Review

Die Polizei von Kapstadt steht unter Druck wie noch nie zuvor. Ein offensichtlich psychopathischer Mann verlangt, dass ein alter Mordfall neu aufgerollt und der Täter hinter Gitter gebracht wird. Solange dies nicht passiert, wird er jeden Tag auf einen Polizisten schießen.
Dies ist keine leere Drohung, denn er setzt seine Ankündigung tatsächlich in die Tat um. Zudem wendet er sich an die Medien, wodurch der Druck der Öffentlichkeit ebenfalls immens ist. Der Ermittler Bennie Griessel steht in „Sieben Tage“ vor seiner wahrscheinlich größten Herausforderung.

„Sieben Tage“ ist der mittlerweile dritte Band der „Bennie Griessel“-Reihe. Man benötigt zum Verständnis des Romans jedoch keinerlei Vorkenntnisse, denn alle relevanten Figuren werden im Kontext vorgestellt und wichtige Ereignisse der vergangenen Teile vor allem mit Hilfe von Dialogen noch einmal erwähnt, sodass man schnell in das Universum dieser Reihe eintauchen kann.

Die Story von „Sieben Tage“ ist extrem innovativ und steckt voller Wendungen, sodass dieses Buch den Leser schnell gefangen nimmt.
Leider wirkt das Ende ein wenig konstruiert; man gewinnt den Eindruck, dass der Autor ab einem bestimmten Punkt selber nicht wusste, wie er das Buch beenden soll und sich ein Finale aus den Fingern gesaugt hat.

Deon Meyer (Copyright: Deon Meyer)

Deon Meyer (Copyright: Deon Meyer)

Die einzelnen Charaktere sind insgesamt gut ausgearbeitet, man kommt ihnen aber nicht wirklich nahe. Es fällt dem Leser recht schwer, sich mit den Figuren zu identifizieren. Zudem ist der Protagonist – Bennie Griessel – voller Klischees, die man schon bei endlos vielen Thriller-Hauptfiguren gefunden hat. Es handelt sich nämlich um einen ehemaligen Alkoholiker, der geschieden ist, zwei Kinder hat und sich gerne über die Regeln hinwegsetzt. Hier hätte ein wenig Innovation nicht geschadet.

Des Weiteren finden sich in „Sieben Tage“ sehr viele Begriffe aus dem Afrikaans – einer der Landessprachen in Südafrika.
Dies ist zwar einerseits ein positiver Aspekt, da es leichter fällt, in die in diesem Buch beschriebene Kultur und Gepflogenheiten einzutauchen, andererseits verlangt es aber vom Leser, recht oft im Glossar am Ende des Werkes nachzublättern, in dem zu allem Überfluss nicht alle enthaltenen Begriffe aufgeführt sind.

„Sieben Tage“ von Deon Meyer ist insgesamt leider nur ein durchschnittlicher Thriller, der lediglich mit einer packenden Grundstory punkten kann. Das Buch hätte prinzipiell sehr viel Potenzial, welches aber nicht einmal ansatzweise ausgeschöpft wird.

Video

Inhalt

Sieben Tage in der Hölle.

„Ich schieße jeden Tag auf einen Polizisten – bis sie den Mörder von Hanneke Sloet anklagen“, lautet eine E-Mail an die Polizei von Kapstadt. Und dann beginnt ein Heckenschütze, seine Drohung wahrzumachen.
Ermittler Bennie Griessel steht vor einem Rätsel. Er findet kein Motiv für den Mord an der jungen Anwältin. Man gibt ihm sieben Tage, um den Erpresser zu stoppen und ein Blutbad zu verhindern.

(Copyright: Aufbau Verlag)

Autor

Deon Meyer, Jahrgang 1958, ist unbestritten Südafrikas bester und erfolgreichster Thrillerautor. 1994 veröffentlichte er seinen ersten Roman. Er lebt in der Nähe von Kapstadt. Seine Romane erscheinen in mehr als fünfundzwanzig Ländern. Als Aufbau Taschenbuch liegen von ihm die Thriller „Tod vor Morgengrauen“, „Der traurige Polizist“, „Das Herz des Jägers“, „Der Atem des Jägers“, „Weißer Schatten“, „Dreizehn Stunden“, „Rote Spur“, „Sieben Tage“ sowie der Story-Band „Schwarz. Weiß. Tot“ vor.

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(Copyright: Aufbau Verlag)

Bennie Griessel Reihe

Der Atem des Jägers
Dreizehn Stunden
Sieben Tage
Cobra

Details

Format: Taschenbuch
Vö-Datum: 17.02.2014
Seitenzahl:432
ISBN: 978-3-7466-3015-1
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Aufbau Verlag

Copyright Cover: Aufbau Verlag



Über den Autor

Stefan †
Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.