Review

Mit seiner Serie „Festa Extrem“ führt uns der Festa Verlag in die blutigen, widerlichen und ganz und gar nicht jugendfreien Abgründe der Horrorliteratur.
Die Bücher dieser Reihe werden aus guten Gründen nicht im Buchhandel geführt und besitzen auch keine ISBN-Nummer. Auch der Verlag selbst verkauft die Werke dieser Reihe nur an Leser ab 18 Jahren.

Dementsprechend sollte sich jeder, der vielleicht beim Lesen dieser Rezension auf den Geschmack kommt, bewusst sein, dass es sich bei „Muschelknacker“ von Edward Lee & John Pelan um ein wirklich verstörendes Buch handelt, bei dem insbesondere sinnlose, extreme Gewalt sehr detailliert beschrieben wird.

Eigentlich wollten der berühmte Koch Ashton Morrone, sein Bruder Bob und deren Frauen lediglich an einem abgelegenen See seltene Muschelknacker-Aale fangen, die als Delikatessen heiß begehrt sind. Doch sie treffen auf die beiden Hinterwäldler Esau und Enoch, die alles andere als harmlos sind. Nach dieser Begegnung erfahren die vier am eigenen Leib, was wahre Schmerzen sind …

Edward Lee hat sich längst einen Namen im Bereich der extremen Horrorliteratur gemacht. Dieser Autor schreckt vor wirklich nichts zurück und besitzt wahrlich eine kranke Fantasie. Gemeinsam mit John Pelan legt er mit „Muschelknacker“ ein weiteres Buch vor, welches definitiv nichts für schwache Nerven ist.

Edward Lee (Copyright: Edward Lee)

Edward Lee (Copyright: Edward Lee)

Wenn man dieses Buch aufschlägt, sollte man zu allererst sein Hirn ausschalten, denn „Muschelknacker“ will einfach nur schockieren, weshalb auf Anspruch keinerlei Wert gelegt wird.
Eine nachvollziehbare Story? Liebevoll ausgearbeitete Figuren? Braucht man nicht. Denn in „Muschelknacker“ spielt die Gewalt die Hauptrolle.

Der Fokus liegt dabei auf den beiden tatsächlich irgendwie sympathischen Figuren Esau und Enoch, die auf ihrer kleinen Insel leben und für ihren „Opa“ aufkommen. Dieser ist ein Feinschmecker und ernährt sich gerne von Menschen, weshalb er mit ausgefallenen Rezepten verwöhnt wird.
Diese sorgen bei normalen Lesern dafür, dass sich der Magen umdreht, denn im Menstruationsblut marinierte Forelle in einer lebendigen Frau ist nun einmal nicht jedermanns Sache.

Fans von stumpfer Gewalt hingegen kommen bei diesem Buch voll und ganz auf ihre Kosten. Dabei beweisen Edward Lee und John Pelan ein unglaubliches Talent, ihre Figuren auf möglichst kreative und widerliche Art und Weise aus dem Leben scheiden zu lassen. Hier können sich selbst Filme wie „Saw“ oder „Hostel“ noch eine gehörige Scheibe abschneiden.

Fazitär bleibt zu sagen, dass „Muschelknacker“ zu Recht in der oben genannten Reihe des Festa Verlags erscheint, denn „Muschelknacker“ ist vor allem eines: extrem!

Inhalt

Die Brüder Esau und Enoch leben zufrieden am Sutherland Lake, irgendwo in der Einsamkeit Nordamerikas. Sie missbrauchen und quälen die dummen Stadtmenschen, die sich in ihr Reich verirren, und bereiten aus ihnen nach raffinierten Rezepten köstliche Speisen zu …

Dieser Roman überschreitet jede Grenze wahrer Perversität. Doch aus der Aneinanderreihung sinnloser Gewalt und krankem Sex haben die Autoren ein literarisches Meisterwerk des Ekels geschaffen.

(Copyright: Festa Verlag)

Autoren

Edward Lee (geboren 1957 in Washington, D. C.). Nach Stationen in der U.S. Army und als Polizist konzentrierte er sich lange Jahre darauf, vom Schreiben leben zu können. Während dieser Zeit arbeitete er als Nachtwächter im Sicherheitsdienst. 1997 konnte er seinen Traum endlich verwirklichen.

Er lebt heute in Florida und hat mehr als 40 Romane geschrieben, darunter den Horrorthriller Header, der 2009 verfilmt wurde. Er gilt als obszöner Provokateur und führender Autor des Extreme Horror.

Festa warnt ausdrücklich: Edward Lees Werke enthalten überzogene Darstellungen von sexueller Gewalt. Wer so etwas nicht mag, sollte die Finger davon lassen. Für Fans dagegen ist Edward Lee ein literarisches Genie. Er schreibt originell, verstörend und gewagt – seine Bücher sind ein echtes, aber schmutziges Erlebnis.

Bighead wurde das »most disturbing book« genannt, das jemals veröffentlicht wurde. Mancher Schriftsteller wäre über solch eine Einordnung todunglücklich, doch nicht Edward Lee – er ist stolz darauf.

Edward Lee – Homepage

John Pelan (geb. 1957) ist ein amerikanischer Autor, Herausgeber und Verleger von Science-Fiction und Horrorliteratur. 1986 gründete er seinen ersten Verlag, die Axolotl Press, danach gründete er Darkside Press und Silber Salamander Press.

(Copyright: Festa Verlag)

Details

Format: Paperback; Umschlag in Festa-Lederoptik
Reihe: Festa Extrem
Veröffentlichung: 16.04.2014
Seitenzahl: 192
ISBN: Privatdruck ohne ISBN
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Festa Verlag

Copyright Cover: Festa Verlag



Über den Autor

Stefan †
Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.