Review

Nach dem holprigen Start in die Serie „Gespenster-Krimi“ mit „Mörderbäume“ erwartet uns nun die nächste Kurzgeschichte. Anders als beim mittelmäßigen Vorgänger hebt „Teufelstochter“ das Ganze auf ein neues und vor allem auf das richtige Level. Ab jetzt geht „Gespenster-Krimi“ erst richtig los. Nach dem trockenen Aperitif folgt also der gewaltige Hauptgang.

Kurze Inhaltsangabe: Böser Dämon wird unfreiwillig vom naiven Arm des Gesetzes befreit und heftet sich an ein junges, unschuldiges Mädchen. Und danach erwartet den Hörer eine Mischung aus dem „Exorzisten“ und „Basic Instinct“. Nebst literweisem Blutvergießen ist also alles vorhanden, was das Herz begehrt.

Natürlich klingt die Story zu Beginn sehr flach. Naja, ist sie auch, aber der Plot zieht sich simpel und gut verfolgbar durch, ohne dass man sich groß den Kopf darüber zerbrechen muss.
Auch die Charaktere trumpfen nicht mit allzu viel Komplexität, sondern bedienen diverse Klischees. Wie beispielsweise der konservative Vater, dessen brave Tochter vom Teufel besessen ist und sich ihr Charakter von da an komplett umkrempelt.

Spielt allerdings an sich auch keine große Rolle, da „Teufelstochter“ einen einstündigen Amoklauf durch die halbe Stadt darstellt.
Erstklassig inszeniert, ist man als Hörer jederzeit Teil des Geschehens und man kann förmlich die Panik der Opfer spüren. Stellenweise wird es auch mal etwas obszön, was aber im Rahmen gehalten wird, sodass man nicht gleich genervt mit den Augen rollen muss.
Merkwürdigerweise scheinen viele der Exekutionen an die Fatalities des Videospiels „Mortal Kombat“ zu erinnern. Ob das nun so gewollt war oder nicht, sei dahingestellt, sie sind auf jeden Fall makaber unterhaltsam.

Doch obwohl diese Hetzjagd namens „Teufelstochter“ sehr mitreißend ist, ist sie weit weg von Perfektion. Manchmal fehlt es, besonders wenn Menschen verletzt oder verstümmelt werden, an gewissen Soundeffekten. So ist man sich als Hörer manchmal nicht ganz sicher, was oder ob gerade etwas passiert. Möglich, dass es realistisch gehalten wurde, aber da man durch ein Hörspiel keine visuellen Reize bekommt, müssen einem die Handlungen schon akustisch glaubwürdig dargestellt werden.

Markus Topf (Copyright: Sandra Then-Friedrich)

Markus Topf (Copyright: Sandra Then-Friedrich)

Weiterhin rast man bei dieser „Gespenster-Krimi“-Folge nur so von Szene zu Szene. Hier hätte man sich ruhig ein wenig Zeit lassen können, damit man das Geschehene erst einmal sacken lassen kann. Dafür wären musikalische Überleitungen sehr geeignet und passend gewesen, denn sie würden den Hörer runterholen und ihn reflektieren lassen.

„Teufelstochter“ präsentiert sich zwar nicht mit einer innovativen Story, dafür stellt sie diese sehr realistisch dar. Die Synchronisation ist auch in dieser Folge in Ordnung; zwar immer noch nicht überragend, aber durchaus hörenswert. Soundeffekte und Musik klingen einwandfrei und ziehen einen sofort in den Bann.
Diese Folge hätte ich mir an erster Stelle der Serie gewünscht, da sie den Hörer wirklich gut in „Gespenster-Krimi“ reinzieht und dranbleiben lässt.

Daher gibt es für dieses akustische Massaker vier wohlverdiente Sterne, die zeigen sollen, dass das Böse gerade erst aufgewacht und warm gelaufen ist.

Handlung

Seit Anbeginn der Zeit sorgt ein Dämon im Auftrag des Teufels für Nachschub im Höllenfeuer. Diese Kreatur, die sich von den Sünden der Menschen ernährt, schlüpft in den Körper der jungen Anna Kronberg und zieht eine schreckliche Blutspur hinter sich her. Die Polizei ist mit der grausamen Mordserie vollkommen überfordert. Tim Peters stellt sich der Teufelsbrut mit der übernatürlich begabten Elvira zum alles entscheidenden Kampf. Das Schicksal der gesamten Menschheit steht auf dem Spiel!

(Quelle: Contendo Media)

Autor

Markus Topf
studierte Germanistik in Bonn und arbeitete anschließend im Bereich der TV- und Hörspielproduktionen. Seit 2010 ist Topf freier Autor und Formatentwickler TV.

Markus Topf – Homepage

Serie

Gespenster-Krimi – Zur Spannung noch die Gänsehaut

01 Mörderbäume
02 Teufelstochter
03 Hollywood-Horror (erscheint am 13.03.2015)

Details

Gespenster-Krimi – Homepage

Format: Hörspiel
Veröffentlichung: 23.01.2015
Spielzeit: 60:50
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Contendo Media

Copyright Cover: Contendo Media



Über den Autor

Christopher