Review

Bereits Anfang Juli haben wir uns mit dem „Generations: Treffen der Generationen 1 (von 2)„-Sonderband den ersten Teil des Aufeinandertreffens der neuen Generation von Marvel-Superhelden mit ihren Vorgängern und Vorbildern angeschaut. Dort trafen außerhalb von Zeit und Raum Thor Jane Foster, der geniale Hulk Amadeus Cho, Hawkeye Kate Bishop, Wolverine Laura Kinney und die zeitreisende junge Jean Grey jeweils auf ihre legendären Vorgänger, nämlich auf den Sohn Odins, Dr. Bruce Banner, Clint Barton, Phoenix und Logan.

Die limited series Generations folgt unmittelbar auf das zurückliegende Event Secret Empire“ („Secret Empire Sonderband 1 (von 3): Im Schatten von Hydra“, „Secret Empire Sonderband 2 (von 3): Inhumans gegen Hydra“, „Secret Empire Sonderband 3 (von 3): Schild der Hoffnung“) und dient als Grundstein für die neue Ära „Marvel Legacy“.

Inspiration durch „DC Rebirth“-Relaunch

Dabei kann sich der Leser des Eindrucks nicht erwehren, dass sich Marvel bei seinem „Legacy„-Konzept maßgeblich von dem DC Rebirth“Relaunch (zu deren jüngster Renovierungsaktion (z.B.: „Superman Sonderband 2: Super-Söhne“, „Batman – Detective Comics 1: Angriff der Batman-Armee“) hat inspirieren lassen – auch wenn man das freilich niemals zugeben würde. Doch die Konkurrenz hat sicherlich eindrucksvoll bewiesen, wie Vergangenheit und Gegenwart zu einer neuen Wirklichkeit verschmolzen werden können.

Und wenn man sich durchliest, was Marvel-Redakteur Tom Brevoort zu den neuen Plänen im Marvel-Kosmos zu sagen hat, springen einem die Ähnlichkeiten der Konzepte geradezu ins Gesicht.

„Bei Marvel Legacy bauen wir auf den Fundamenten der Vergangenheit in die Zukunft hinein. Wir erinnern die Leser an die lange Geschichte des Marvel-Universums und an all die großartigen Figuren, die über die Jahre dazu beigetragen haben. Und es geht darum, die besten Geschichten zu erzählen, zu denen wir fähig sind. Wir haben alle unsere Autoren aufgefordert, sich so aufregende Abenteuer wie möglich auszudenken, die auf der Lebensgeschichte unserer Figuren basieren. Es sind Geschichten, die sich der Mythologie des Marvel-Universums bedienen, ohne nur rückwärtsgewandt zu sein (…).“

Schließlich kehrt man künftig bei zahlreichen US-Titeln auch wieder zur alten Seriennummerierung zurück, was DC etwa bei den klassischen Serien Detective Comics“ und Action Comics“ auch vorgemacht hat.
Neben Fans und Kritikern scheint also auch den Herren bei Marvel Comics nicht entgangen zu sein, dass unter dem DC Rebirth-Banner schon allerhand qualitativ hochwertige Titel erschienen sind.

Das zweite Treffen der Generationen

So schlägt natürlich auch der zweite Sonderband „Generations: Treffen der Generationen 2 (von 2)“ in die aus dem Auftakt bekannte Kerbe und lässt den Leser doppelt sehen, wenn die Helden zweier Generationen, junge Wilde und klassische Ikonen, aufeinandertreffen. Diese erstaunlichen Begegnungen ermöglichen die Reise durch den sogenannten Vanishing Point.

„Generations: The Iron“

So trifft hier die junge Ironheart Riri Williams in einer von Autor Brian Michael Bendis (erst neulich: „Iron Man Sonderband 3: Die Suche nach Tony Stark“) inszenierten Geschichte (Generations: The Iron“) in der fernen Zukunft auf einen 126-jährigen Tony Stark, der mittlerweile der Sorcerer Supreme ist. Die ungewöhnliche Begegnung inspiriert die junge Heldin gleich zu neuen Erfindungen in ihrer eigenen Zeitlinie.

„Generations: The Bravest“

In Generations: The Bravest“ von Autorin Margaret Stohl kämpft Captain Marvel Carol Danvers in der Vergangenheit auf dem Planeten Mydon in der Negativzone Seite an Seite mit ihrem Vorgänger, dem Kree Mar-Vell, gegen den Schurken Annihilus (der war kürzlich auch der Gegner in „Avengers 4: Wahre Helden“).

„Generations: The Spiders“

Das folgende Treffen der beiden Spider-Men in Generations: The Spiders“, also dem Nachwuchsnetzschwinger Miles Morales und dem klassischen Spinner Peter Parker, inszeniert dann wieder Brian Michael Bendis.

„Generations: The Marvels“

Gefolgt von Generations: The Marvels“, wo Autorin G. Willow Wilson ein Treffen in der Vergangenheit zwischen Ms. Marvel Kamala Khan und der ersten Ms. Marvel und zukünftigen Captain Marvel Carol Danvers präsentiert.

„Generations: The Americas“

Den Abschluss macht Secret Empire“-Event-Schreiber und der Herr über die patriotischen Helden Nick Spencer, wenn er in seiner Story den geflügelten Captain America Sam Wilson in den Zweiten Weltkrieg zum klassischen Captain America Steve Rogers schickt.

Auch bei den abschließenden Generations-Geschichten setzt sich der Trend aus dem Auftakt fort, nämlich, dass hier nur wahre Kenner an den Figuren arbeiten, die sie schon über längere Zeit begleitet haben und hier passend die Treffen der Heldengenerationen inszenieren.

Die Kritikpunkte

Vom Gesamteindruck ist der zweite Sonderband indes etwas schwächer als der Vorgänger. Gerade Brian Michael Bendis‚ Generations-Geschichte zu Riri Williams und Tony Stark gelingt deutlich weniger interessant als man erwarten könnte. Schließlich leitet jener die Geschicke der Eisenmänner und -frauen nun schon eine ganze Weile. Doch viel bleibt hier nicht hängen.

Leseprobe aus „Generations: Treffen der Generationen 2 (von 2)“ (Copyright: Panini Comics)

Bei der Geschichte um die beiden Captain Marvel vermag das Artwork von Zeichner Brent Schoonover stellenweise nicht gänzlich zu überzeugen.

Die Highlights

Highlights der Ausgabe sind hingegen die Artworks in den Ms. Marvel- und Spider-Man-Generations-Geschichten. Sie sind mit einem wunderbaren Retro-Charme jeweils von Paolo Villanelli sowie Ramon Perez inszeniert.

Storytechnisch verdient hier wieder einmal Nick Spencer („Captain America – Steve Rogers 5: Der Anschlag“das größte Lob, da seine Geschichte die speziellste ist. Denn er schickt seinen Sam Wilson nicht wie die anderen Autoren nur für eine kurze Episode in die Zukunft oder in die Vergangenheit. Vielmehr lässt er ihn noch einmal ein ganzes Leben ab dem Zweiten Weltkrieg führen, wo er unter einem Decknamen seinerseits zu einer Inspiration für Steve Rogers wird.

Die Begegnungen zwischen den Heldengenerationen in den „Generations“-Sonderbänden sind eine gekonnte, aber keine zwingende Einstimmung auf die anstehende „Marvel Legacy“-Ära.

Inhalt

Die Helden zweier Generationen!

Durch den Vanishing Point kommt es zu erstaunlichen Begegnungen zwischen den Heldengenerationen: Miles Morales trifft auf dem College den jungen Peter Parker. Die junge Riri Williams begegnet Tony Stark. Im Zweiten Weltkrieg hilft Sam Wilson dem zweifelnden Steve Rogers. Zudem treffen Kamala Khan, Carol Danvers und Mar-Vell aufeinander …

(Quelle: Panini Comics)

Autoren

Brian Michael Bendis
(*18. August 1967 in Cleveland, Ohio, USA) ist ein US-amerikanischer Comic-Autor und Künstler.

(Quelle: Wikipedia)

Brian Michael Bendis – Homepage
Brian Michael Bendis – Twitter

G. Willow Wilson
ist eine US-amerikanische Autorin, Jounalistin und Comicbuch-Autorin. Für ihre Comicserie „Air“ wurde sie für den „Eisner-Award“ nominiert.

(Quelle: Wikipedia)

G. Willow Wilson – Twitter

Nick Spencer
ist ein ehemaliger Politiker und heutiger US-amerikanischer Comicautor.

(Quelle: Wikipedia)

Nick Spencer – Facebook
Nick Spencer – Twitter

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 19.06.2018
Originalausgaben: Generations: Sam Wilson Cap & Steve Rogers Cap / Iron Man & Ironheart / Captain Marvel & Captain Mar-Vell / Miles Morales & Peter Parker / Ms. Marvel & Ms. Marvel
Seitenzahl: 164
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)