Review

Vom Spin-off zum Crossover. Im dritten Teil der „Feuer und Stein“-Reihe mischt nun eine weitere bekannte Rasse Außerirdischer mit. Spätestens jetzt kann sich der weitere Storyverlauf ruhig hinten anstellen, denn zunächst ist es wichtig, sämtliche Räume des Raumschiffs mit neongrünem Blut zu streichen.

Für den Plot reiht sich „Feuer und Stein: Alien vs. Predator“ direkt nach Band eins ein, als Galgo mit seinen Kameraden nach dem Verrat am Expeditionsteam den Planeten LV-223 fluchtartig verlassen hat. Die Freude über die mehr oder weniger gewonnene Freiheit währt allerdings nicht lange. Cyborg Elden, der sich so gut wie im Endstadium seiner Mutation befindet, hat sich auf den Weg zur Geryon-Armada gemacht. Sein Ziel: Francis Lane, jener Mann, welcher ihm den schwarzen Schleim von LV-223 injiziert und seinem Schicksal überlassen hat.

Und als wären die Xenomorphs, die Elden mitbringt, nicht schon genug, entert eine Besatzung der Predators das Schiff, um ihrem Jagdtrieb nachzugehen. Ergebnis dieses Durcheinanders ist ein Aufeinandertreffen der Spezies, wie man es schon in der originalen Film-Vorlage erleben durfte.
Hochtechnologischer Waffengebrauch gegen animalische Instinkte. Hinzu gesellt sich Elden, dessen mutierter Körper kaum zu bezwingen scheint. Der Cyborg steht natürlich im Fokus der Story, aber es ist trotzdem schade, dass er den altbekannten Filmmonstern irgendwie die Show stiehlt. Diese agieren im Verlauf des Comics überwiegend als Nebencharaktere und bekommen nur ein oder zwei Highlights für sich.

Elden und Francis treffen seit dem Vorfall auf LV-223 erstmals wieder aufeinander. (Copyright: Cross Cult)

Elden und Francis treffen seit dem Vorfall auf LV-223 erstmals wieder aufeinander. (Copyright: Cross Cult)

Trotzdem fließen die Szenarien in ein actiongeladenes Gesamtes über. Ab einem bestimmten Zeitpunkt gibt es kaum eine Seite, auf der nicht gekämpft wird. Aber indem sich die Lage immer wieder ändert bzw. verschlimmert, erscheint es einem als Leser nicht allzu monoton, wenn sich wieder einmal die eine oder andere Extremität vom Körper löst.

Gleichermaßen gibt es in dieser Ausgabe so viele Wendungen, dass man selbst irgendwann nicht mehr durchblickt. Dennoch nachvollziehbar, denn wer weiß schon, was im Kopf eines degenerierten Außerirdischen vor sich geht. Außerdem trägt es zu dem Eindruck bei, nicht wirklich zu wissen, wie es weiter geht und man nicht einschätzen kann, wie das Ganze enden soll.

Auch die visuelle Umsetzung kann hier punkten. Es erscheint alles nicht allzu steril und farbarm, sondern wirklich lebendig. Weiterhin wird dem Geschehen durch die Zeichnungen noch zusätzlich mehr Dynamik beigebracht. Einzig allein der Stealth-Effekt der Predators wirkt an manchen Stellen etwas zu klobig und lässt die Figuren optisch nicht mit der Szenerie verschmelzen. Doch besonders wenn die Kreaturen aufeinandertreffen oder es um Mutationen geht, fällt die Darstellung detailreich aus.

„Feuer und Stein: Alien vs. Predator“ orientiert sich stark an dem Gefühl, das der Film ausstrahlte, in dem die Außerirdischen das Geschehen dominieren und die Menschen augenblicklich ihren Rang in der Nahrungskette räumen müssen. Hier geht es wirklich Schlag auf Schlag und der Band lässt dem Leser kaum eine Sekunde, um Luft zu holen. Außerdem wird das alte Thema mithilfe von ein paar neuen Aspekten abgestaubt und neu aufgelegt. Man darf also gespannt sein, wie Band vier die Serie zu Ende bringen wird.

Inhalt

Die Überlebenden der gestrandeten Crew des Planeten LV-223 lassen den Schrecken hinter sich und ziehen mit der Perses weiter. Doch der mutierte Androide Elden verfolgt sie mit der Helios und bringt Galgo – der das Kommando über das Schiff übernommen hat – dazu, sich auf ein gefährliches Spiel einzulassen: Sein Leben im Austausch gegen Francis Lane, Eldens Schöpfer. Bald schon beginnt für die Gruppe ein mörderischer Kampf zwischen Jagen und Gejagt werden, wobei Elden und seine xenomorphen Begleiter nicht die einzige Gefahr darstellen, die an Bord gelangt …

(Quelle: Cross Cult)

Details

Format: A4 Softcover
Vö-Datum: 05.08.2015
Seitenzahl: 104
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Cross Cult



Über den Autor

Christopher