kinofilm noch weiter gebührend einstimmen möchte, greift noch zur winterlichen Heft-Ausgabe „Hellboy: Krampusnacht“ oder zur maßgeblichen Inspirationsquelle für den Film, die komplett in „Hellboy Kompendium 3“ enthalten ist.

Trailer

Autor

Mike Mignola
(*16. September 1960 in Berkeley, Kalifornien, USA) ist ein Comicautor und -zeichner. Bekannt ist er vor allem durch seine Figur Hellboy.

(Quelle: Wikipedia)

Mike Mignola – Homepage | Mike Mignola – Facebook | Mike Mignola – Twitter

Inhalt

Hellboy ist schon lange kein Anfänger mehr. Gemeinsam mit der B.U.A.P. nimmt er einen gefährlichen Auftrag nach dem nächsten an: In der Antarktis terrorisieren wildgeworden Yetis eine Forschungsstation. In amerikanischen Vorstädten suchen Phantom-Affen die Bewohner heim, und in Hong-Kong zieht ein sagenumwobenes chinesisches Artefakt furchtbare Dämonen an …

Gemeinsam mit Chris Roberson (iZombie) und einer Gruppe von Zeichnern deckt Mike Mignola die Schrecken und Intrigen des wachsenden occulten Konflikts im Kalten Krieg auf.

Außerdem enthalten: Eine Kurzgeschichte vom legendären Zeichner Richard Corben (Ghost Rider, Swamp Thing).

(Quelle: Cross Cult)

Details

Format: Hardcover
Veröffentlichung: 15.01.2019
Seitenzahl: 144
ISBN: 978-3-959818-87-2
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Cross Cult

Copyright Cover: Cross Cult



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)