Review

Mit der Veröffentlichung des Films „Eternals“ wurde eine Comic-Offensive zu den Eternals gestartet. Panini Comics hat gleich mehrere Titel auf den deutschen Markt gebracht. Einer davon ist dieser erste Band der im März dieses Jahres gestarteten Reihe der „Ewigen“.

Autor Kieron Gillen („Once & Future“) und Star-Zeichner Esad Ribić („Secret Wars“) haben mit dem Koloristen Matthew Wilson („Paper Girls“) diesen Comic realisiert.

Die Handlung

Die Eternals können nicht sterben. Eine „Maschine“, geschaffen von den Celestials, lebt in der Erde, die dafür sorgt, dass jeder Tod eines der Ewigen rückgängig gemacht wird. Sie werden mit einem Backup ihres Bewusstseins wiederbelebt und können so ihrer eigentlichen Bestimmung weiterhin nachkommen: Sie sollen die Erde und die Menschen beschützen.

Nachdem sich die Eternals in einer, wie im Redaktionstext der Einleitung erklärt, Selbstmordaktion alle das Leben nahmen, schien dies das Ende zu sein. Jedoch wurden sie alle von der Maschine wiederbelebt. Es steht im Raum, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten sein muss. Etwas ist geschehen, dass die Existenz allen Lebens auf der Erde bedrohen könnte.

Schnell lernen Ikaris und Sprite den Ursprung dieser Vermutung kennen. Thanos ist zurück! Der für totgeglaubte Abkömmling Titans ist in vollem Besitz seiner Kräfte und scheut den Konflikt nicht. Unerklärlich scheint es, wie Thanos sich den Portalen der Eternals bedienen kann. Die Maschine ist außerdem defekt, was darin mündet, dass einige kurze rückblickende und manchmal wahllos erscheinende Episoden der Eternals durch die Maschine erzählt werden.

Die immer wieder zwischengesetzten und Kontexte erklärenden Infotafeln und Abstammungsdiagramme zeigen, dass Thanos ein Kind zweier in Ungnade gefallener Eternals ist. Daher ist er so mächtig, so schier unbesiegbar, aber eben wegen seines Status als Aussätziger beziehungsweise „Ausgegrenzter“ doch sterblich.

Ikaris erlebt eine Vision und setzt sich von dort an das Ziel, einen Jungen aus New York zu beschützen. Sprite wird ab einem Punkt der Handlung, welche Ikaris zu Kampfhandlungen zwingt, seine Position übernehmen und den weltlichen Teenager beschützen. Welche schockierende Wendung diese vermeintliche Nebenhandlung nehmen wird, erfährt man erst zum Ende dieses Paperbacks.

Der eigentliche Konflikt (herauszufinden, wer die Eternals verraten hat und Thanos dabei half, sich ihrer Mittel und Kräfte zu bedienen), nimmt in diesem Band den Großteil ein. Es werden im Rahmen dieser Handlung Fragen zur Sterblichkeit aufgeworfen und zur Verantwortung eines jeden Menschen mit seiner sehr kurzen Lebenszeit etwas anzufangen.

Der Stil

Esad Ribićs Stil ist definitiv einzigartig und hat einen immens hohen Wiedererkennungswert. Die Figuren und ihre Gesichter sehen manchmal so fotorealistisch aus, dass es einen schier überrascht. Ein für seinen Stil polarisierendes Merkmal ist die Darstellung der Augen seiner Figuren. Die Kombination aus aufgerissenen Mündern und Augen, die ein wenig zu groß wirken, lässt in einigen Szenen an mörderische Puppen oder andere Figuren aus Horrorfilmen denken. Dies ist allerdings eine Frage der Gewöhnung, denn schnell merkt man, dass diese Art der Darstellung viel Fläche für große Emotionen und feine Noten in den Zeichnungen bietet.

Die Designs der Eternals sehen allesamt fantastisch aus. Die Kostüme, die sie tragen, die Fähigkeiten, derer sie sich bemächtigen, und ihre Körpersprache sind super. Auch die Gestaltung der Umgebungen und surrealen Welten ist, wie bei anderen Werken Ribićs, eindrucksvoll und nicht überladend.

Die wohl größte Wirkung erzielen allerdings die Farben und der Stil der Kolorierung. Die Farben sehen aus, als hätte man auf mattem Papier getuscht oder gar mit Kreide- oder Pigmentstiften gefärbt. So gut wie keine klar abgegrenzten Farbflächen, die wie übereinandergelegte Ebenen wirken, können in diesem Comic gefunden werden. Alles läuft ineinander und bildet einen sehr homogenen und absolut sehenswerten Stil.

Fazit

Der erste Band dieser Reihe eröffnet einen vielversprechenden moralischen Konflikt der „Eternals“, die sich ihrer Unsterblichkeit und der daraus resultierenden Konsequenzen bewusst werden. Die eingeworfenen kleinen Episoden geben zudem interessante Einblicke in die Motivationen und Ideale der handelnden Eternals.

Insgesamt ist dieser Teil dann aber doch „nur“ eine Exposition zu etwas, das sich erst in den folgenden Bänden genauer bewerten lassen wird. Der vorliegende Konflikt mit Thanos wird nicht gelöst oder beendet, ein Verräter ersetzt einen anderen und die Eternals suchen nach neuen Wegen ihrer eigenen Existenz. Vieles bleibt offen und unklar, aber wie so oft ist der Weg das Ziel einer Reise.


Eternals: Bd. 1: Die himmlischen Beschützer

Inhalt

Der Start der neuen Serie, die die Eternals neu definiert.

In den 1970ern erfand der einflussreiche Comic-König Jack Kirby, der mit Stan Lee die Avengers, die Fantastic Four und viele weitere Marvel-Helden erschaffen hat, die gottgleichen Eternals und die dämonischen Deviants: unsterbliche und mächtige Wesen, deren Anfänge bis in die Frühzeit der Erde zurückreichen. Nun verpassen Spitzenautor Kieron Gillen und Ausnahmekünstler Esad Ribic den Eternals eine Frischzellenkur und interpretieren ihre reichhaltige, fantastische Mythologie auf aufregende Weise neu!

Es geht um alte Geheimnisse der Unsterblichen in modernen Zeiten, aber auch um Verrat. Zudem trifft Ikaris, der größte Krieger der Eternals, auf den Titanen Thanos aus den Avengers-Filmerfolgen.

(Quelle: Panini)

Autor

Kieron Gillen
ist ein britischer Comicautor und ehemaliger Computerspiele-Journalist. Mit seinem 2004 veröffentlichten Manifest über eine neue Form der Spieleberichterstattung ist er einer der Hauptvertreter des New Games Journalism.

(Quelle: Wikipedia)

Kieron Gillen – Blog | Kieron Gillen – Twitter

Details

Format: Softcover
Veröffentlichung: 19.10.2021
Originalausgaben: Eternals (2021) 1-6
Seitenzahl: 156
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Comics



Über den Autor

Lars
Musiker, Texter und Mensch, lebend in Berlin.