Review

Und so schließt sich mit dem letzten prall gefüllten Band das Kapitel „Feuer und Stein“ in einer Saga, die mehr Fragen aufwirft, je weiter sie voranschreitet.
Es geht zurück nach LV-223, wo nun alle Fäden zusammenlaufen. Cross Cult lässt hier den wohl gewaltigsten Höhepunkt der Story auf seine Leser los. Noch mehr Action, noch mehr Blut und noch mehr Außerirdische.

Unmittelbar nachdem Galgo Helder seine Mannschaft auf LV-223 ihrem Schicksal überlassen und auf den mutierten Androiden Elden getroffen ist, bekam er nichts mehr von dem Horror mit, der sich auf der Raumstation zwischen Aliens und Predators abspielte. Mit der Perses möchte er nun Richtung Heimat, wäre da nicht die außerirdische Spezies, die sich als blinder Passagier auf das Schiff geschmuggelt hat und Galgo nun langsam aber sicher dazu zwingt, sich seinen Sünden auf LV-223 erneut zu stellen.

Teil vier der Reihe „Feuer und Stein“ könnte diese auch gut alleine ausfüllen; sowohl in der Darstellung als auch im Action-Faktor. Das atemlose Aufeinanderfolgen von Szenarien, welches schon in „Feuer und Stein: Alien vs. Predator“ praktiziert wurde, nimmt den Leser mit auf ein neues Level. Dabei erhält man ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen energetischen Kampfszenen, dezenten Hintergrundinfos zum Plot und dem obligatorischen Sprücheklopfen klischeebehafteter Film-Prolls.

Christopher Mooneyhams kantiger und unbeständiger Zeichenstil spiegelt genauso viel Dynamik wie Atmosphäre wider. Besonders gut kann man dies an der variierenden Wahl der Perspektive, aber auch an einzelnen Panels sehen, die zu den Schlüsselszenen hinarbeiten. Dazu ein leichter Hang zu Referenzen älterer Generationen und die Unterhaltung stimmt. Insgesamt ein Kontrast zum zweiten Teil des Bandes, der Abschlussgeschichte „Feuer und Stein – Omega“, welche eine weichere, aber nicht weniger bedrohliche Visualisierung darbietet.

In diesem Abschnitt beruhigt sich der Comic weitestgehend und widmet sich deutlich mehr dem Unerklärlichen und den Geheimnissen, die dieses Universum umgeben. Das rundet die Serie in dem Maße emotional ab, dass man sich wünscht, es würde nie zu Ende gehen. Diese Gegensätze zeugen von der Qualität des Bandes. Auf der einen Seite die hyperaktive Hauptstory, die niemals stillzustehen scheint, und auf der anderen Seite ein Teil mit atmosphärischem Charakter, der eine Menge des Feelings aus dem ersten Alien-Film mit sich bringt.

Dafür bekommt man außerdem wieder alle bekannten Gesichter zu sehen, auch wenn der Konstrukteur am Ende dann doch nicht so imposant rüberkommt, wie er eigentlich sollte. Galgo selbst bekommt im Laufe des Teils ein immer sympathischer werdenden Charakter. Etwas, das im Nachhinein für viel Verwirrung sorgt, da er im Grunde ja ziemlich herzlos zu sein scheint. Zum Ende hin ein etwas widersprüchliches Design, aber blendet man den Anfang aus, geht das schon irgendwie klar.

Und das wars. Leider. Diese Serie scheint mit „Feuer und Stein: Predator“ einen Punkt erreicht zu haben, ab dem es immer so weiter gehen könnte.
Ist man am Ende schlauer? Nein. Will man das? Nein. Genau das macht – wie schon erwähnt – den Reiz dieses Werks aus. Die Ungewissheit ist omnipräsent, genauso wie die blutrote Hetzjagd von Bild zu Bild.
Ein außergewöhnliches Werk, das sich lohnt, wenn nicht sogar für jeden Fan Pflicht ist, auszutesten.

Inhalt

Nach einer desaströsen Mission beginnt für die Perses der lange Weg nach Hause. Doch es stellt sich heraus, dass ein blinder Passagier mit an Bord ist – ein Predator. Der Sicherheitsoffizier Galgo Helder muss schwerwiegende Entscheidungen treffen, um sein Überleben zu sichern. Der Predator spielt jedoch sein ganz eigenes Spiel und macht aus Galgo seinen persönlichen Bluthund.

(Quelle: Cross Cult)

Details

Format: A4 Softcover
Vö-Datum: 28.09.2015
Seitenzahl: 144
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Cross Cult

Copyright Cover: Cross Cult



Über den Autor

Christopher