Review

Ein buntes Allerlei

Das ist auch „Geschichten aus dem Hellboy Universum 10“ wieder einmal. Denn auch in diesem Kompendium sind allerhand Serien und somit Helden, Heldinnen und Bösewichte aus der reichhaltigen Welt von Alleskönner Mike Mignola zu entdecken.

Umfasst sind diesmal die US-Originalausgaben: „B.P.R.D. Hell on Earth Volume 14: The Exorcist“, „B.P.R.D. Hell on Earth Volume 15: Cometh the Hour“, „Abe Sapien Volume 8: The Desolate Shore“ sowie zu guter Letzt „Witchfinder Volume 4: City of the Dead“.

Dabei dient auch dieser Sammelband abermals als bedeutender Treff der kreativen Köpfe aus dem Mignolaverse.

Im düsteren Wald

Den Auftakt macht die junge B.U.A.P.-Agentin Ashley Strode, in Szene gesetzt von Mike Mignola, Cameron Stewart und Chris Roberson. Noch bis in die jüngste Vergangenheit hinein war Ashley eine große Liz Sherman-Bewunderin aus der zweiten Reihe. Nunmehr tritt sie jedoch an, um eigenständig Ermittlungen anzustellen und ihre Exorzismus-Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. In einer Kleinstadt sind seit etlichen Jahren kleine Kinder verschwunden und Ashley versucht, Licht ins Dunkel zu bringen. Die Fährten führen sie in eine düstere Hütte im Wald, wo das uralte Böse lauert.

Die beschauliche und klassische Horror-Geschichte, in der Autor Cameron Stewart maßgebend die Figur Ashley Strode weiterentwickelt, zeichnet sich durch eine geschickt aufgebaute bedrohliche wie gruselige Atmosphäre aus. Neben den Gruselelementen überzeugt vor allem auch das tolle Charakterdesign.

Hell on Earth

Die ganze Welt steht – nach wie vor – im finsteren Schatten eines riesigen Ogdru Jahad. Liz und Johann Krauss versuchen alles in ihrer Macht Stehende, um die gigantische Bedrohung in Schach zu halten und auszumerzen. Das gestaltet sich allerdings schwierig, denn permanent sprießen neue Monster aus der Erde. Als dann auch noch Titanen über die Erde wandeln, ist das Chaos perfekt.

Ob Liz, Johann, Iosif Nichayko, Panya oder auch Kate Corrigan – der Showdown in „Cometh the Hour“ hält für sämtliche dieser beliebten Figuren einschneidende Entwicklungen und Veränderungen bereit. Mike Mignola und John Arcudi erzählen meisterlich und die Zeichnungen von Laurence Campbell sind schlichtweg fantastisch. Wenn sich die Titanen aus der Erde wühlen, dann sieht das optisch bahnbrechend aus.

Ende der Reise ins Selbst

Apropos fantastische Zeichnungen: Da können auch die virtuosen Fiumara-Zwillinge ein Wörtchen mitreden, die Abe Sapien mit einem unnachahmlichen amphibischen Look versehen haben. Abe gräbt nach wie vor in den seelischen Wunden seiner Vergangenheit, findet allerdings wieder mehr und mehr zu sich. Die Ausgabe fühlt sich dabei teilweise wie eine Zusammenfassung der bisherigen Geschehnisse an; zeigt aber auch, wo die Reise für die Figur künftig hinführen kann.

Die Nacht der lebenden Toten

Leseprobe aus „Geschichten aus dem Hellboy Universum 10“. (Copyright: Cross Cult)

Zum Abschluss des umfangreichen Bandes gibt es noch ein Abenteuer mit Sir Edward Grey alias Witchfinder. In der gediegenen Horror-Story erheben sich die Toten aus ihren Gräbern und trachten als grausige Wiedergänger nach dem Fleisch der Lebenden. Sir Edward obliegt nichts Geringeres als die Rettung der Menschheit und der Zukunft. Dabei bekommt er es vor allem mit einem alten Bekannten aus dem Hellboy-Universum zu tun: Giurescu. Der Vampir zieht als Zentralgestalt des Geschehens die Fäden aus dem Hintergrund.

Fazit

Die Geschichten um Hellboy und auch diejenigen aus seinem Universum enttäuschen einfach nicht.

Das Artwork ist wie immer on point. Vor allem die Arbeiten von Max und Sebastian Fiumara sowie von Laurence Campbell sind geradezu spektakulär gut – echte Blickfänge.

Aus erzählerischer Sicht wussten mir die Geschichten – annähernd – in ihrer hier vorgestellten Reihenfolge zu gefallen. Das Kapitel um Ashley Strode war wunderbar klassischer Grusel-Horror; der Kampf gegen den Ogdru Jahad war episch und die damit zusammenhängenden Ereignisse packend; die Abe Sapien-Story war eine schöne Wechselwirkung von Wirklichkeit und Schein bzw. Gegenwart und Vergangenheit, im Verhältnis zur bisherigen Reise indes etwas „underwhelming“; die Geschichte um den Witchfinder bietet routinierte und kurzweilige Unterhaltung, ohne zu überragen.

Alles in allem wieder eine ganz hervorragende Lektüre.


Geschichten aus dem Hellboy Universum 10

Inhalt

Die B.U.A.P.-Agentin Ashley Strode hat ihre Exorzismus-Fähigkeiten gemeistert und ist auf der Suche nach verschwundenen Kindern. Währenddessen entdeckt Abe Sapien nicht nur die Geheimnisse um seinen eigenen Ursprung, sondern auch ein paar der größten Mysterien der gesamten Hellboy-Saga. Nebst albtraumhaften Begegnungen der Behörde mit riesigen Monstern wie Ogdru Jahad, plagt Sir Edward Grey sich mit nach Fleisch gierenden Leichnamen und einem uralten Tempel herum, den man unterhalb Londons entdeckte.

Dieser Band enthält, in chronologischer Reihenfolge, die Stories B.U.A.P.: HÖLLE AUF ERDEN 14 – EXORZISMUS, ABE SAPIEN 8 – DAS EINSAME UFER, B.U.A.P.: HÖLLE AUF ERDEN: MÖGE DIE STUNDE KOMMEN und WITCHFINDER 4 – STADT DER TOTEN.

(Quelle: Cross Cult)

Autor

Mike Mignola
(*16. September 1960 in Berkeley, Kalifornien, USA) ist ein Comicautor und -zeichner. Bekannt ist er vor allem durch seine Figur Hellboy.

(Quelle: Wikipedia)

Mike Mignola – Homepage | Mike Mignola – Facebook | Mike Mignola – Twitter

Details

Format: Hardcover
Veröffentlichung: 23.09.2020
Seitenzahl: 500
ISBN: 978-3-966581-01-1
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Cross Cult

Copyright Cover: Cross Cult



Über den Autor

Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)