Review

Es ist Juli und das bedeutet, dass Cross Cult einen neuen „Feuer und Stein“-Band auf die Fans loslässt.

„Feuer und Stein: Aliens“ behandelt die Geschehnisse, die sich vor „Feuer und Stein: Prometheus“ ereigneten. Wie z.B. warum die Xenomorphs bereits bei Ankunft des Teams auf dem Planeten waren und was es mit den wissenschaftlichen Anschriften an den Höhlenwänden auf sich hat.

Die Story beginnt mit einer kleinen Gruppe, die von „Hadley’s Hope“ (der Kolonie aus dem zweiten Teil der Filmreihe) flüchten wollen, um dem Massaker der berühmten Aliens zu entgehen. Dies gelingt ihnen mit einem Schiff namens „Onager“, allerdings nicht ohne ein paar blinde Passagiere auf den Planeten LV-223 mitzunehmen. Dem Planeten, unter dessen Sünde die Crew aus „Feuer und Stein: Prometheus“ noch leiden soll.

Anders als beim vorherigen Band geht es dieses Mal sofort zur Sache. Nach meiner Einschätzung habe ich beim Anblick des Covers mit einer gewissen Horror-Atmosphäre wie im ersten Film gerechnet. Suggestive und simple Elemente, um das Gefühl, verfolgt zu werden, authentisch rüberzubringen. Doch die Reihe „Feuer und Stein“ knüpft nicht direkt an das Ursprungsmaterial an, da die Wesen ja schon länger existieren. Und mal ehrlich, warum sollten die Viecher versuchen, Menschen versteckt aus Lüftungsschächten anzugreifen, wenn sie in der Masse viel effektiver sind.

Dennoch kommt in „Feuer und Stein: Aliens“ kaum die agile Eleganz der Aliens zum Vorschein, sondern hauptsächlich nur deren grausame Natur. Da die Gruppe irgendwann auf dem Planeten übers Überleben kämpft, bleiben Angriffe natürlich nicht aus. Aber anstatt wie ein lauernder Jäger zu agieren, fallen die Auftritte der Xenomorphs sehr plump aus. Bei so mancher Szene, in der jene aus dem Dickicht hervorbrechen, habe ich nur auf eine Sprechblase gewartet, in der „Kuckuck!“ steht. So bleibt natürlich auch die angespannte Atmosphäre aus, wenn die Protagonisten mal ihr sicheres Camp verlassen.

Auf der Flucht erwehren sich die Menschen der Flut von Xenomorphs. (Copyright: Cross Cult)

Auf der Flucht erwehren sich die Menschen der Flut von Xenomorphs. (Copyright: Cross Cult)

Der Fokus von „Feuer und Stein: Aliens“ liegt deutlich auf dem Aufbau der vorhergegangenen Story. Wie eben schon erwähnt, vormals die ungeklärten Fragen aus Band eins. Hier spielt auch wieder die menschliche Neugierde eine große Rolle, da es das Hauptaugenmerk von der kritischen Lage mit den Aliens nimmt. Und wenn man glaubt, alles zu wissen, werfen bestimmte Ereignisse, für die Serie typisch, neue Fragen auf. Erneut dreht sich eine Menge um den schwarzen Schleim, der den vorher leblosen Planeten in eine Oase voller Bio-Materie verwandelt hat. Durch die Filme haben wir gesehen, wie Xenomorphs aus Menschen, aus Hunden und sogar aus einem Predator entstehen können. Aber schon mal gesehen, wie ein Alien und ein Mensch miteinander verschmelzen oder sogar Schlimmeres?

Man darf sogar die „Schönheit“ einer ihrer Königinnen mit ihrem Brutplatz begutachten. Jedoch leider keine Face-Hugger, die wir alle so lieben gelernt haben. In „Feuer und Stein: Prometheus“ hatten sie zwar einen kurzen Auftritt, aber bei Invasionen sollte man doch wenigstens ein paar in Aktion erleben, oder? Wenn schon nicht für die Story, dann aus Prinzip.

Visuell glänzt „Feuer und Stein: Aliens“ in einem neuen Schein und stellt das Ganze auch überzeugend dar. Besonders wenn es um Russels „Castaway“-Erfahrung mit der Sonde bei seinen Untersuchungen geht. Leider fehlt es in diesem Band an nennenswerten Höhepunkten. Die Action ist zwar vorhanden, aber hauptsächlich geht es nur darum, die Wissenslücken zu füllen, die durch den Vorgänger geschaffen wurden. Abseits davon wird dem Leser kein wirklich eigener Plot angeboten. Als Entschädigung gibt es eine Menge Beutejagden und Verschleppungen aufseiten der Xenomorphs. Wer im Besitz des vorherigen Bands ist, will diesen hier auch nicht missen wollen.

Inhalt

Während eines xenomorphen Ausbruchs wird der Ingenieur Derrick Russel zum unfreiwilligen Helden. Er muss eine verzweifelte Gruppe von überlebenden Forschern und Bergleuten in einem verfallenen Abwurfschiff als Anführer zusammenhalten. Die Gruppe hofft darauf, den Kreaturen zu entkommen, die ihre Kolonie überfallen haben. Doch schon bald müssen sie sich dem wahren Horror im Weltall und vor allem dem mysteriösen Planetenmond LV-223, auf dem sie gestrandet sind, stellen.

(Quelle: Cross Cult)

Details

Format: A4 Softcover
Vö-Datum: 13.07.2015
Seitenzahl: 114
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Cross Cult



Über den Autor

Christopher