Review

Wer sich bereits an der „Alien“-Reihe so gut es geht sattgesehen hat und leichte Entzugserscheinungen nach „Prometheus – Dunkle Zeichen“ zeigt, kann jetzt auf die Spin-off Reihe „Feuer und Stein“ zurückgreifen. Cross Cult veröffentlicht ab sofort jeden Monat die vierteilige Reihe zum „Alien“-Franchise; beginnend mit „Feuer und Stein: Prometheus“ und danach in regelmäßigen Abständen „Feuer und Stein: Alien“, „Feuer und Stein: Alien vs. Predator“ und „Feuer und Stein: Predator“.
Die Reihe agiert unabhängig von den Filmen, ein wenig Hintergrundwissen sollte dennoch vorhanden sein; allerdings wäre es fragwürdig, wenn einem das Prinzip der außerirdischen Wesen heutzutage nicht bekannt wäre.

Es beginnt alles, so wie fast jeder Sci-Fi-Horror, mit einer scheinbar harmlosen Expedition zum Mond LV-223. Misstrauisch sollte man ab dem Zeitpunkt werden, sobald man sich anstatt der erwarteten Einöde einem gewaltigen Urwald gegenübersieht. Doch bevor sich die Besatzung zur Besichtigung des Planeten begibt, gibt es bei „Feuer und Stein: Prometheus“ erst mal einen kurzen Roll-Call der Protagonisten. Innovative Charaktere gibt es dabei jedoch nicht: Wir haben hier u.a. die exzentrische Expeditionsleiterin, den arroganten Soldaten fürs Grobe und einen begeisterten Wissenschaftler.

Womit man sich in dieser Ausgabe wirklich hat hinreißen lassen, sind die dummen Sprüche, die sich die Crew untereinander reindrückt. Das ist zu Beginn alles noch ganz witzig, weil sie den Figuren ein wenig mehr Menschlichkeit einhauchen, wirkt aber im weiteren Verlauf nur noch fehl am Platz. Wobei man sagen muss, dass sich „Feuer und Stein: Prometheus“ mit ähnlichen Aufbauten der Szenerie, Schnitten zur nächsten Handlung und besonders durch die Atmosphäre durchaus wie ein Film anfühlt.

Die Crew begibt sich auf den Weg durch den dichten Dschungel auf Mond LV-223 (Copyright: Cross Cult)

Die Crew begibt sich auf den Weg durch den dichten Dschungel auf Mond LV-223 (Copyright: Cross Cult)

Die Atmosphäre kommt besonders durch die stimmigen Bilder zustande; in diesem Fall durch viele Licht- und Schatteneffekte sowie einen Stil, der nicht durch irgendwelche Eigenarten auffällt, an die man sich erst noch gewöhnen muss. Besonders beeindruckend ist, wie mit einer simplen und vor allem nüchternen Darstellung den Szenen eine Menge von eben beschriebener Atmosphäre eingehaucht wird. Vor allem wenn die Truppe durch den Urwald marschiert, während Licht durch die Bäume bricht und dieser Gang an sich schon etwas Bedrohliches an sich hat. Unterbrochen wird dieses Gefühl allerdings abrupt durch das Auftreten HR Gigers Kreationen.

Bereits nach ein paar Seiten darf man schon Bekanntschaft mit den bekannten Aliens machen, was durchaus etwas an Spannung nimmt. Überhaupt verfolgt „Feuer und Stein: Prometheus“ eine zügige Erzählweise der Story. Manchmal geht das Ganze dann doch so schnell voran, sodass man als Leser Mühe hat mitzukommen. Aber keine Sorge, denn neben dem anfänglichen Fachchinesisch spielt sich der Plot auf einer verständlichen Ebene ab. Und wenn es dann schlussendlich in das obligatorische Abschlachten übergeht, vermittelt der Band nur eins: Überlebensinstinkt. Die drastische Gewaltdarstellung steigert sich, je weiter man liest.

„Feuer und Stein: Prometheus“ überzeugt durch eine gezielt wirkende Optik und selbst die angsteinflößenden Designs der Monster auf Mond LV-223 können mühelos mit denen der Aliens mithalten. Als Bonus gibt es zudem noch ein paar Artwork-Tribute und Konzeptskizzen. Hinzu kommen neue Story-Elemente, die fernab der Filmvorlage liegen, aber dennoch eine interessante Ansicht auf die Lage werfen.

Ein paar Ecken und Kanten weist „Feuer und Stein: Prometheus“ dann doch auf, aber alles in allem ist der erste Teil ein gelungener Einstieg in die Reihe, der definitiv neugierig auf die folgenden Bände macht. Man darf sich also auf das Alien-Feeling einstellen, das einen stets den Atem rauben wird.

Inhalt

Das Ende der Menschheit nimmt ihren Anfang …

Da die Prometheus nie von ihrer schicksalhaften Reise nach LV-223 zurückgekehrt ist, blieben die Fragen um den Ursprung der Menschheit ungeklärt. Doch das Dürsten nach der Auflösung dieses Mysteriums drängt ein neues Team dazu, ihnen zu folgen. Sie finden einen Planeten vor, der von den vielerlei seltsamen Kreaturen bewohnt ist und stoßen sogar auf die Spuren der Konstrukteure. Doch womöglich beschwören sie damit ihren eigenen Untergang herauf.

(Quelle: Cross Cult)

Autoren

Paul Tobin (Autor)
Paul Tobin schrieb hunderte von Comics zu fast sämtlichen berühmten Superheldencharakteren, darunter Spider-Man, der Hulk, die Avengers, Batman oder Superman. Er arbeitete eng mit Dark Horse zusammen an Projekten wie Falling Skies, Predators, Conan und an seinem eigenen Projekt, Colder. Gemeinsam mit seiner Frau, die sich um die Illustration kümmert, schuf er schon mehrere eigenständige Comicserien, wie Gingerbread Girl, Banana Sunday oder Bandette. Im Moment schreibt er an Hintergrundgeschichten zu den Angry-Birds-Figuren.

(Quelle: Cross Cult)

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Juan Ferreyra (Zeichner)
Juan E. Ferreyra ist ein argentinischer Comiczeichner.

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Details

Format: A4 Softcover
Vö-Datum: 22.06.2015
Seitenzahl: 114
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Cross Cult

Copyright Cover: Cross Cult



Über den Autor

Christopher