Review

Uhh sexy! Auf dem Cover des „Forever Evil“ Specials #4 ist Harley Quinn zu sehen. Wir alle kennen sie als ehemalige Psychotherapeutin unseres Lieblingsschurken Joker.
Das Cover verrät ebenfalls, dass dieses Mal Harley, der Parasit, Deadshot und Zod mit von der Partie sind. In der Beschreibung findet ihr wie immer den Bezug zu den US Ausgaben.

Kommen wir aber zum Parasit und seiner Story in diesem Heft. Wie der Name schon vermuten lässt, braucht er Wirte zum Überleben.
Nach einem missglückten medizinischen Eingriff wurde er in dieses Monster verwandelt, das Leben entzieht, um sich selber zu stärken. Im Kampf mit Superman hat er allerdings das Nachsehen und so endet dieses Heft mit einem Cliffhanger.
Ohne viel Tamtam läuft dieses Heft so durch und bietet nicht mehr Wissenswertes. Dazu kommt auch die etwas einfache Entstehungsgeschichte des Parasiten, die die Stimmung ein wenig drückt und eher ein müdes Gähnen hervorruft.

Comicautor und Zeichner Matt Kindt (Copyright: Matt Kindt / DC Entertainment)

Comicautor und Zeichner Matt Kindt (Copyright: Matt Kindt / DC Entertainment)

Im nächsten Heft ist Zod am Start. Gehyped als einer der wichtigsten Superman Widersacher, wird in diesem Heft auf die Vorgeschichte des Bösewichts eingegangen. Wie kam es zum Tod seiner Eltern und zu seinem Aufstieg zum großen Krieger auf der falschen Seite?
Zod wird auf einem Planeten gefunden und wieder nach Hause geholt. In dieser Zeit ist er ziemlich verwildert und ähnelt eher Mogli aus dem Dschungelbuch. Zurückgekommen, kennt er keine Gnade und ist nur am Krieg gegen Monster interessiert. Das bekommt ihm nicht gut, denn durch seinen Wahn wird er verbannt und wartet nun auf seinen Ausbruch, um es allen heimzuzahlen.
Die Story ist ziemlich gut und ebenso gut gezeichnet. Ken Lashley findet einen guten Mix zwischen Comic-Stil und Realismus.

Mir sagte der nächste Schlawiner nichts. Es handelt sich um Metallo in Full Metal Jacket.
Für hirntot erklärt, wird Metallo durch the almighty Kryptonit wieder mit Energie gefüllt und ist kampfbereit. Leider geht er bei Aufträgen etwas brachial vor und nimmt oftmals viele zivile Opfer wie auch eigentliche Gegner mit in den Tod. Das gefällt der Army gar nicht, sodass sie ihn loswerden will. Keine Chance … Metallo steht einfach wieder auf und rächt sich aber mal so was von.
Brutal endet auch diese Story mit einem derben Cliffhanger, der Lust auf mehr macht. Aber so sind sie eben: Wenn es am schönsten ist, dann sollte man aufhören.

Nun endlich kommen wir zum Teil mit Harley Quinn. Da viele Comic Leser auch große Fans des Jokers sind, wird diese Story am meisten Anklang finden.
Harley durchlebt mit uns ihre Zukunft. Ihre Eltern waren keine Freunde ihrer Arbeit; sie wollte immer von zu Hause weg. Keiner nahm sie ernst, keiner schätzte ihre guten Noten. Ihr stand aber immer der Sinn nach mehr und schwierigeren Aufgaben, um sich selber etwas wert zu sein. Im Arkham Asylum fand sie ihre Bestimmung als Psychologin für die ganz schweren Fälle. Wie wir alle wissen, zog der Joker sie auf seine Seite. Sie machte alles für ihn, ob eine optische Veränderung oder ein ganz anderer Lebensstil. Doch nach seiner Abfuhr ging sie eigene Wege, um für Aufmerksamkeit zu sorgen. Viele Explosionen und CABOOOM sind die Folgen. Ob sie damit glücklich ist, weiß sie selbst nicht so recht.

Was jetzt folgt, habe ich nicht verstanden. Ganz ehrlich. Wähl Q für Qued ist dermaßen abgedreht, dass man die Seiten staunend überfliegt. Hauptaugenmerk wird auf eine Wählscheibe des Bösen gelegt. Vier Jugendliche finden diese und verwandeln sich bei jedem Wählen in einen anderen verrückten Helden. Wir reden hier von Häusern mit Vogelfüßen oder von Abziehbildern. Schlussendlich setzt Retter Jill dem Ganzen ein Ende und vorbei ist dieser Drogentrip. Ich weiß nicht, was ich da gerade gesehen habe.

Deadshot ist dann wieder ziemlich bodenständig. Die klassische Grundgeschichte steht: Seine Eltern plus Schwester wurden in seinen jungen Jahren umgebracht. Seitdem ist sein Ziel, seine Waffen sinnvoll einzusetzen und sich zu rächen. Er baut selbst Munition und arbeitet für die Regierung, die es nicht so mit dem Sparen hat. Für manche Auftragsmorde werden mehrere Millionen Euro gezahlt. Einen großen Feind mit Megapanzerung bezwingt er beispielsweise mit seiner eigenen Munition. Dabei gibt er nur gezielte Schüsse ab. Rumballern à la Punisher ist nicht sein Ding. Naja, ein durchschnittliches Heft … nicht mehr.

Comiczeichner und Autor Aaron Kuder (Copyright: Aaron Kuder / DC Entertainment)

Comiczeichner und Autor Aaron Kuder (Copyright: Aaron Kuder / DC Entertainment)

Zum Abschluss wird noch mal ein Sahnestück präsentiert. Aus der Storyline von Swamp Thing ist der Protagonist Arcane ein ziemlich mieser Zeitgenosse. Verbannt in die Hölle, ist es ihm nicht mehr möglich, dem Drang der Fäule nachzukommen und alles Leben verkommen zu lassen. Das ist seine ganz eigene Hölle. Er selbst kann sich nicht töten und steht immer wieder auf. Dem einen Freud, des anderen Leid.
Abigail Arcane ist mit ihm verwandt und möchte die Wahrheit über ihre Mutter erfahren. Anton Arcane hat Abigail damals ihrer Mutter entrissen und im selben Zuge auch ihre Erinnerungen verändert. Aus diesem Grund ist er die einzige Informationsquelle.
Die Story ist wirklich übel und die stärkste im Heft. Der unerbittliche Drang nach Tod und Leid brachte Anton zur Fäule, zu der auch Abigail gehören sollte. Im Streitgespräch werden immer weitere grausame Taten von Anton aufgedeckt. Damit kann Abigail nicht umgehen und verschwindet. Das Gespräch zwischen den beiden ist Dreh- und Angelpunkt und weckt beim Leser den Drang, Anton zu betrafen. Das muss er aber gar nicht, denn diese Hölle ist bereits Teil seines Lebens. Klasse Story und viel Gefühl.

Fazit: Dieser Sonderband beinhaltet viel. Sehr viel. Auch viel Unwichtiges bzw. Uninteressantes. Man möchte einem zwar weismachen, dass man die Hefte unbedingt zur Hauptstory „Forever Evil“ lesen sollte, aber wie ihr schon an der Review gemerkt habt, wird gar kein Bezug zur Hauptstory ersichtlich. In den USA wurden diese ganzen Hefte auch vor der Hauptstory veröffentlicht, um die Leser anzufixen. Somit ist dieser Sonderband nur bedingt zu empfehlen. Zum Vervollständigen der Sammlung ja, mehr aber auch nicht.

Inhalt

Dieser Sonderband zum Crossover „Forever Evil“ konzentriert sich auf die Schurken des neuen DC-Universums: Auf Supermans Gegenspieler Parasit, Metallo und Zod genauso wie auf Jokers Ex-Flamme Harley Quinn, ihren Suicide Squad-Kollegen Deadshot und Swamp Things Erzfeind Arcane.
Dazu: Die Wählscheibe des Bösen – bei Anruf Schurke!
Neue Storys mit Harley Quinn, Deadshot, Metallo u. a.!
Die böse Seite des neuen DC-Universums!

(Quelle: Panini Comics)

Autoren

Matt Kindt

Matt Kindt ist New York Times Bestseller-Autor und Zeichner von den Comics und Graphic Novels „Mind MGMT“, „Revolver“, „3 Story“, „Super Spy“, „2 Sisters“ und „Pistolwhip“ sowie „Justice League of America“ (DC), „Spider-Man“ (Marvel) und „Unity“ (Valiant).
Er wurde nominiert für 4 Eisner und 6 Harvey Awards (und gewann).
Seine Arbeiten wurden auf Französisch, Spanisch, Italienisch, Deutsch und Koreanisch veröffentlicht.

(Quelle: Matt Kindt)

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Aaron Kuder

ist ein amerikanischer Comiczeichner und Autor, der an Veröffentlichungen wie „The Amory Wars: In Keeping Secrets of Silent Earth 3“, „Legion Lost“, „Green Lantern: New Guardians“ und „Avenging Spider-Man“ beteiligt war.

(Quelle: Wikipedia)

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Details

Format: A4, Softcover
Vö-Datum: 09.09.2014
Originalausgaben: US Parasite – Superman 23.4, Zod – Action Comics 23.2, Full Metal Jacket – Action Comics 23.4, Harley Lives – Detective Comics 23.2, Dial Q for Qued – Justice League 23.3, Paint and Shoot – Justice League of America 7.1, The Patchwork History – Swamp Thing 23.1
Seitenzahl: 156
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: DC



Über den Autor

Marcus
Marcus